Neue Gratis-Apps

20. Januar 2012 10:17; Akt: 29.01.2012 13:07 Print

Apple erfindet das Schulbuch neuApple erfindet das Schulbuch neu

Interaktive Grafiken und Videos statt trockener Bücher: Apple will mit multimedialen Lerninhalten für das iPad die Schulzimmer erobern. Ein Schweizer Bildungsexperte nimmt Stellung.

Mit einer Pressekonferenz in New York läutete Apple eine neue Offensive im Bildungsmarkt ein. Das Video gibt einen ersten Eindruck von der neuen Gratis-App iBooks 2. (Quelle: youtube.com/TheVerge
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Apple will mit seinem Tablet-Computer iPad den US-Schulbuchmarkt erobern. Der Technologiekonzern stellte am Donnerstag in New York eine neue Version seines kostenlosen Programms «iBooks» vor. Mit der App sollen Schüler und Studenten Lehrbücher auf ihr iPad laden.

Die Bildung sei tief in der «DNA von Apple» verankert, sagte Marketingchef Philip Schiller bei der Präsentation im Guggenheim Museum. Mit «iBooks 2» biete Apple Schülern und Studenten die Möglichkeit, «dynamischer, fesselnder und wirklich interaktiv zu lesen und zu lernen».

E-Books einfach erstellen

Mit der iBooks-2-App können elektronische Bücher, sogenannte E-Books, gekauft werden, die auch interaktive Animationen, Graphiken, Fotos und Videos abspielen können. Ausserdem sollen Nutzer in den digitalen Lehrbüchern leicht Markierungen und Notizen machen, Definitionen abrufen und im Text suchen können.

Mit dem kostenlosen Programm «iBooks Author» können Apple-Nutzer zudem eigene E-Books zusammenstellen und sie im Internet-Buchladen iBookstore anbieten. Allerdings stossen die rigiden Bestimmungen, die im Endbenutzer-Lizenzvertrag (EULA) festgelegt sind, auf Kritik. Die Software steht für Mac OS X zur Verfügung. Sie kann - wie iBooks 2 - ab sofort aus dem App Store heruntergeladen werden.

Drohende Ungleichbehandlung

Kritiker sind skeptisch, ob sich das Lernen mit elektronischen Medien durchsetzt. Schulbücher werden in der Regel von den Schulen zur Verfügung gestellt und halten durchschnittlich fünf Jahre. Ein iPad kostet in den USA dagegen mindestens 499 Dollar.

Der Marketingprofessor und ehemalige Schuldirektor Albert Greco warnte vor der Ungleichbehandlung, wenn im selben Klassenzimmer Schüler mit dem Tabletcomputer und andere mit herkömmlichen Büchern lernen würden. «Das ist eine Einladung für eine Klage vor Gericht», sagte Greco. Der Professor will Schülern das unangenehme Minderwertigkeitsgefühl ersparen, wenn ihre Eltern sie nicht mit einem iPad ausstatten können oder wollen.

Analysten zufolge ist der Marktanteil der E-Books auf dem 8 Milliarden Dollar schweren US-Lehrbuchmarkt mit nicht einmal drei Prozent noch sehr gering. Nach Angaben von Apple sind bislang 1,5 Millionen iPads in Bildungseinrichtungen im Einsatz. Um den Marktanteil zu steigern, arbeitet Apple bei der Produktion der Tablet-Lehrbücher mit US-Verlagen zusammen.

«Warm anziehen»

Die Auswirkungen der neuen Apple-Produkte auf die Schweizer Schulen und den Lehrmittelmarkt sind offen.

«Der Lehrmittelverlag muss sich wahrscheinlich bald warm anziehen!», heisst es in einer ersten Reaktion eines bloggenden Lehrers. Und in einem Kommentar darauf antwortet ein anderer Pädagoge: «Mit iBooks Author erhalten ganz gewöhnliche Lehrer wie du und ich die Möglichkeit, Aufgaben zu schreiben, welche unsere SchülerInnen mit dem Reader iBooks (nur auf dem iPad) lesen, lösen, einreichen und innerhalb ihres Kurses als erledigt abhaken können.»

Noch nichts gehört

An der Fachhochschule Nordwestschweiz wird Apples Bildungsoffensive in den USA mit Interesse verfolgt. Hierzulande gebe es keinen vergleichbaren Vorstoss, sagt Andy Schär von der Pädagogischen Hochschule FHNW. «Wir haben noch nichts gehört von Apple.» Der Einsatz von offiziellen Schweizer Lehrmitteln auf dem iPad oder Tablet-PC müsse kommen, brauche aber noch Zeit, ist der Leiter der Beratungsstelle für digitale Medien in Schule und Unterricht überzeugt.

Zwar gab und gibt es verschiedene Projekte mit Tablet-Computern an Schweizer Schulen und sogar Kindergärten. Die Initiative ging jeweils von den Schulgemeinden und übergeordneten Bildungseinrichtungen aus.

