Apples Preisaufschlag

26. Oktober 2012 16:01; Akt: 26.10.2012 16:17 Print

Teurere Apps für die EU, nicht für die Schweiz

Apple hat in den Euro-Ländern überraschend die Preise für die Software von iPhone und iPad angehoben. Hierzulande bleibt alles, wie es ist. Vorläufig.

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Apple behält 30 Prozent der App-Umsätze für sich. (Bild: Colourbox)

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Die kostenpflichtigen Angebote in Apples App Store wurden in der Nacht zum Freitag in verschiedenen europäischen Ländern um durchschnittlich über zehn Prozent teurer. Zu den betroffenen Staaten gehört auch Deutschland.

Die Frankenpreise seien von der Erhöhung nicht betroffen, sagte Apple Schweiz auf Anfrage von 20 Minuten Online. Apple nennt indessen keine Gründe für die Erhöhung. Da die Preise im Euro-Raum betroffen sind, wird vermutet, dass Apple mit seinem Vorgehen auf die Entwicklung der Wechselkurse reagiert.

Fixe Preisstufen

Die Preise für die Angebote im App Store werden grundsätzlich von den Entwicklern der Apps festgelegt. Apple behält dann 30 Prozent des Umsatzes, 70 Prozent gehen an den Entwickler. Allerdings hat Apple feste Preisstufen vorgegeben. Diese wurden nun angepasst.

Der Einstiegspreis von 79 Cent wurde auf 89 Cent angehoben. Hat eine App bisher 1,59 Euro gekostet, werden jetzt 1,79 Euro fällig. Und eine Software von bisher 7,99 Euro kostet jetzt 8,99 Euro.

Bei Verlagen in Deutschland stiess das Vorgehen auf Kritik. «Es ist schwer zu verstehen, warum das über Nacht gemacht wurde und ohne die Betroffenen vorher zu informieren», sagte ein Sprecher des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverlage (BDZV). «Die Verlage werden ebenso wie ihre Kunden vor vollendete Tatsachen gestellt.» Wenn sich dies so bestätige, sei dies «sehr bedauerlich und nicht hinnehmbar». Daher seien Verlage gezwungen, sich nach weiteren Geschäftspartnern umzusehen, sagte der Sprecher und nannte den Online-Händler Amazon sowie die Google-Plattform Android.

Bleibt anzumerken, dass Apple die Preise für den App Store nach eigenem Gutdünken anpassen kann. So steht es in den vertraglichen Bestimmungen, die Drittfirmen vor der Veröffentlichung einer App akzeptieren müssen. Von daher ist auch die Schweiz nicht vor überraschenden Preisanpassungen gefeit.

(dsc/sda)