5S und 5C

10. September 2013 21:30; Akt: 11.09.2013 10:40 Print

Apple enthüllt iPhones im Doppelpack

Mit zwei neuen iPhones läuten die Kalifornier einen heissen Herbst ein. Das Flaggschiff wartet mit Fingerabdruck-Scanner auf, doch die Schweizer Kunden müssen sich gedulden.

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Im Apple-Hauptquartier Cupertino präsentierte CEO Tim Cook die neuen iPhones. Allen voran das neue iPhone 5S. Äusserlich hat sich nicht viel getan, dafür im Innern. Das 5S besitzt eine 64-Bit-Architektur, wie man sie von Desktop-PC's kennt. Neben einer Silbernen- und einer Graphitschwarzen-Version gibt es nun ein goldenes Modell mit extra Bling. Durch OpenGL ES 3.0 zaubert das Spiel «Infinity Blade 3» spitzengrafik auf das 4-Zoll-Display. Der eingebaute Fingerabdruck-Scanner Touch ID soll für mehr Sicherheit sorgen. Der Finger-Scanner ist in den Homebutton integriert und wird von einem kratzfesten Saphirglas geschützt. In Zukunft genügt es, den Daumen auf den Knopf zu halten, um das iPhone 5S freizuschalten. Für bessere Fotos sorgt zukünftig ein Doppelblitz sowie eine 2.2-Blende. Sag niemals nie. Im günstigeren Segment präsentierte Apple das iPhone 5C. Trotz früheren Aussagen, nie ein Budget-Handy herauszubringen. Das 5C kommt in fünf Farben daher: Grasgrün, Gelb, Weiss, Rot und Türkisblau. Statt Aluminium-Body gibts dieses Mal Plastik. Etwas wofür bisher Samsung bekannt war. Die technischen Spezifikationen: 4-Zoll-Retina-Display, A6-Chip (wie im iPhone 5), 8-Megapixel-Kamera, LTE mit mehr Frequenzen als jedes andere Smartphone. Preis: $99 für das Modell mit 16 GB Speicherplatz, $199 für 32 GB. (US-Preise gelten bei Abschluss eines 2-Jahres-Vertrages) Apple-Vizepräsident für Software Engineering Craig Federighi stellt nochmals die Highlights von iOS 7 vor. Gleich fünf Apple-Apps gibt es mit neuen iOS-Geräten gratis, und zwar iPhoto, iMovie sowie die Office-Apps Pages, Numbers und Keynote. Die Gallerie gruppiert neu Photos automatisch in Momente und ähnliche Sammlungen. Das neue iOS 7 war bereits seit längerem für Entwickler zugänglich. Das Design wurde heftig diskutiert. In neun Ländern erscheint das iPhone 5S und das iPhone 5C am 20. September. Ein konkreter Termin für die Schweiz steht nicht fest. Sicher ist, dass 100 Länder im Dezember mit den neuen Geräten beliefert werden.

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Die Gerüchte haben sich bewahrheitet - Apple bringt erstmals gleichzeitig zwei iPhones heraus: das Premium-Gerät 5S sowie das Budget-Modell 5C.

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Ärgerlich aus Schweizer Sicht: Apple nannte bei der Präsentation keinen konkreten Verkaufsstart, es hiess lediglich, spätestens bis Ende Jahr seien die neuen iPhones in 100 Ländern verfügbar, darunter auch die Schweiz. Deutlich früher zum Zug kommen Kunden in den USA, China, Japan, Frankreich, Deutschland und weiteren ausgewählten Ländern: Dort werden das 5S und 5C ab dem 20. September erhältlich sein. Die Chancen stehen aber gut, dass die Schweiz wenige Wochen später ebenfalls berücksichtigt wird. Die Preise werden erst zum Verkaufsstart bekanntgegeben. Einen guten Anhaltspunkt liefern die US-Preise (siehe unten).

Die neue Version des mobilen Betriebssystems (iOS 7) ist ab dem 18. September als Gratisdownload für bisherige Nutzer verfügbar.

Das neue Flaggschiff der Kalifornier ist das iPhone 5S. Es handelt sich um das grösste S-Upgrade der iPhone-Geschichte, wobei das S dieses Mal für Sicherheit steht. In den Homebutton ist ein Fingerabdruck-Scanner namens Touch ID integriert, der die Code-Sperre, respektive das Eintippen von Passwörtern, überflüssig macht. Um sich als rechtmässiger Nutzer zu identifizieren, genügt es, den Daumen auf den silbrig umrandeten Knopf zu halten. Der Sensor wird durch kratzfestes Saphirglas geschützt.

