Apple hebt ab

27. Dezember 2012 11:24; Akt: 27.12.2012 11:46 Print

Der neue iMac im Test

von Daniel Schurter - Er kann weder fliegen noch Brötchen backen: Und doch ist der neue iMac ein ganz besonderes «Teil», zum gewohnten Apple-Premium-Preis. Falls man das richtige Modell erwischt.

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Wie schlägt sich der neue iMac im Praxistest? Hier sind einige persönliche Eindrücke und der Blick zurück auf die Geschichte von Apples legendärem All-in-one-Computer. Apple hat 20 Minuten Online das günstigste Basismodell zur Verfügung gestellt, mit 21,5 Zoll grossem Display. Auf den ersten Blick sieht die siebte iMac-Generation aus wie der Vorgänger. Doch der Eindruck täuscht, wie diese Produktebilder zeigen. Am Rand misst der neue iMac nur 5 Millimeter, wie Apples Marketing-Chef bei der Präsentation im Oktober betonte. Der iMac mit Baujahr 2012 setzt neue Massstäbe bezüglich Design. Dank optional erhältlicher Halterung muss er auch nicht zwingend auf dem Pult platziert werden, sondern liesse sich auch an die Wand hängen. Von der Seite betrachtet, zeigt sich die Wölbung. Irgendwo müssen die «Innereien» ja untergebracht sein. Dass Apples aktueller All-in-one-Computer ohne optisches Laufwerk daherkommt, ist zu verschmerzen. Das bei früheren iMacs noch vorhandene optische Laufwerk ist dem ultraflachen Design zum Opfer gefallen. Über USB 3.0 kann leistungsfähiges und günstiges Zubehör angeschlossen werden. Natürlich ist auch die von Apple forcierte, noch schnellere Thunderbolt-Technologie an Bord. Bei den Schnittstellen hat Apple den Firewire-800-Port eingespart, dafür gibt es neben dem Netzwerk-Port (Gigabit-Ethernet) vier mal USB 3.0 sowie zwei Thunderbolt-Ports. Über letztere kann man den iMac auch als externen Monitor verwenden und beispielsweise ein Macbook Air anschliessen. Ebenfalls auf der Rückseite kann eine SD-Speicherkarte eingesteckt werden. An der Gehäuse-Unterseite sind die Lüftungsschlitze platziert. In Betrieb ist der Ventilator nicht zu hören. Und so sah der iMac früher aus. Im Bild das Modell 3G aus dem Jahr 1998, in «Bondi Blue». 2002 wurde die zweite iMac-Generation lanciert - in Form einer Ständerlampe. Steve Jobs heimste dafür Ruhm und Design-Preise ein. 2004 präsentierte ein noch sichtlich jüngerer Phil Schiller eine weitere iMac-Generation. Auch bei diesem früheren iMac-Modell aus Kunststoff ist bereits der Aluminium-Ständer vorhanden. Die jüngste Entwicklung bezüglich iMac-Evolution hat der Apple-Gründer nicht mehr miterlebt. Technische Daten und Preise zu den aktuellen Modellen sind auf der Apple-Website zu finden.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Was hat der neue iMac mit Raketen und Flugzeugen gemeinsam? Es ist das industrielle Verfahren, mit dem Metallteile quasi «verschmolzen» werden.

Laut Apple ist das Gehäuse des neuen iMac dermassen dünn, dass die Vorder- und die Rückseite nicht mit herkömmlichen Methoden zusammengeschweisst werden können. Die Ingenieure machten sich der PR-Legende nach auf die Suche und stiessen auf ein Fertigungsverfahren aus der Luftfahrtindustrie, genannt Friction Stir Welding.

Diese Technik ist auch auf Deutsch ein Zungenbrecher: Beim sogenannten Rührreibschweissen gehen die Aluminium-Moleküle unter hohem Druck und starker Reibungshitze eine neue Verbindung ein. Daraus entsteht ein scheinbar nahtloses Gehäuse, das wie aus einem Guss daherkommt und zudem besonders widerstandsfähig sein soll. Raketen-Treibstofftanks und Flugzeug-Tragflächen lassen grüssen.

Wie ein Düsenjet, aber ...

