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Steve Jobs ist tot
06. Oktober 2011 02:06; Akt: 06.10.2011 16:04 Print
Ein Leben für den Apfel
Der charismatische Apple-Gründer wurde nur gerade 56 Jahre alt. Er hinterlässt eine Frau, vier Kinder und ein Milliarden-Imperium.
Er galt als Lichtgestalt der IT-Branche. So inszenierte sich Steve Jobs - so wollten ihn viele sehen. Der Visionär, Workaholic und gnadenlos fordernde Chef hat aus einem kleinen Garagen-Betrieb eines der erfolgreichsten Unternehmen der Welt gemacht. Am 5. Oktober 2011 ist er 56-jährig gestorben.
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Steve Jobs hat mehr als einmal die Welt verändert. In den 1970er-Jahren stand er mit den ersten Apple-Rechnern an der Wiege der PC-Revolution. Zuletzt krempelte Apple unter seiner Führung mit dem iPhone den Mobilfunk-Markt um.
Mit dem Tablet-Computer iPad stutzen Apple und Jobs gerade den Personal Computer zurecht, dem er einst selbst zum Aufstieg verholfen hatte. Zwischendurch mischte er als Besitzer des Animationsstudios Pixar im Filmgeschäft mit und beschleunigte mit dem iPod und dem Online-Laden iTunes den Wandel der Musikbranche.
Schwieriger Start
Der Sohn eines Syriers und einer US-Amerikanerin hatte keinen einfachen Start ins Leben. Nach seiner Geburt am
Das kalifornische Ehepaar Jobs adoptierte schliesslich den Jungen, gab ihm den Namen Steven Paul und holte ihn von San Francisco ins nahe gelegene Mountain View.
Studium abgebrochen - und Apple gegründet
Jobs schloss die Highschool ab und machte einen kurzen Abstecher an ein College in Portland, das er nach gerade mal einem Semester aber auch schon wieder verlies. Zurück in Kalifornien lernte er den Hewlett-Packard-Mitarbeiter Steve Wozniak kennen, den späteren Mitgründer von Apple.
Den ersten Auftrag erhielten die zwei von Atari. Laut Wikipedia hatte Wozniak das Spiel innerhalb von vier Tagen programmiert. Atari bezahlte dafür 700 US-Dollar: Zumindest soll Jobs dies gegenüber Wozniak behauptet und ihm die Hälfte des Betrages ausgehändigt haben. In Tat und Wahrheit habe das Honorar aber rund 5000 US-Dollar betragen, so Wozniak.
Am
Aus Firma gedrängt
1985 wurde der bekennende Buddhist nach einem Strategiestreit und geschäftlichen Problemen vom Apple-Aufsichtsrat entmachtet. Aus der Firma gedrängt wurde er vom ehemaligen Pepsi-Cola-Manager John Sculley, den er selbst auf den Chefposten gehievt hatte. Jobs nahm aber wichtige Ingenieure mit.
Es folgte eine schwere Zeit mit Enttäuschung und Selbstzweifeln, wie Jobs später erzählte - doch er scheint auch viele Lehren aus den negativen Erlebnissen gezogen zu haben. Der ehrgeizige Unternehmer blieb nicht lange untätig und investierte sieben Millionen Dollar seines Privatvermögens in die Gründung der Computerfirma NeXT.
1988 kam der erste NeXT-Computer auf den Mark. Ab 1993 konzentrierte sich das Unternehmen aber auf Software und kehrte dem Hardware-Geschäft den Rücken. Drei Jahre später wurde NeXT für knapp 400 Millionen US-Dollar übernommen - und zwar von Apple. Steve Jobs übernahm vorerst eine Beraterfunktion in dem inzwischen
serbelnden Unternehmen.
Jobs hatte aber auch noch ein anderes wirtschaftliches Standbein. 1985 hatte er mit einem Partner das Computerzeichentrickfilm-Studio Pixar gegründet. 2006 wurde die Filmproduktionsfirma für 7,4 Milliarden US-Dollar von der Walt Disney Company übernommen und Jobs wurde zum grössten Einzelaktionär des Medien- und Entertainment-Konzerns.
Rückkehr zu Apple
Nachdem Apple 1997 eine Milliarde US-Dollar abschreiben musste, wurde Jobs zurück ans Ruder geholt - und brachte den Kahn wieder auf Kurs. 1998 kam der iMac auf den Markt und katapultierte Apple zurück in die Gewinnzone. Es folgten unter anderem das iBook (1999), der iPod (2001), der Multimedia-Laden iTunes (2001), das MacBook (2006), das iPhone (2007 und 2010), der App Store (2008) und die iPads (2010 und 2011).
Nach seiner Rückkehr auf den Apple-Chefposten behielt Jobs die Zügel fest in der Hand, versammelte Top-Manager um sich, denen er vertraut, achtete stets auf ordentliche Gewinne und setzte seine Visionen gegen alle Zweifel durch. Dies brachte ihm zuweilen den Vorwurf ein, eigenwillig und diktatorisch zu agieren. Doch der Erfolg gab ihm Recht: Apple sitzt auf einem Geldberg von mehr als 70 Milliarden Dollar und wetteiferte zuletzt mit dem Ölmulti Exxon Mobil um den Titel des wertvollsten Unternehmens der Welt.
