Applikationen

03. Mai 2010 08:42; Akt: 03.05.2010 15:04 Print

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Angestellte von Apple sollen Details zum Werbeprogramm iAd verraten haben. Es könnte teuer werden.

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Apple hat Details zum Werbeprogramm iAd verraten.

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Anfang April kündigte Apple-Boss Steve Jobs bei der Vorstellung des iPhone OS das Werbeprogramm iAd an. Nun schreibt das «Wall Street Journal» (WSJ) unter Berufung auf Unternehmenskreise, dass Werbetreibende Anzeigen für mindestens eine Million US-Dollar schalten müssen sollen, um dabei zu sein. Laut WSJ sind in der Branche Paketpreise von 100 000 bis 200 000 Dollar die Regel. Wer zu den ersten Teilnehmern gehören möchte, soll zusätzlich bis zehn Millionen Dollar auf den Tisch legen müssen.

Für die Einblendung eines Banners in einer App sollen die werbenden Unternehmen einen Cent zahlen müssen. Falls ein User darauf klickt, füllt die Werbung das ganze Display aus und präsentiert beispielsweise weitere Daten zum Produkt oder Mini-Games. Für jeden Klick will Apple vom Werbekunden zwei Dollar erhalten. 40 Prozent vom ganzen Umsatz behält der Apfel-Konzern, der Rest geht an den jeweiligen Entwickler. Letzteres bestätigte eine Apple-Sprecherin gegenüber dem Blatt. Zu allen anderen Details lehnte sie einen Kommentar ab.

Nach eigenen Angaben hat Apple bislang allein 85 Millionen iPhones und iPod-touch-Geräte verkauft. Deren Besitzer sollen durchschnittlich etwa 30 Minuten täglich mit Applikationen verbringen, von denen es mittlerweile über 185 000 im App Store gibt. Heute gab das Unternehmen bekannt, dass es am vergangenen Freitag, 28 Tage nach dem Marktstart, das einmillionste iPad verkauft hat. Kunden haben bislang über zwölf Millionen Apps und über 1,5 Millionen eBooks aus dem neuen iBookstore heruntergeladen. Beim ersten iPhone hatte Apple die Millionenmarke nach 74 Tagen geknackt.

Kontrolle aus der Hand geben

In den ersten Monaten will Apple die Werbung für iAd selbst produzieren. Sie soll von Beginn an durch einen strengen Aufnahmeprozess gehen, wie man ihn vom App Store kennt. Das weckt den Widerspruch der Kreativen: «Ich kann verstehen, dass es ihr Baby ist und dass es grossartig aussehen muss, aber als Art Director fühle ich mich nicht gut dabei, die Kontrolle aus der Hand zu geben», sagte Lars Bastholm, Chief Digital Creative Officer bei Ogilvy, dem «Wall Street Journal».

Eventuell wird Apple auf der Worldwide Developers Conference (WWDC) mehr verraten. Sie findet in diesem Jahr vom 7. bis 11. Juni im Moscone West Center in San Francisco statt. In den vergangenen Jahren präsentierte Apple auf dem Entwicklertreffen auch neue iPhones. Ob das in diesem Jahr auch so sein wird – dazu schweigt das Unternehmen wie üblich.

(hst)