iPad

01. April 2010 13:23; Akt: 01.04.2010 13:27 Print

«Laptops sind billiger und besser»

In den USA konnten ausgesuchte Journalisten das iPad schon zwei Tage vor dem offiziellen Marktstart auf Herz und Nieren testen. Die Meinungen gehen auseinander.

(Quelle: ABC News)
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Walt Mossberg schreibt für das «Wall Street Journal» und zählt zu den einflussreichsten Tech-Journalisten der Welt. Er attestiert dem iPad eine rosige Zukunft und ist der Überzeugung, dass die Vormachtsstellung der Laptops im Bereich des mobilen Computings arg ins Wanken geraten könnte. «Das iPad ist viel mehr als ein eBook und bewältigt die gleichen Aufgaben viel besser als der Amazon Kindle. Und es ist viel mehr als ein grosses iPhone, obwohl es das gleiche einfach zu bedienende Interface nutzt. Alles scheint viel durchdachter», schwärmt Mossberg in seine Testbericht.

Durch das grosse Display entstehe bei der Bedienung ein völlig neues Gefühl: «Man muss es selber spüren um es zu verstehen und kann erst dann entscheiden, ob es gefällt oder man doch lieber auf ein Netbook umsteigen will.»

Speziell angetan war Mossberg von der Leistung des Akkus. Obwohl er in seinem Test Filme und Clips anschaute, sei dem iPad der Saft erst nach elf Stunden und 28 Minuten ausgegangen. Doch Mossberg sieht durchaus auch Nachteile im Tablet-PC. So rät er allen, die längere Dokumente bearbeiten müssen oder Video-Chats mögen, vom iPad ab. Vermisst hat er ausserdem das Tab-Browsing im Safari und ein GPS in der WLAN-Version.

Mossberg testet das iPad

(Quelle: WSJ)

Edward Baig von «USA Today» ist von Apples Tablet-PC grösstenteils begeistert und titelt: «Das iPad ist ein Gewinner. Wie Mossberg ist auch er der Meinung, dass das Lesen von eBooks mit dem iPad viel mehr Spass machen als mit einem Kindle. Zudem zeigt er sich von der Tatsache begeistert, dass die 150 000 Applikationen aus dem App Store auch auf dem iPad laufen werden. Wer schon jetzt Bezahl-Apps auf seinem iPhone oder iPod touch installiert hat, braucht diese für das iPad nicht mehr zu kaufen und kann sie direkt vom iTunes überspielen. Aber auch er sieht durchaus Verbesserungspotential. So bemängelt er das Fehlen von Multitasking, einer Webcam und einer USB-Schnittstelle.

«Laptops sind billiger und besser»

David Pogue von der «New York Times» versuchte in seinem Test das iPad aus zwei Perspektiven zu betrachten. Aus der Sicht eines Gadget-Fans sei das iPad nichts anderes als ein grosser iPod touch. Er bemängelt, das mit der Blockade von Flash, das im Internet am stärksten verbreitete Videoformat nicht unterstützt wird. Ausserdem sei das Lesen von eBooks bei Tageslicht beinahe unmöglich. Auch Multitasking vermisst Pogue und kommt zum Schluss, dass man für weniger Geld einen Laptop bekommt, der viel mehr kann. Er fragt sich: «Wer wird schon ein drittes Gerät herumtragen, wenn er schon ein Laptop und ein Smartphone besitzt.»

Beim Start des Vorverkaufs sind in den ersten zwei Stunden bereits 50 000 Bestellungen eingegangen. Der US-Nachrichtensender CNN schätzte, dass über den Tag hinweg über 120 000 Stück vorbestellt wurden. Damit wäre dem iPad noch ein fulminanterer Start gelungen, als im Juni 2007 dem iPhone, von dem in den ersten zwei Verkaufstagen 146 000 Stück über die Theken gegangen sind. Aufgrund der grossen Nachfrage ist Apple mit der Auslieferung des iPads bereits in Verzug geraten.

20 Minuten Online wird nach Ostern das iPad einem ausführlichen Test unterziehen können und hier darüber berichten.

(mbu)