Steve Jobs tritt zurück

25. August 2011 00:48; Akt: 01.09.2011 11:06 Print

«Leider ist dieser Tag gekommen»

Apple-Chef Steve Jobs tritt per sofort von der Spitze seines Unternehmens ab. Gesundheitliche Gründe dürften ihn zu diesem Schritt bewogen haben. Nachfolger wird Vizechef Tim Cook.

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Am 1. April 1976 gründete Steve Jobs (links) zusammen mit Steve Wozniak (rechts) und Ronald Wayne die Firma Apple Computer. Die ersten Geräte bauten sie in der Garage von Jobs Eltern zusammen. Auch diese Aufnahme datiert aus dem Jahr 1976 und zeigt die Firmengründer Wozniak (links) und Jobs mit einer Computer-Platine. 1977 präsentierte Jobs im kalifornischen Cupertino den «Apple II»-Computer - heute würde man wohl eher von einer elektronischen Schreibmaschine sprechen. 1984 war das Jahr, in dem der Macintosh vorgestellt wurde. Das Bild zeigt Jobs an der jährlichen Apple-Generalversammlung am 24. Januar 1984. Der erste Macintosh kostete 2495 US-Dollar. 1985 wurde Jobs bei Apple entmachtet. Daraufhin investierte er sein Privatvermögen in die Gründung der Computerfirma NEXT. Das Bild zeigt ihn am 30. Oktober 1991. Er hielt an der Unix-Expo in New York eine «Keynote» (Ansprache). Es folgten gute Jahre für den bekennenden Buddhisten. Der Computer-Pionier hatte sich wieder etabliert, das Bild zeigt ihn 1993. Zwei Jahre später gingen die von Jobs mitbegründeten Pixar Animation Studios an die Börse. Dieses undatierte Bild stammt vermutlich aus dem Jahr 1996. Steve Jobs hatte inzwischen bei Apple wieder eine Beraterfunktion übernommen. 1997 war Jobs zurück auf der Kommandobrücke. Das Bild zeigt ihn am 6. Januar 1997, als er an der MacWorld Expo in San Francisco die Keynote hielt. Das Unternehmen war - ohne Jobs - in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Im selben Jahr folgte die Kooperation mit dem «Erzfeind» Microsoft. Das am 6. August 1997 aufgenommene Bild zeigt Jobs neben Microsoft-Gründer Bill Gates auf Grossleinwand. 1998 folgte ein weiterer Meilenstein. Jobs präsentierte ein neues Computer-Modell namens iMac. Das Gerät war zum Preis von 1299 Dollar zu haben. Während Jahren hatte Jobs als Interims-CEO die Geschicke des Unternehmens geleitet. Am 5. Januar 2000 gab er in San Francisco bekannt, dass er wieder vollwertiger Geschäftsführer sei. Das Bild zeigt Jobs mit Bono (Mitte) und dem Musiker The Edge (rechts), zwei Bandmitgliedern der legendären Rockband U2. Apple stellte am 26. Oktober 2004 in San Jose neue iPods mit U2-Logo vor. Aufnahme von 6. Juli 2005: Im Jahr davor musste sich Jobs einer schweren Operation unterziehen, bei der ein Tumor seiner Bauchspeicheldrüse entfernt wurde. Am 9. Januar 2007 stellte Steve Jobs an einer seiner legendären Keynotes in San Francisco das iPhone vor. Mit «One more thing» kündigte er jeweils revolutionäre Geräte und Technologien an. Jobs suchte immer wieder den direkten Kontakt zu den «Kunden». Das vom 29. Juni 2007 datierte Bild zeigt ihn im direkten Gespräch mit Apple-Besuchern. Aufnahme vom 27. Januar 2010: Jobs hält ein iPad in seinen Händen. Im vergangenen Jahr hatte er sich für mehrere Monate zurückgezogen. Grund war eine Lebertransplantation, wie später bekannt wurde. Am 7. März 2010 wurde Jobs auf dem roten Teppich fotografiert. Er nahm in Los Angeles an den Oscar-Verleihungen teil. Dieses Bild vom 23. Juni 2010 zeigt Jobs mit dem russischen Präsidenten, Dmitri Medwedew. Der Russe erhielt bei seinem Besuch im Silicon Valley ein iPhone 4. Im Juli 2010 sprach ein sichtlich abgemagerter Apple-CEO über seinen jüngsten Coup. Über den Gesundheitszustand von Jobs kursierten erneut wilde Gerüchte. Jobs am 5. Oktober 2010 mit dem kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Anlass war die Gründung einer Stiftung für nierenkranke Kinder. Jetzt übergibt der 56-jährige Jobs dem Vizechef Tim Cook (links) das Zepter.