Was die Panzerung des neuen iMacs wirklich aushält, konnten wir in unserem Hardware-Test nicht ausprobieren. Optisch macht die siebte Generation des All-in-One-Computers aus dem Hause Apple auf jeden Fall ziemlich viel her.

Zwar wurde das Design der vorangegangenen iMac-Generation beibehalten. Doch der neue Bildschirm scheint förmlich in der Luft zu schweben. Der Gehäuserand ist rundherum nur noch 5 Millimeter dünn. Erst beim Blick von der Seite ist die starke Wölbung zu erkennen – irgendwo müssen Prozessor und andere unverzichtbare Innereien ja Platz finden.

Düsenjetmässig wirken die Lüftungsschlitze an der Unterseite des Bildschirms. Wer die Öffnungen mit dem Finger abtastet, bekommt scharfe Kanten zu spüren. Im Betrieb ist der iMac dafür auffallend leise, beziehungsweise überhaupt nicht zu hören.

Das Display

Nebst dem schlanken Design haben sich die Apple-Ingenieure auch beim Display mächtig ins Zeug gelegt. Die Bilddarstellung überzeugt durch kräftige Farben und einen starken Kontrast. Im Vergleich mit herkömmlichen entspiegelten Monitoren bleibt die Glasscheibe aber ein Problem. Laut Apple-Angaben sind die Reflexionen um 70 Prozent verringert worden gegenüber dem Vorgängermodell. Doch der neue iMac spiegelt noch immer, wenn auch in akzeptablem Ausmass. Empfindliche Gemüter sollten darauf achten, keine starken Lampen oder andere störende Lichtquellen im Rücken zu haben.

Die Software

Auf dem neuen iMac ist die aktuelle Version des Mac-Betriebssystems vorinstalliert. «Mountain Lion», so der Codename von OS X 10.8, hat einige knackige Funktionen zu bieten. In der Mitteilungszentrale, die am rechten Bildschirmrand eingeblendet wird, laufen alle Meldungen und Erinnerungen zusammen. Für iPhone-Besitzer ist das besonders praktisch: Dort werden auch neue Kurznachrichten automatisch eingeblendet.

Nachdem im vergangenen August alarmierende Meldungen die Runde gemacht hatten, dass der «Berglöwe» herumzicke, kann Entwarnung gegeben werden. Die Kinderkrankheiten sind behoben, das Arbeiten und Spielen am neuen iMac verläuft rund und flüssig. Dank iCloud lassen sich auch die auf mobilen Apple-Geräten gespeicherten Nutzerdaten und Inhalte bequem und einfach synchronisieren.

Was fehlt?

Apple hat 20 Minuten Online das günstigste Basismodell zur Verfügung gestellt. Also die Variante mit kleinerem Bildschirm (21,5 Zoll Diagonale), langsamerem Prozessor (Intel Core i5 mit 2,7 GHz Leistung ) und normaler Festplatte (1 Terabyte Speicherplatz). Das ist positiv, was den Stromverbrauch betrifft, rächt sich aber bezüglich Arbeitstempo.

Gegen Aufpreis sind das 21,5-Zoll-Modell wie auch der grössere Bruder mit 27-Zoll-Display mit einem sogenannten Fusion Drive erhältlich. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus schnellem Flash-Speicher und herkömmlicher Festplatte. Glaubt man den Hardware-Testern des Apple-Fachmagazins Macwelt.de, dann lohnt sich der Kauf dieser teureren Variante, weil damit alles viel schneller ablaufe. Das Fusion Drive gebe dem iMac so richtig die Sporen, heisst es. Mit normaler Festplatte hingegen wirke der neue iMac zäher und langsamer als sein Vorgänger. Ob dies der normale Nutzer tatsächlich bemerkt, sei dahingestellt. Nicht ganz befriedigend ist es in jedem Fall.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • earth child am 28.12.2012 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umwelt?

    In Ghana freuen sich schon die Kinder vor dem Feuer, um diesen Elektronik Schrott zu trennen! Neu auch mit Schweisstechnik aus der Luftfahrt...

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  • Informatiker am 27.12.2012 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel zu teuer!

    Und die Tatsache, dass die Hardware 3-5x so teuer ist wie Marktüblich wird gekonnt ignoriert? Und nein, das ist ganz normale Hardware von Dritt-Herstellern.