Gesundheitliche Probleme
Am 17. Januar 2011 teilte Apple in einer äusserst kurz gefassten Pressemitteilung mit, dass Steve Jobs kürzertreten müsse und die operative Führung des Unternehmens für unbestimmte Zeit Tim Cook überlasse.
Über die medizinischen Gründe der Auszeit wurde nichts Offizielles bekannt. Schon 2004 und 2009 hatte der als medienscheu geltende Cook den Apple-Gründer vertreten.
2004 wurde Jobs ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse entfernt - und er sorgte für massive Verunsicherung bei den Investoren, weil er die Krankheit erst nach der erfolgreichen Operation überhaupt öffentlich machte. Er bekannte später, dass ein Arzt ihm nach der Diagnose bereits empfohlen habe, seine Geschäfte zu regeln.
2009 nahm Jobs für ein halbes Jahr eine krankheitsbedingte Auszeit - erst spät wurde bekannt, dass er in dieser Zeit eine Spenderleber erhalten hatte.
Laut Jobs sorgten Stoffwechsel-Probleme dafür, dass er an Gewicht verlor.
Viel beachtete Auftritte
Dieses Jahr musste er erneut kürzertreten und wirkte bei öffentlichen Reden und auf Paparazzi-Bildern sehr dünn. Laut Jobs sorgten Stoffwechsel-Probleme dafür, dass er an Gewicht verlor. Mitte Februar 2011 veröffentlichte das US-Revolverblatt «The National Enquirer» besorgniserregende Fotos des bis auf die Knochen abgemagerten Apple-Chefs. Gerüchte machten die Runde, dass er wenige Wochen zu leben habe.
Doch der Totgesagte strafte die Boulevardmedien einmal mehr Lügen. Abgemagert, aber mit erstaunlich viel Energie, präsentierte Jobs im Frühjahr das iPad 2. Und auch an der Apple-Entwicklerkonferenz im Sommer hatte Jobs einen viel beachteten Auftritt, bei dem er unter anderem Apples Schritt in die Wolke - Stichwort iCloud - ankündigte.
Am 24. August 2011 folgte die offizielle Bestätigung, dass Jobs tatsächlich schwer krank war. Er trat mit sofortiger Wirkung als CEO von Apple zurück und wurde - wohl auch als beruhigendes Signal an die Adresse der Aktionäre - zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates gewählt.
Totgesagte leben länger
Im August 2008 vermeldete die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg versehentlich Jobs Tod. In dem ausführlichen Nachruf waren neben Redaktionsnotizen auch Kontaktdaten zu Personen wie Microsoft-Gründer Bill Gates, Weggefährte Steve Wozniak oder Oracle-Chef Larry Ellison zu finden. Diese Personen sollten bei Jobs Ableben um ein paar Worte gebeten werden. Es dauerte keine Minute, bis der Fauxpas entdeckt und die Story wieder von der Webseite genommen wurde.
1991 heiratete Steve Jobs Laurene Powell. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Ein weiteres, uneheliches Kind stammt aus einer Beziehung mit einer Journalistin. Das US-Wirtschaftsmagazin Forbes schätzte Jobs Vermögen im September 2010 auf 6,1 Milliarden US-Dollar. Wie das immense Erbe aufgeteilt wird, ist nicht bekannt.
Im November soll nun die ultimative Steve-Jobs-Biografie erscheinen. Es ist das erste von ihm autorisierte Buch, zu dessen Entstehung er bereitwillig beitrug, indem er sich ausgiebigen Interviews stellte. Der Termin der Veröffentlichung wurde erst kürzlich von März 2012 vorgezogen.
(Quelle: YouTube / ABC News )
Die zehn wichtigsten Produkte, die unter Jobs Leitung geschaffen wurden:
1. Apple I (1976): Apples erstes Produkt war ein Computer für Bastler und Ingenieure, der nur in kleiner Stückzahl herauskam. Steve Wozniak entwarf ihn, während sich Jobs um die Finanzierung und das Marketing kümmerte.
2. Apple II (1977): Anders als der Apple I war das IIer-Model nun auch für denn Massenmarkt vorgesehen und damit einer der ersten erfolgreichen Computer. Er basierte weiterhin grossteils auf den Ideen von Wozniak. Mit mehreren Upgrades wurde die Produktlinie bis 1993 fortgesetzt.
3. Lisa (1983): Jobs Besuch im Forschungszentrum von Xerox inspirierte ihn dazu, die Arbeit am ersten kommerziellen Computer mit einer grafischen Benutzeroberfläche zu beginnen. Die dabei entwickelten Icons, Fenster und der Cursor, der von einer Maus kontrolliert wird, waren die Grundlage für die heutige Bedienerführung eines Computers. Doch Lisa war zu teuer, um ein kommerzieller Erfolg zu werden.
