Neues Material

08. November 2011 22:46; Akt: 09.11.2011 09:46 Print

Jobs-Streifen bereits nächste Woche im KinoJobs-Streifen bereits nächste Woche im Kino

Ein verschollen geglaubtes TV-Interview mit Steve Jobs sorgt in den USA für Furore. Schon in acht Tagen soll es im Kino gezeigt werden. Ausserdem hat sich Mark Zuckerberg zu Jobs geäussert.

Bildstrecke im Grossformat »
Das Steve-Jobs-Buch bietet unerwartet tiefe Einblicke in das bewegte Leben und Schaffen des am 5. Oktober verstorbenen Apple-Gründers. Der renommierte US-Autor Walter Isaacson berichtet detailversessen und schonungslos - wie es sich Jobs gewünscht hatte. 20 Minuten Online präsentiert einige skurrile Ereignisse und lustige Episoden ... Den ersten Computer-Terminal sah Jobs als Bub bei einem Besuch bei der Nasa. Sein Vater nahm ihn in ein Forschungszentrum der US-Weltraumbehörde mit, das ganz in der Nähe ihres Wohnortes in Kalifornien lag. Er habe sich richtiggehend in diesen Computer verliebt, erinnerte sich Jobs später. In seinen Jugendjahren konsumierte Jobs exzessiv Drogen. Er selbst beschreibt diese Experimentierphase als «eine der tiefgreifendsten Erfahrungen», die er je gemacht habe. Im Alter von 15 Jahren rauchte er Marihuana, später folgten LSD und andere Substanzen, um das Bewusstsein zu erweitern. Seine Eltern bezahlten Steve auf sein Drängen hin ein teures College. Doch der junge Mann brach die Schule ab und fand beim Computerhersteller Atari einen 5-Dollar-pro-Stunde-Job. Weil sich die anderen Arbeiter über Jobs' mangelnde Körperhygiene beklagten, wurde er schliesslich in die Nachtschicht versetzt. Als junger Bursche machte Jobs einen siebenmonatigen spirituellen Trip nach Indien, wo er sich eine Glatze rasieren liess. Sein Aussehen änderte so radikal, dass ihn seine Eltern bei der Heimkehr am Flughafen nicht erkannten. Später bekannte er sich zum ZEN-Buddhismus. Das Bild zeigt ihn Jahrzehnte später als Apple-CEO. Nachdem Apple vom Garagen-Startup zu einer richtigen Firma heranwuchs, war es an der Zeit, jedem Angestellten einen Firmenausweis auszustellen. Mitgründer Steve Wozniak (Bild, 2011) erhielt vom ersten Apple-Präsidenten den Ausweis Nr. 1, Jobs die Nr. 2, was ihn sehr erzürnte. Schliesslich fand man einen Kompromiss und Jobs wurde ein Apple-Badge mit der Nummer 0 ausgestellt. Lange bevor der Apple II veröffentlicht wurde, baute Wozniak die «Blue Box». Mit dem Gerät konnte man heimlich Gratis-Ferngespräche führen. Die beiden Witzbolde Wozniak und Jobs nutzten die Blue Box, um den Vatikan anzurufen. Wozniak gab sich als US-Politiker aus und verlangte, den Papst zu sprechen - was nicht gelang. Die Apple-Gründer prüften auch Firmennamen wie Matrix, Executek oder Personal Computers Inc. Der Firmenname Apple wurde schliesslich von Jobs vorgeschlagen. Er machte gerade eine Fruchtdiät und half auf einer Apfel-Farm aus. «Apple klang lustig, spirituell und nicht einschüchternd.» Ausserdem würde man so im Telefonbuch vor Atari (einem damaligen Konkurrenten) stehen. Vom Apple-Logo gab es zwei Entwürfe: Jobs entschied sich für die Variante mit dem herausgebissenen Stück, weil der ganze Apfel einer Kirsche zu ähnlich gesehen hätte. In Apples frühen Jahren wählte Jobs persönlich die neuen Angestellten aus. Er suchte begabte und gleichzeitig rebellische Leute. Beim Bewerbungsgespräch stellte Jobs Fragen wie «Sind Sie noch Jungfrau?» oder «Wie viel mal haben Sie schon LSD genommen?». Das Bild stammt aus dem Jahr 2002, als sich der Apple-Gründer längst nicht mehr um Bewerbungen kümmern musste. Der Singer-Songwriter Bob Dylan und die Folksängerin Joan Baez waren wichtige Personen im Leben des Apple-Gründers. Mit Baez hatte Jobs im Alter von 27 Jahren eine Liebesbeziehung, sie war damals 41. Dylan galt Jobs als Vorbild, er verehrte das künstlerische Schaffen des Musikers, das sich mehrmals wandelte. 1984 wurde Jobs bei San Francisco von der Polizei angehalten, weil er viel zu schnell fuhr. Der Beamte warnte ihn, dass er beim nächsten Tempoexzess ins Gefängnis müsse. Doch der übelgelaunte und ungeduldigte Jobs wollte nicht hören und forderte den Polizisten auf, er solle ihm nur schnell die Busse ausstellen. Als der Cop ausser Sichtweite war, trat Jobs erneut heftig aufs Gaspedal. Digitale Animationsfilme waren ursprünglich nur Mittel zum Zweck, als Jobs die Firma Pixar für 5 Millionen Dollar von George Lucas kaufte. Die am Computer hergestellten Kurzfilme sollten vor allem Werbung für die verwendete Hard- und Software machen. Später wurde aus Kinofilmen wie «Finding Nemo» ein Bombengeschäft. Steve Jobs erhielt als erste aussenstehende Person eine Kopie des noch unveröffentlichten U2-Albums «How to Dismantle an Atomic Bomb». Leadsänger Bono wollte unbedingt in einem iPod-Werbespot auftreten, zudem sollte Apple einen schwarzen MP3-Player herausbringen. Jobs lehnte zunächst ab, weil diese Farbe nicht funktioniere. Kurze Zeit später lenkte der Apple-Chef doch noch ein. Links im Bild ist Jobs Frau Powell Jones zu sehen, die er 1991 heiratete. Im Garten ihres Hauses in Palo Alto pflanzte sie Sonnenblumen - die dem Chef-Designer Jonathan Ive als Inspiration für den iMac (mit rundem Fuss und Ständer) dienten. Bevor Apple 2007 das erste iPhone auf den Markt brachte, arbeiteten zwei voneinander unabhängige Entwicklerteams an verschiedenen Prototypen. Das P1-iPhone sah wie ein klassischer iPod aus und wirkte ziemlich schwerfällig. P2 verfügte über einen Touchscreen, einige Entwürfe hatten aber auch eine Tastatur. Jobs Beziehung zum gleichaltrigen Microsoft-Gründer Bill Gates war lange Zeit von Misstrauen und Faszination geprägt. Die beiden rivalisierenden Titaten seien von Geburt an unfähig gewesen, sich gegenseitig Respekt zu zollen, schreibt Isaacson. Erst spät, wenige Monate vor Jobs' Tod, fanden sie den Draht zueinander. Das hielt Jobs nicht davon ab, im Schlusskapitel noch einmal richtig über Microsoft und Gates herzuziehen. Vielleicht wäre das iPad nie geboren worden, wenn nicht ein Microsoft-Angestellter das Maul zu weit aufgerissen hätte. Bei einem privaten Fest sprach der Mann zum wiederholten Male über ein Tablet, mit dem Microsoft die Welt verändern werde. Jobs ärgerte sich masslos und beschloss, ein besseres Produkt - ohne Schreibstift - entwickeln zu lassen. «Fuck it, let's show him what a tablet can really be.» Von Barack Obama hielt Jobs nicht viel. Der US-Präsident könne sich nicht durchsetzen, weil er davor zurückschrecke, Leute zu beleidigen oder ihnen auf den Schlips zu treten. Als Jobs' Frau ein Treffen mit Obama einfädelte, wollte der Apple-Chef zunächst nicht. Erst nach längerem Zureden lenkte er ein. Dann versuchte er, Obama zu belehren, was in der US-Wirtschaft schief laufe. 2009 musste Jobs wegen der Lebertransplantation eine längere Auszeit nehmen. Im Spital verweigerte er zunächst die medizinische Maske, die er tragen sollte: Ihm gefiel das Design der Maske nicht. Kaum fähig zu sprechen, verlangte er von den Ärzten, sie sollten ihm fünf verschiedene Masken-Typen zeigen, um dann die passendste auswählen zu können.