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Er machte aus dem Apfel das wertvollste Unternehmen der Welt. Jetzt tritt Apples charismatischer Chef Steve Jobs nach einer monatelangen krankheitsbedingten Auszeit per sofort von seinem Posten zurück. Er sei nicht mehr in der Lage, seine Aufgaben als CEO des Computerkonzerns zu erfüllen, schrieb der 56-jährige Firmengründer am Mittwoch in einem Brief an den Apple-Aufsichtsrat. Es wurde vermutet, dass der Rücktritt gesundheitliche Gründe hat. Vom Unternehmen gab es darüber keine Informationen.

«Ich habe immer gesagt, dass wenn jemals der Tag kommen sollte, dass ich nicht länger meine Aufgaben und Erwartungen als Apple-Chef erfüllen kann, ich der erste wäre, der das mitteilt. Leider ist dieser Tag gekommen», schrieb Jobs in seinem Brief (den gesamten Wortlaut finden Sie in der Infobox). Auch Jobs nannte keine näheren Gründe für den Rückzug.

Jobs' Nachfolger wird sein Stellvertreter Tim Cook werden, der bisherige Vorstand für das operative Geschäft (COO), wie Apple in Kalifornien mitteilte. Jobs bleibe dem Unternehmen als Aufsichtsratsvorsitzender erhalten.

Jobs, der stets in schwarzem Rollkragenpullover und Jeans auftritt, ist eines der bekanntesten Gesichter der Computerindustrie. Der Apple-Gründer gilt als geistiger Vater des Erfolgs von iPod, iPhone & Co. Er nahm seit Januar eine krankheitsbedingte Auszeit vom Tagesgeschäft und wurde seitdem von Cook vertreten, den er nun als seinen Nachfolger vorschlug. Der 50-jährige Cook ist seit 1998 bei Apple.

Apple-Aktie bricht um mehr als fünf Prozent ein

Woran der 56-jährige Jobs genau leidet, ist nicht bekannt. Spekulationen über seinen Gesundheitszustand haben immer wieder die Aktien von Apple beeinflusst. Nach seiner Rücktrittserklärung am Mittwoch fiel der Kurs im nachbörslichen Handel um 5,4 Prozent.

Die jüngste Auszeit war Jobs' dritte in den vergangenen Jahren. Die Nachricht hatte im Januar einen Schock unter Analysten und Börsenexperten ausgelöst. Der 56-Jährige hat bereits eine Krebserkrankung an der Bauchspeicheldrüse 2004 und eine Lebertransplantation 2009 überstanden.

Jobs hatte Apple, das 1976 als Start-up-Unternehmen im Silicon Valley mit zwei Mitarbeitern begann, zu einem der weltweit mächtigsten Konzerne ausgebaut. Nach einem internen Machtkampf verliess er Mitte der 80er Jahre das Unternehmen und arbeitete bei der Computerfirma Next und dem Trickfilmstudio Pixar. Als Apple zehn Jahre später ums Überleben kämpfte, kehrte Jobs im Triumph zurück.
«Steves aussergewöhnlicher Weitblick und seine Führungskraft haben Apple gerettet und zum innovativsten und wertvollsten Technologieunternehmen gemacht», sagte Verwaltungsratsmitglied Art Levinson am Mittwoch.

«Apple ohne Steve Jobs ist nichts»

Der Chefredakteur der Online-Fachseite The Mac Observer, Jeff Gamet, sagte, Jobs' Weggang habe eher sentimentale als praktische Bedeutung. Zudem sei der Schritt seit Jahren erwartet worden. Apple habe nun lediglich einen Wechsel offiziell bekannt gegeben, der intern schon lange vollzogen gewesen sei, sagte Gamet.

Ein Analyst von Global Equities Research, Trip Chowdhry, sagte hingegen, Jobs' Rücktritt sei ein schwerer Verlust für das Unternehmen. Die manische Aufmerksamkeit des Vorstandsvorsitzenden für jedes Detail der Apple-Produkte habe den Konzern von anderen abgehoben. Es sei unsicher, ob Apple ohne Jobs weiter mit marktverändernden Ideen aufwarten könne, sagte Chowdhry: «Apple ist Steve Jobs, Steve Jobs ist Apple, und Steve Jobs ist Innovation. (...) Apple ohne Steve Jobs ist nichts.»

