Der Apple-Effekt

25. April 2012 09:16; Akt: 25.04.2012 10:09 Print

«Das beste Smartphone auf dem Planeten»

Tablets und PCs sollten nicht verschmelzen, sagt Tim Cook. Bei der Präsentation der neuen Rekordzahlen ging der Apple-Chef auch auf das schwierige Verhältnis mit Swisscom und Co. ein.

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Apple-Chef Tim Cook besuchte im Frühjahr China und stattete den Fabriken von Zulieferer Foxconn einen Besuch ab. (Bild: Keystone/AP)

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Die Hersteller von Windows-PCs setzen ihre Hoffnungen auf das Betriebssystem Windows 8. Mit Touchscreen-Unterstützung soll es vor allem im Tablet-Markt für mehr Konkurrenz zum iPad sorgen. Für Intel-Chef Paul Otellini liegt die Zukunft ohnehin in einer Verschmelzung von PC und Tablet. Seiner Ansicht nach würden zukünftig PCs und Tablets zu einem leichten Gerät mit Touchscreen und Tastatur kombiniert, sagte er in der vergangenen Woche.

Apple-Chef Tim Cook widersprach am Dienstag bei der Präsentation der Quartalszahlen dieser Idee. Tablets und PCs funktionierten am besten als eigenständige Geräte, die ihre jeweiligen Stärken voll ausspielen können, sagte er. «Du kannst einen Toaster und einen Kühlschrank kombinieren. Aber dieses Ding wird den Nutzern wahrscheinlich nicht gefallen.»

«Das iPhone ist das beste Smartphone auf dem Planeten»

Cook widersprach ausserdem Befürchtungen, dass die Mobilfunkanbieter die Nase voll davon haben könnten, jedes neue iPhone mit hunderten Dollar zu subventionieren und es ihren Nutzern schwerer zu machen könnten, auf neue Modelle zu wechseln. «Das iPhone ist das beste Smartphone auf dem Planeten, um Kunden zum Umstieg von einem alten Mobiltelefon auf ein Smartphone zu verleiten», sagte Cook. «Das ist eine Win-Win-Situation.»

Die am Dienstag vom US-Mobilfunkanbieter AT&T vorgelegten Geschäftszahlen legen allerdings einen anderen Schluss nahe. Während die Mobilfunkanbieter hunderte Dollar zum Kauf eines iPhones zuschiessen, hoffen sie, das Geld durch im Vergleich zu traditionellen Handyverträgen teurere Verträge wieder einzunehmen. Laut Berechnungen der Nachrichtenagentur AP geht für AT&T diese Rechnung aber zunehmend weniger auf. Während Smartphonekunden vor einem Jahr im Durchschnitt fast 90 Dollar im Monat überwiesen, waren es in diesem Jahr nur noch 80 Dollar.

Provider müssen investieren

Zusätzlich zu den Subventionen für die Geräte kostet der Smartphone-Boom die Mobilfunkanbieter auch Geld, weil sie in ihre Infrastruktur investieren müssen, damit die Netze nicht unter der von iPhone & Co verursachten Datenlast zusammenbrechen.

Einzelne US-Anbieter haben deshalb bereits die Fristen verlängert, nach denen ein iPhone gegen ein neueres, subventioniertes Modell ausgetauscht werden kann. Andere verlangen zusätzlich Gebühren. Ausserdem werben alle massiv für die billigeren Konkurrenztelefone, die mit dem Google-Betriebssystem Android laufen.

Analyst Abhey Lamba von der Investmentbank Mizuho Securities stimmt aber Cook zu. «Das iPhone verkauft sich gut, weil es die Kunden wollen, nicht, weil die Mobilfunkanbieter es fördern», sagt er. Und die Kundennachfrage begrenzt auch den Druck, den die Mobilfunkanbieter auf Apple ausüben können. Sie stehen in hartem Wettbewerb zueinander und jeder hat Angst, dass seine Kunden zur Konkurrenz überlaufen könnten, wenn sie die Subventionen für ein neues iPhone zu drastisch zurückfahren.

Wieder Rekordzahlen

Apple hat mit seinen Zahlen für das zweite Geschäftsquartal die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Der US-Technologiekonzern erzielte von Januar bis März einen Reingewinn von 11,6 Milliarden Dollar - das war fast doppelt so viel wie im Vergleichszeitraum ein Jahr zuvor (20 Minuten Online berichtete).