Nur auf dem Gerät gespeichert

Ganz wichtig im Zeitalter der NSA-Schnüffler: Laut Apple werden die biometrischen Daten verschlüsselt auf dem Gerät gespeichert – und nicht auf die Apple-Server hochgeladen. Die Funktion sei tief ins System integriert und nicht für Apps verfügbar.

Noch ist der Fingerabdruck-Scanner lediglich eine optionale Funktion, um das Gerät bequem und sicher freizuschalten und um Einkäufe im App Store zu tätigen. Mit den zukünftigen iOS-Updates dürfte Apple die Funktionalität erweitern. Das lästige Eintippen von Passwörtern, ob auf Websiten oder bei anderen Diensten/Apps, könnte ganz entfallen. Und in nicht allzu ferner Zukunft könnte das iPhone zum mobilen bargeldlosen Bezahlen verwendet werden.

Aber auch das Betreiben von mehreren Nutzer-Profilen auf einem Gerät (iPhone, iPad) würde erleichtert. Schliesslich wird das iPhone dank Touch ID auch für Unternehmen interessanter, die Geräte speziell absichern wollen.

Schneller und sparsamer

Das iPhone 5S ist das erste Smartphone der Welt, dessen Rechnerkern auf einer 64-Bit-Architektur basiert, wie man sie bislang nur von Desktop-Rechnern kannte. Der von Apple-Ingenieuren entworfene A7-Prozessor arbeitet angeblich rund doppelt so schnell als der Vorgänger und auch die Grafikleistung verdoppelt sich, was insbesondere Gamer freuen dürfte. Die gesteigerte Leistung soll sich aber nicht negativ auf die Akkulaufzeit auswirken. Laut Ankündigung hält das 5S im Stand-by-Betrieb 250 Stunden mit einer Batterieladung. Beim 3G-Telefonieren 10 Stunden, wie auch beim LTE-Surfen.

Neben dem Hauptprozessor sorgt ein Zusatzprozessor namens M7 für die kontinuierliche Auswertung von Bewegungsdaten; ob der Nutzer gerade springt, spaziert oder stehenbleibt. Das soll eine neue Generation von Fitness-Apps ermöglichen, die stromsparend arbeiten.

Burst-Modus und Superzeitlupe

Aufgemotzt wird auch die für iPhone-Knipser wichtige Kamera auf der Rückseite. Dank neuer Linse mit grösserer Blende und Doppel-LED-Blitz sollen sich auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen gute Fotos schiessen lassen. Das iPhone stellt automatisch den Weissabgleich und die Farbbalance ein und verspricht Aufnahmen mit besserem Licht und Schatten. Dabei soll auch der neue Blitz helfen: True-Tone-Flash, der auf zwei LEDs zurückgreift. Die Hauptkamera bietet neu auch einen Slow-Motion-Modus - den man von der Konkurrenz schon kennt, der hochauflösende Videos (1080p) in Superzeitlupe ermöglicht.

Äusserlich entspricht das 5S dem im September 2012 lancierten iPhone 5, mit Ausnahme der silbernen Umrandung des Homebuttons und dem Doppel-Blitz. Das Unibody-Gehäuse aus eloxiertem Aluminium gibt es in «Space Grey» Schwarz/Grau, Silber und Gold (Champagner-Farbe).

Das Topmodell mit 64 Gigabyte (GB) Speicherplatz kostet in den USA 849 Dollar. Daneben werden Modelle mit 32 GB (749 Dollar) und 16 GB (649 Dollar) angeboten.

Das Budget-Modell

Daneben kommt mit dem iPhone 5C ein günstigeres Modell mit robustem Kunststoffgehäuse auf den Markt, erhältlich in fünf teils knallbunten Farben (Grün, Pink, Blau, Weiss und Gelb). US-Kunden bezahlen für das 32-GB-Modell 649 Dollar (ohne Abo), das 16-GB-Modell kostet 549 Dollar.

Die technischen Spezifikationen entsprechen denjenigen des iPhone 5. Das 5C ist nicht das erste iPhone mit Kunststoffgehäuse, dies gab es schon bei den Modellen 3G sowie 3GS.