(meg/sda/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jonas Müller am 25.08.2011 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Apple wird überberwertet

    ich hatte bis vor kurzem auch ein iphone, täglich hat der safari browser gestreikt bis ich ihn neu öffnen musste, wenn ich fotos anschauen möchte blockiert sich der screen unterhalb vom button, man kann also nix drücken ausser den das fotoalbum restarten, die updates laufen nicht immer richtig, der download bleibt bei 99% stecken. ich freue mich schon auf heute abend, wo ich wieder an meinem pc sitzen kann und alles beim ersten mal starten läuft, ohne mich mit 2. klassigen möchtegern pc geräten rumschlagen zu müssen (die facetime und ordner erstellen etc. als neue features anpreisen, hahah

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  • Adrian Schleifer am 25.08.2011 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    also bei mir wusste er nicht was ich wil

    finde das iphone absoluter mist. die meiste technologie kommt von nokia. ist so egal was ihr apple sp...... sagt. ABER er war ein guter mann und auch wenn ich apple nicht ausstehen kann ich wünsche ihm alles gute und hoffe das er es schafft. Ich bin selber Informatiker und ein computr crack und ich muss ehrlich sagen jobs hats gebracht. Er ist zwar der Gründer von apple aber egal seine Ideen waren super nur ich kann mit apple einfach nix anfangen. so für leute wo ein bisschen herumspielen etc ist es ok. Auf jedenfall wünsche ich im alles gute und viel glück

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  • TomTom am 25.08.2011 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Meister der Erfindung?

    Meister der Erfindung? Nein, erfunden hat der nicht viel, dafür abkupfern und auf die eigene Fahne schreiben, dass konnte er. Der Rest der Apple Erfolgsstory ist ein sehr gutes Marketing nichts weiter.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mr. T am 05.09.2011 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Danke Steve!

    Danke Steve, für deine unglaublichen Präsentationen. Danke für die verrücktesten Vermarktungen aller Zeiten (ein iPhone in einem Laden vergessen, genial). Danke für die Unglaublich einfachheit deiner Systeme. Danke! Nun es ist so, ich bin zwar ein WinUser, besitze aber auch ein MacBook, doch mit Win7 arbeite ich einfach 1000 mal lieber. Das Problem ist folgendes wenn 95% der Menscheit zwei ähnliche Bilder vergleichen, finden sie jeden Fehler, wenn aber nur 5% die Bilder vergleichen werden sie nicht jeden Fehler finden. Das gleiche gilt für Win und iOS, es git keine Viren auf iOS? Logisch

  • Mister M am 29.08.2011 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    @alle

    danke für die Kommentare. Ich schätze solche sehr ;-) Vorallem ist es lustig zu sehen wenn man positive wie auch negative Kommentare zum gleichen Thema veröffentlicht, was für Antworten einem da erwarten. :-)

  • Toni Tobler am 28.08.2011 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    ... aus die Maus!

    Da haben wir's: "Knallharter Manager aber kein Visionär"! Ohne frische Ideen/Visionen ist Apple bald am Ende. Es werde nur noch, so wie immer, kleine Verbesserungen kommen, die aber nix anderes sind als Geldmacherei! Übrigens, ich versende auch eMails mitten in der Nacht, auch mitten am Tage, auch mitten am Abend, ist das etwa eine grosse Leistung?

  • Phil am 26.08.2011 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welt verändert

    Steve Jobs ist mit keinem Manager vergleichbar. Eher mit Leuten wie Thomas Edison (der uns das elektrische Licht gab) oder einem Alexander Grahmam Bell ( der uns das Telefon gab) Jobs veränderte die Welt nachhaltig und für immer. Ohne Jobs würden wir heute noch auf kleinen Nokia Handys mit Tasten rumdrücken und müssten unsere pc selber zusammenbauen einmal pro Monat vor Viren schützen. Er baute Geräte für Leute die ihre wertvolle Zeit effektiv und kreativ nutzen wollen. Er baute Produkte für die Menschen nächtelang vor einem Laden warten, um das erste Produkt zu bekommen. Microsoft wünscht sich das heute noch. Er schuff eine Kultur und einen Geist, der es erlaubt mutig zu sein. Dinge zu erschaffen die 3-5 Jahren voraus gedacht sind. Die anderen Hersteller kopierten seine Ideen schamlos nur im Detail nie so rafiniert, durchdacht, bedienerfreundlich, und gut designt. Die Branche gibt zu. Apple schubste die gesamte Industrie 5 Jahre nach vorne. Danke Steve Jobs.