Der wertvollste Konzern der Welt konnte mit 35 Millionen verkauften iPhones seinen Absatz fast verdoppeln. Mit 11,8 Millionen verkauften iPads blieb der Absatz hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Allerdings verkaufte Apple immer noch zweieinhalb Mal mehr Tablets als im Vergleichsquartal ein Jahr zuvor.

Der Absatz von Mac-Computern war mit rund vier Millionen ebenfalls etwas geringer als von Branchenkennern erwartet. Immerhin konnte Apple sieben Prozent mehr Computer verkaufen, während der PC-Markt als Ganzes nur um zwei Prozent zulegte.

(ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Massimo am 25.04.2012 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Steve Jobs hat auch alles schöngeredet.

    Der Umsatz von Apple ging gegenüber dem ersten Quartal um 15% zurück. Darum nimmt Cook die Zahlen von letztem Jahr, dort steht Apple noch gut da. Mal schauen, was Apple das dritte Quartal beschert. In zahlen heist das 1.Q = 46Mrd. 2.Q = 39Mrd 3Q. = ?

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  • Hans Müller am 25.04.2012 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    ...???

    «Du kannst einen Toaster und einen Kühlschrank kombinieren. Aber dieses Ding wird den Nutzern wahrscheinlich nicht gefallen.» Toller vergleich :/ ich hab gelacht

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  • R. Staun am 25.04.2012 10:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    35 Millionen in 3 Monaten

    Was mich jeweils wirklich in Erstaunen versetzt, sind die jeweiligen Zahlen zur Produktanzahl. Bei 35 Millionen "verkauften" iPhones in 3 Monaten komme ich auf einen Schnitt von ~4.5 verkauften iPhones pro Sekunde! Und ebenso viele müssen ja auch produziert werden...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Natel Profi am 28.04.2012 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    iPhone das mas der dinge.

    Ist absolut richtig. Solange die Dinger funktionieren. Appel hat nun einmal gezeigt wo der Hammer hängt, klar mit Startschwierigkeiten so 2G oder 3G. Wir sind die Gewinner der Handyherseller die sich genseitig anspornen das Maximum ruszuholen um uns von der Technik zu begeistern. Und Bitte wir wollen begeistert werden und nicht belabert also endscheiden sowiso schlussendlich wir Konsumenten was sich auf dem Markt etablieren wird. Und Sorry ist doch egal was draufsteht, hauptsache ist das es mit meinen Wünschen aufgeht.

  • zoi baumann am 27.04.2012 23:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder

    in Afrika sterben jede Sekunde viele Kinder. und Ihr streitet über etwas das morgen sowieso nicht mehr inn ist. Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.

  • Alex Ramseyer am 25.04.2012 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    In & out

    Irgendwie gewöhnt man sich an dieses iPhone und dann ist es vor allem teuer statt cool. Ausserdem hat es jeder. Zeit für neues! Mir gefällt das Lumina900 wirklich sehr gut. Schauts mal an!

  • cupra89 am 25.04.2012 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Istagnation

    Was mir immer wieder Auffällt, in den letzen 1-2 Jahren hat sich auch die "ältere" Generation, Jahrgang 50-70 gerne mal ein Iphone gekauft. Dazu zähle ich auch meine Eltern, doch die werden sich so schnell kein Neues Iphone kaufen sondern es benützen bis es in seine Bestandteile zerfällt, was bei guter Pflege sicher doppelt bis fünffach so lange geht wie bei einem typischen apple-opfer, welcher vor dem Shop übernachtet um sich das neuste Iphone zu kaufen. Ich habe selber auch ein Iphone, aber die Leute welche sicher Jährlich das neue Modell kaufen übertreiben einfach masslos.

  • Paul Schmied am 25.04.2012 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Er hat nicht unrecht

    Ich habe kein iPhone, ich muss aber sagen, dass er nicht unrecht hat. Viele Leute wechseln von einem stanard Mobiltelfon zu einem iPhone. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Apple den Leuten einfach sehr gut erklährt, was man damit machen kann. Ich meine an den Keynotes hat Jobs oft die grundlegendsten Anwendungen (Google Maps, Email usw.) gezeigt und viele Leute wussten gar nicht, dass man sowas auf einem Smartphone kann. Das ist auch der Grund weshalb sich Smartphones vor dem iPhone nur unter Fachleuten und Nerds etabliert hatten, die 0815-Konsumenten hatten davon einfach keinen Schimmer.