4. Macintosh (1984): Wie Lisa hatte auch der Macintosh eine grafische Benutzeroberfläche. Er war auch billiger, schneller und wurde durch eine grosse Werbekampagne beworben. Schnell wurde klar, wie gut sich die Benutzeroberfläche für Designarbeiten eignet. «Desktop publishing» - also computergestütztes Veröffentlichen von Inhalten - mit einem Mac und einem Laserdrucker kurbelte den Verkauf an.
5. NeXT Computer (1989): Nach seinem erzwungenen Abgang bei Apple baute Jobs bei seinem neu gegründeten Unternehmen einen leistungsstarken Arbeitsplatzcomputer. Die Firma konnte diesen nie in grösser Stückzahl absetzen, doch der Computer war dennoch richtungsweisend: auf ihm wurde der erste Web-Browser geschaffen. Die übrige Software stellt immer noch die Grundlage für das Betriebssystem von Macs und iPhones dar.
6. iMac (1998): Als Jobs 1996 zu Apple zurückkam, kämpfte das Unternehmen mit einem schwindenden Computergeschäft. Der iMac kehrte diesen Trend um. Designt als Blase aus blauem Plastik, die sowohl den Monitor, als auch den Computer umschloss, war er einfach anzuschliessen. In einer Zeit, in der viele Menschen erstmals einen Computer kauften und ins Internet vorstiessen, war der iMac auch eine Art Symbol dieses neuen Zeitalters.
7. iPod (2001): Der iPod war nicht das erste digitale Musikgerät mit Speicherplatz, aber es war das erste richtig erfolgreiche. Apples Expansion in den Markt der tragbaren Unterhaltungselektronik hatte weitreichende Folgen: der Erfolg des iPod machte den Weg für den iTunes Store und das iPhone frei.
8. iTunes Store (2003): Vor der Eröffnung des iTunes Stores war der Kauf von digitaler Musik im Netz schwierig, viele Nutzer saugten illegal Inhalte aus dem Netz. Durch den iTunes Store, der Songs aller grossen Plattenfirmen auf einer Plattform zusammenführte, wurde der Prozess einfacher.
9. iPhone (2007): Das iPhone war für die Mobiltelefonie das, was der Macintosh für den Computer war. Es nutze geschickt die Möglichkeiten, die sich durch ein Smartphone bieten. Apple ist mittlerweile der kommerziell erfolgreichste Hersteller von Smartphones.
10. iPad (2010): Dutzende Firmen - darunter auch Apple - hatten schon zuvor Tablet Computer entwickelt, aber keiner von ihnen war erfolgreich. Erst das iPad schaffte den Durchbruch und erschuf so praktisch im Alleingang eine komplett neue Kategorie von Computern.
(mbu/dsc/sda/ap)
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Alle 478 Kommentare



































Wir alle sind Bill Gates so dankbar!
Steve Jobs hat definitiv mehr Arbeitsplätze geschaffen als Leute im Lift entlassen. Die Entlassungen haben übrigens zu einer Zeit stattgefunden als Apple am Abgrund stand. Das ist halt auch die unangenehme Aufgabe eines Chefs, Mitarbeiter zu entlassen. Übrigens wisst ihr wie viele Mitarbeiter Foxconn hat? > 1 Mio. Ich kann euch versichern, dass die Selbstmord-Rate in der Schweiz höher ist als bei Foxconn (11) und die Chinesen sind übrigens absolut begeistert von Apple. Übrigens das einzige, für was Bill Gates je in die Geschichte eingehen wird, ist der Fakt, dass er Apple gerettet hat.
Gates?!
Bill Gates ist (übrigens) der Gründer von Microsoft und hat wenig mit Apple am Hut, aber sonst stimme ich Ihnen voll und ganz zu!!
Ohja, Gates. Bill Gates.
@Roman H, das was Michael geschrieben hat stimmt voll und ganz, DANK Bill Gates existiert Apple noch, hat er doch damals etwa 150 Millionen USD in das morsche Unternehmen von Steve gepumpt und Apple somit vor dem Konkurs bewahrt! ;-)
gates
Nicht nur das er dies getan hatte, auch hat Gates etliches Geld für wohltätige Zwecke gespendet und war sowohl beruflich als auch menschlich eine Ikone.
Bundesliga
Ja, Bill Gates ist quasi der Uli Hoeneß der IT-Branche und Apple ist St. Pauli!
Ganz oder gar nicht
Warum hört sich das so absurd an - in der Businesswelt ist es wie im Leben. Entweder Schwanger oder nicht - es gibt nichts dazwischen. Ganz oder gar nicht. Steve wollte nur Leute die 100% dabei waren...
alles schön und gut
... aber es bleiben fürchterlichen Herstellungsbedingungen bei Foxconn & Co. Er hätte seinen Einfluss darauf ausüben können.