    • patrick h. am 26.08.2011 16:25 Report Diesen Beitrag melden

      apple

      den ganzen text kannst du vieleicht für das iPhone und den iPod verändern. ich kenne fast keine firma die so viele flopps produzierte wie apple aber die schweigt man lieber tod und kümmert sich um einen Gott-Kult... Ohne Inovator Jobs wird Apple bald wieder (wär ja nicht das erste mal) in der versenke verschwinden und wenn niemand mehr Apple Produkte verwendet werden leute wie ich immer noch Windows installieren.

    • Luca am 26.08.2011 20:50 Report Diesen Beitrag melden

      flops? oder Floppys? ;-)

      Das ist richtig, Apple hatte viele Flops. Na und? Tatsache ist dass es das innovativste Unternehmen ist, und wenn man so innovativ ist, begeht man halt auch Fehler. Welcher war der Erste computer für den massenmarkt mit grafischer Oberfläche? woher stammt die Idee von trueType Fonts? welche computer hatten als erste die mouse, usb, firewire, welche computer sind frei von Viren? wer ist in den mobilfon markt als aussenseiter eingestiegen und über nacht zum tonangebend geworden? wer hat's als erster geschafft, mittels Gesten ein mobilfon zu steuern? könnte noch weitermachen... ;-) cheers :)

    • matteo am 27.08.2011 12:43 Report Diesen Beitrag melden

      richtig !

      ich stimme dir zu ! wäre apple nicht, würde man noch mit handys herumlaufen die noch Antennen besitzen, und so fett sind dass man eine extra Tasche dafür braucht bei den Computers genau gleich. Apple macht 3 Milimeter dünne Laptops die alles können und haben was man braucht.

    • otto a. am 28.08.2011 00:57 Report Diesen Beitrag melden

      ts...

      ihr armen leute... ihr solltet mal lernen ohne computer und handy zu leben!

    • a.l.s.o. am 28.08.2011 08:44 Report Diesen Beitrag melden

      danke Steve Jobs

      Phil hat 300% RECHT und ich gehöre ebenfalls zu denen, die Steve Jobs von Herzen danken, dass er das ganze ComputerSystem so revolutioniert hat. Mit Mac ist plötzlich alles so einfach geworden, alles machte plötzlich Spass, alles lässt sich miteinander synchronisieren, alles ist nun voller FUN .. und ich behaupte mittlerweile : das Alter fängt mit einem "Apfel" an, denn man ist im Mac-Team drin mit viel Freude!!!!

    • Peter Mayer am 28.08.2011 13:38 Report Diesen Beitrag melden

      Steve Jobs ist ein genialer Vermarkter

      Steve Jobs ist ein genialer Vermarketer. Er hat es geschafft, den Kunden mit sehr gut organisierter Werbung mehr oder weniger handelsübliche Elektronik zu im Vergleich zum Mitbewerb sehr hohen Preisen zu verkaufen. Design und Technik waren jedoch immer Entwicklungen von Angestellten, er selber ist technisch nicht sehr bewandert.

    • fritz am 30.08.2011 11:51 Report Diesen Beitrag melden

      immer diese falschen lobeshymnen

      blabla mein qtek odet htc wie es heute heisst hatte schon vor dem iphone keine ausstehende antenne mehr und war schon per touchscreen zu bedienen und das 2 jahre vor dem ipone

    • marc am 31.08.2011 15:01 Report Diesen Beitrag melden

      fritz, das sehe ich auch so

      mein erster mit touchscreen war ein sony ericsson p800, dann das qtec s200 und dann das htc diamond (102x51x11.33 mm. 110g). irgend wann mal kam dann das iPhone, was eine kopie von LG Prada war. heute glauben viele, dass apple das telefon erfunden hat. was hat eigentlich appel erfunden? runde ecken?

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  • Michael molligano am 26.08.2011 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apple wird noch wachsen

    Ich weiss zufälligerweisse ein bischen mehr als die meissten. Und Apple hat noch ein paar ganz gute Produkte in der Pipeline. Apple wird damit noch weiter nach oben kommen, freut euch. Jobs hatte immer das besste für Apple und seine Komsumenten im Sinn, ich hoffe er lebt noch lange, er hätte es verdient. Ich hoffe der Novelpreis für IT kommt mal noch, Steve hätte ihn verdient.