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  • Stefan Ypsilon am 27.12.2012 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr amüsant...

    Bei jedem Artikel über Apple, lesen? nö, runterscrollen und sich köstlich amüsieren über die Kommentare der anderen Gelangweilten, da vergleicht doch tatsächlich ein Gamer sein 1 Jähriges Gerät (wenn midi aber immer noch verdammt klobig) mit einem Designergerät das kaum ein paar millimeter dick ist? Ich vergleiche auch nicht den Lamborgini mit einem VW Bus und beschwere mich darüber, dass der Laborgini doch viel mehr kostet aber gar keinen Platz fürs Gepäck hab...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Klugscheisser am 30.12.2012 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apple vs. PC

    Ich bin immer wieder erstaunt wie das Thema Apple vs. PC die Gemüter erhitzt. Ich selber benutze seit ca. 5 Jahren iMac, iPhone, iPad und MacBook air. Um keinen Preis möchte ich wieder zurück zum PC. Benutzt man den PC eine Woche nicht wird gleich beim nächsten Start ne halbestunde mehr hinter der Kiste gesessen um all die Updates zu installieren ;-) Aber wers braucht

  • pirat am 30.12.2012 14:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    für alles bezahlen...

    ich habe sogar win7 schwarz, ohne bugs, inkl. updates. habe gehört, das nicht mal eine mp3 Datei gehört werden kann, wenn es nicht im istore gekauft wurde! das lasst ihr mit euch machen? mac comunity kann nur ja und amen sagen :-)

    • Joshua am 30.12.2012 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Aber sicher schon

      Was labersch du. Sicher kann man mp3 Dateien problemlos hören...

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  • Noob Power am 30.12.2012 00:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komsichste Hardware je

    Was nützt eine Gamer Grafikkarte, wenn man nur OpenGL unterstützung hat? Die meisten Leute benutzen Macs um Photos und Videos zu editiern, wieso keine dedizierte CUDA-Karte statt diese unterernährte Mobility Gamerkarte von Nvidia? Zudem: Was soll das mit einem i5 for Videoeditieren? AMD Vishera CPUs sind schlechte Gamer aber sind Hengste wenn es zu multithread und schwerwiegenden FPU Instruktionen kommt. Zum Teils sind sie besser als Ivy Bridge i7 bei SSE & AVX Instruktionen, kosten aber nur soviel wie günstige i5s. Ich habe das Gefühl sie benutzen Intel nur wegen dem Namen. (Typisch Apple)

  • Applefan am 29.12.2012 22:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hört auf den Schrott zu kaufen, nur so wirst besse

    Arme arme Appelianer, bin privat seit 10 Jahren Mac Jünger. Mir ist es aber verleidet, mein oler 2010 iMac 27 mit SSD .... Na ja... Als Möbelstück und DVD Spieler für meine Kids, fûr mehr reicht das nicht mehr. Ich habe schon immer cs5, capture nx, Firefox, Office auf beiden Systemen benutzt. Seit win7 und win8 ist das Mac OS eine reine Zumutung, war früher umgekehrt. Dazu immer total veraltete Hardware, jetzt sind sogar nicht mal mehr rams nachbaubar. Habe beruflich alles auf SSD und win7 umgerüstet, da tut man sich Apple Sachen nur noch an wenn gerade keine win7 Büchse daneben steht.

    • Joshua am 30.12.2012 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Doch

      Sicher kann man die ram noch aufrüsten. Zuerst mal informieren bevor man solche Märchen verbreitet!

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  • Luc am 29.12.2012 22:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pc nein, rest ja

    Apple computer sind überteuert und wie ich finde fürs arbeiten nicht gut geeignet... Apple sollte sich aus der Pc branche raushalten oder die Preise halbieren. Handys und tablets sind sehr gut aber der rest ist nichts? und für die, die sagen ich sei nur gegen apple und habe keine ahnung von der Materie. Ich bin informatiker und besitze ipad iphone und imac. aber windows ist im oc bereich einfach besser

    • Kurt am 30.12.2012 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Informatiker

      Glaube kaum das du informatiker bist, ich arbeite isp und bei uns hat niemand iphone und so weiter.

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