(dsc/sda)

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  • Martin Kurz am 23.01.2012 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Die schöne Zukunft

    Na bin ich froh, dass hier alle kritisch sind. Oh ja, super, Apple ist sooo lieb und so genial... Ich hab ja nichts dagegen, dass man vielleicht nur noch ein Tablet/Laptop (ja, die touchtastatur ist nicht zum schnellen Tippen von Notizen geeignet) rumzuschleppen braucht, ABER: -1 Vertriebsweg -1 Hersteller auf dessen Geräten es läuft -1 Zensor (Apple) entscheided was publiziert werden darf Ein schönes Monopol. Genau wie Microsoft in den 90er Jahren. Nur werden damit schon Kinder von 6 Jahren auf schöne farbige Apple Geräte getrimmt. E-Bücher und Lernen ja, aber gefälligst Platformübergreifen

    • iEglin am 23.01.2012 16:04 Report Diesen Beitrag melden

      Apple

      Ich nehme an, du hast kein iPad und hast iBook 2 nicht getestet. Man sollte für die Kinder, das Tablet nehmen, dass das lernen am besten ermöglicht. Ich habe iBook 2 getestet und muss sagen. Ich hätte es gebrauchen können wärend meiner Schulzeit! Ein iPad ist einfach, schnell, hat keine Viren und ist einheitlich. Und iBook 2 ist klar die beste Möglichkeit zum lernen und die Konkurrenz hat kein gleichwertiges Produkt. Also wiso sollten die Schüler nicht mit dem besten lernen? Weil es ein geschlossenes System ist? Diese Begründung hat sehr viel mit der Lerneffizienz zu tun!

    • Flup am 23.01.2012 17:38 Report Diesen Beitrag melden

      Stimm dir zu

      Er hat vollkommen recht. Wenn Apple bestimmen kann was unsere Kinder lernen und welche Bücher in den Shop kommen und was nicht ist das nicht gut für unsere Gesellschaft.

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  • Marc am 23.01.2012 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mehr ohne iPad

    Mache eine Weiterbildung zum Techniker (HF) Schultasche hatte durchschnittlich um die 12kg, jetzt hab ich noch das iPad und einen Schreiber dabei. Würde es nicht mehr hergeben!

  • Daniel L. am 22.01.2012 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    iPad!!!

    Also ich benutze schon seit bald einem Jahr das iPad im Gymnasium und komme super damit zurecht. Dank iBook kann ich die Bücher auf dem iPad lesen und spare damit Geld und muss das Zeugs nicht immer rumschleppen. Unser Mathebuch allein wiegt schon 1.5 kg, als pdf ist es bedeutend leichter ;-) PS: ich habe mein iPad dann nicht von den Eltern bekommen sondern selber erarbeitet!

    • Thomas M. am 23.01.2012 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Frage!

      Ich benutze das iPad auch in der Schule und hätte da noch eine Frage an dich. Es wäre nett, wenn du mir diese beantworten könntest: Wie bist du zu den Büchern auf dem iPad gekommen? Hast du jede Seite eingescannt oder konntest du die irgendwo kaufen?

    • iEglin am 23.01.2012 11:41 Report Diesen Beitrag melden

      iBook

      Einscannen? Du hast ein iPad und bist somit bei Apple! Also musst du auch nichts einscannen.. Einfach in den App Store gehen und iBook herunterladen.

    • Daniel L. am 23.01.2012 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Antwort!

      Also viele der Deutschbücher habe ich im iBook Store gefunden oder dann als Kindle Buch bei Amazon. Das Mathebuch gab es als pdf auf einer CD im Buchumschlag. Ja, und für die Blätter die wir in der Schule bekommen haben habe ich einen Handscanner und scanne die dann gerade während der Stunde ein. Das geht zwar auch bei den Büchern, ist aber schon unständlich.

    • Martin Kurz am 23.01.2012 14:23 Report Diesen Beitrag melden

      Aha, Kindle Bücher gehen aufm iPad?..

      Schön, dass man auf Apple Geräten Bücher von anderen Publishern wie Amazon betrachten kann, aber umgekehrt nicht. Way to go! Microsoft hat die Strategie in den 90ern angewendet: nimm den Standard, setze ein paar Funktionen hinzu - voila! Es läuft nur noch im Internet Explorer. Apple nimmt das öffentliche ePUB Buchformat, setzt ein paar neue Funktionen hinzu - voila! Es läuft nur noch in Apples Programm. Aber alle anderen Dinge kann man immer noch mit dem Apple Teil betrachten. Das ganze heisst Embrace, Extend, Extinguish. Apple verklagte MS deswegen. Aber wenn mans selber tut... ;)

    • Helder Gomes am 24.01.2012 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Einscannen

      Man kam pdf als email schcken vom buch mit dem iphone zugreifen und dan lange auf der taste drucken(pdf datei) dan in ibock öfnen und voila hat man sein buch oder mathebuch auf dem ibock appan muss nichts eincannen.. :)

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