Notfall-App

08. Februar 2011 16:28; Akt: 05.07.2011 16:34 Print

«iRega» ruft Helikopter

Dank der neuen iPhone-Applikation konnten schon zahlreiche Berggänger gerettet werden. Wer die App herunterlädt, kann den Ernstfall auch proben.

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Die Schweizerische Rettungsflugwacht hat seit kurzem eine kostenlose App in Apples App Store, die das rasche Alarmieren mit dem iPhone erlaubt.

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Mit zwei Fingerklicks Alarm auslösen und den Rettern gleich die Standortangaben übermitteln: Dies ermöglicht eine neue kostenlose iPhone-Applikation der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega), wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst.

Bei Notfällen im In- und Ausland könne dank der App wertvolle Zeit gewonnen werden, schreibt die Rega. Bei einem telefonischen Alarm bei der Rega-Einsatzzentrale würden allenfalls wichtige Minuten verstreichen, bis der Standort des Anrufers genau ermittelt ist. Die Rega-App leiste hier Hilfeleistung und unterstütze den Alarmvorgang.

Mit Testalarm den Ernstfall proben

Voraussetzung für die Verwendung von «iRega» ist die Aktivierung der Ortungsdienste in den iPhone-Einstellungen. Zudem muss das iPhone mit einer SIM-Karte ausgestattet sein und über den nötigen Signalempfang (GPS, WLAN, Mobilfunknetz) verfügen. Auf dem iPad funktioniert die App nicht.

Damit der Ernstfall auch geprobt werden kann, stellt «iRega» ein Testalarmsystem bereit. Weiter bietet die Anwendung eine Kartenfunktion, die den eigenen Standort anzeigt oder die Koordinaten zu einem beliebigen Ort in verschiedenen Formaten berechnet. Nützliche Hinweise zum Vorgehen bei einem medizinischen Notfall im In- und Ausland sowie die Möglichkeit, direkt übers iPhone Rega-Gönner zu werden, runden das Angebot der kostenlosen Applikation ab.

Erste Alarmierung

Zum ersten Mal leistete die neue Applikation am vergangenen Samstag bei einem Ernstfall in der Furka-Region Unterstützung. Ein Schneeschuhläufer verletzte sich – sein Kollege löste via «iRega» Alarm aus. Die Netzabdeckung war im betreffenden Gebiet nur sehr schwach. Eine Alarmierung und Ortung alleine über telefonischen Kontakt wäre schwierig gewesen, wie die Rega mitteilt.

Dank «iRega» wurden die genauen Koordinaten des Alarmierenden per SMS rasch an die Rega-Einsatzzentrale übermittelt. Eine kurze Sprachverbindung konnte danach zwar noch aufgebaut werden, gestaltete sich wegen des schlechten Empfanges aber als schwierig. Die Angaben aus der Applikation genügten der Einsatzleitung jedoch, um den Rettungshelikopter punktgenau zum Unfallort zu führen. Der Verletzte wurde anschliessend mit der Rettungswinde geborgen.

(dsc/sda)