Produktionsstopp

25. Mai 2011 10:45; Akt: 25.05.2011 12:59 Print

Foxconn schliesst nach Explosion Werke in China

Nach dem tödlichen Unglück in einer Foxconn-Fabrik untersuchen die Behörden den Vorfall. Unterdessen gilt für alle Werke mit Polier-Arbeiten ein Produktionsstopp - betroffen ist auch das iPad.

storybild

Am Freitag ereignete sich eine Explosion in einer Foxconn-Fabrik in China. Drei Menschen starben, 15 weitere wurden verletzt. (Bild: Keystone/AP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach der tödlichen Explosion in einem chinesischen Werk hat der Apple-Zulieferer Foxconn alle Standorte mit vergleichbarer Produktion geschlossen. Betroffen seien alle Fabriken, die Elektronik-Bauteile oder fertige Produkte polieren, teilte Foxconn mit. Justiz und Regierungsbehörden untersuchten derzeit die Ursache für das Unglück. Bis ein Ergebnis feststehe, werde auch die Arbeit an den anderen Standorten ruhen.

Lieferengpass beim iPad 2 befürchtet

Zu den Folgen der Explosion für den iPad-Hersteller Apple liegen bislang widersprüchliche Aussagen vor. Laut der Nachrichtenagentur APA wurde in der Fabrik in Chengdu, die von der Explosion betroffen war, das iPad 2 zusammengebaut. Laut Foxconn werden die meisten iPads allerdings in der Stadt Shenzhen fabriziert. Der Konzern versichert daher, dass die iPad-Produktion nicht beeinflusst werde.

Das Marktforschungsunternehmen iHS iSuppli geht indes davon aus, dass diese zuversichtliche Prognose nur zutrifft, wenn die Untersuchungen rasch abgeschlossen sind und die Produktion in allen Fabriken wieder aufgenommen werden kann. Sollte es längere Verzögerungen geben, rechnet iHS iSuppli mit einem Ausfall von mindestens 500 000 iPad-2-Geräten. Dies entspricht der Produktionskapazität in Chengdu in einem Monat. Längerfristige Lieferengpässe als Folge der Explosion seien indes nicht zu erwarten, da es mehr als zehn Foxconn-Fabriken in Chengdu gebe.

Ursache der Explosion unklar

Der Unfall in der Stadt Chengdu im Südwesten Chinas Ende vergangener Woche wurde offenbar durch eine «Explosion brennbaren Staubes in einer Leitung» verursacht. Zu diesem Ergebnis seien die örtlichen Behörden nach vorläufigen Ermittlungen gekommen, heisst es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Bereits am Samstag hatte ein Sprecher der Behörden erklärt, es gebe keine Hinweise darauf, dass die Explosion am Freitag vorsätzlich ausgelöst worden sei. Bei dem Unfall waren drei Arbeiter getötet und 15 weitere verletzt worden.

Foxconn ist einer der weltweit wichtigsten Elektronikzulieferer. Das in Taiwan ansässige Unternehmen stellt unter anderem iPads und iPhones für Apple her, beliefert aber auch andere Unternehmen wie Sony und Hewlett-Packard. In den vergangenen Jahren war Foxconn immer wieder wegen der Arbeitsbedingungen in einigen Werken sowie wegen einer Serie von Suiziden von Mitarbeitern in die Kritik geraten.

(owi/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcel Asymetrisch am 25.05.2011 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    3 Tote und alle sorgen sich um das IPAD...

  • Marc J. am 25.05.2011 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    krasse Prioritäten

    Da gab es eine tödliche Explosion, wo Menschen gestorben sind und der Westen macht sich Sorgen, dass die Konsumenten kein iPad kaufen können. Schon krass wo die Prioritäten gesetzt werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc J. am 25.05.2011 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    krasse Prioritäten

    Da gab es eine tödliche Explosion, wo Menschen gestorben sind und der Westen macht sich Sorgen, dass die Konsumenten kein iPad kaufen können. Schon krass wo die Prioritäten gesetzt werden.

  • Marcel Asymetrisch am 25.05.2011 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    3 Tote und alle sorgen sich um das IPAD...