Apple hat mit dem bunten Budget-Modell die vielversprechenden Wachstumsmärkte wie China und Indien im Visier. Und in den traditionellen Märkten will man bei den preisbewussten Kunden punkten. Das iPhone 5 verschwindet aus dem Sortiment, dafür wird weiterhin ein iPhone 4S mit 8 GB angeboten.

Ob die Rechnung aufgeht, werden die Wochen nach dem Verkaufsstart zeigen. Laut Prognosen von Analysten könnten allein in den ersten zehn Tagen 10 Millionen iPhones über die Ladentheke gehen.

Eine grosse Herausforderung dürfte erneut der Nachschub sein. Nach dem letztjährigen Verkaufsstart des iPhone 5 kam es zu Lieferengpässen. Die Nachfrage wird dieses Jahr durch bestehende Kunden angekurbelt, die ihr 2-Jahres-Handyabo erneuern und ihr iPhone 4 oder 4S ersetzen wollen.

Buntes System

Auf beiden neuen iPhones wird iOS 7 vorinstalliert sein. Die Benutzeroberfläche des neuen mobilen Betriebssystems ist komplett überarbeitet worden, das Design ist farbiger und schlanker. Die von Apple entwickelten Standard-Apps wirken abgespeckt und weniger verschnörkelt. Zu den wichtigsten neuen Funktionen gehört das Kontrollzentrum, das den schnellen Zugriff auf zentrale System-Einstellungen ermöglicht und auch eine LED-Taschenlampe bietet. Neu ist auch ein Passwort-Manager integriert. Das kostenlose Internet-Radio iTunes Radio ist vorläufig nicht in der Schweiz verfügbar.

Apple stellt iOS 7 ab dem 18. September als kostenlose Software-Aktualisierung zur Verfügung. Das Update kann via Internet-Verbindung auf dem iPhone 4, 4S und 5 sowie dem iPod touch der fünften Generation installiert werden.

(Quelle: Youtube/anandshimpi)

(dsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • D.G. am 10.09.2013 21:40 Report Diesen Beitrag melden

    Buntes Plastik statt edles Metall?

    Ab sofort kaufe ich nie wieder Apple. Ab nach HTC.

    einklappen einklappen
  • A.M. am 11.09.2013 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Apple-Android

    Also wenn ich mir die Vorschaubilder des neuen tollen bunten iOS 7 anschaue,dann erinnert mich die Aufmachung doch sehr an android. Schön ist anders und wirklich elegant wirkt es auch nicht,sondern eher kitschig und fast schon etwas billig in meinen Augen. Von der bisher bei Apple und von Jobs propagierten Symbiose von Design, Funktionalität und einfacher Bedienung ist nicht mehr viel übrig. Schade eigentlich.

  • M.S am 10.09.2013 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Top!

    Cool! Freude herrscht! :) Danke für die aufschlussreiche Zusammenfassung!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andreas am 12.09.2013 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Verkauf

    Endlich kann ich mein Samsung S4 verkaufen, war total enttäuscht trotz all der guten Hardware, wenn die Software nicht gut funktioniert

  • D. Burkhalter am 12.09.2013 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Fingerabdrücke

    Soso und wie bitteschön soll der Apple-Store erkennen, welcher Fingerabdruck, wem gehört? Vielleicht durch eine hinterlegte Fingerabdruck, welches sowohl lokal als auch im Apple-Store gespeichert wird? Apple soll lieber ehrlich sein, statt seine Kunden anzulügen.

  • A.M. am 11.09.2013 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Apple-Android

    Also wenn ich mir die Vorschaubilder des neuen tollen bunten iOS 7 anschaue,dann erinnert mich die Aufmachung doch sehr an android. Schön ist anders und wirklich elegant wirkt es auch nicht,sondern eher kitschig und fast schon etwas billig in meinen Augen. Von der bisher bei Apple und von Jobs propagierten Symbiose von Design, Funktionalität und einfacher Bedienung ist nicht mehr viel übrig. Schade eigentlich.

  • P.S am 11.09.2013 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flop

    Das 5S wird ein Flop.

  • asdf am 11.09.2013 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lachflash

    Jemand hat es wiedermal nötig, seine eigenen Kommentare zu kommentieren. Was für ein armer Tropf ^^