Der Autor Walter Isaacson schrieb eine Biografie über Steve Jobs. Sie ist ein Verkaufsrenner.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Alles, was mit Apple-Übervater Steve Jobs zu tun hat, verkauft sich bestens. Die nach seinem Tod veröffentlichte Biografie - verfasst von Walter Isaacson - ist ein Bestseller; ein CBS-Beitrag mit Auszügen aus der Biografie lockte 13 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme.

Und schon bald soll der «iGod» im Kino zu bewundern sein. Wie die «Los Angeles Times» berichtet, ist ein TV-Interview mit Jobs aufgetaucht, das als verloren galt (Ausschnitte siehe unten).

Das Gespräch wurde 1996 aufgezeichnet, mit Jobs sprach damals der Journalist Robert Cringely. Gedacht war das Ganze für die PBS-Sendung «Triumph of the Nerds: The Rise of Accidental Empires». Das ganze Interview dauerte offenbar 70 Minuten, in der Sendung wurden jedoch nur 10 Minuten gezeigt.

Die Kassette lag in einer Garage

Die Videokassette mit dem vollständigen Gespräch fand der damals für die Sendung zuständige Fernsehproduzent Paul Sen kürzlich in seiner Garage in England. Nach dem Tod des Apple-Mannes suchte Sen nach der Kassette, weil er dachte, es wäre jetzt interessant, sich das Interview anzusehen.

Sen hat das Material bereits der Kinokette Landmark angeboten. Diese will «Steve Jobs: The Lost Interview» schon am 16. und 17. November in amerikanischen Kinos zeigen. Ein Risiko ist dies keineswegs. Um die Videokassette kinotauglich zu machen, muss Landmark laut der «Los Angeles Times» lediglich 6000 Dollar in die Hand nehmen. Ganze 1051 Personen müssen demnach den Film sehen, um ihn in die Gewinnzone zu bringen. Der Streifen soll in 17 amerikanischen Städten laufen; dass die riesige Apple-Fan-Gemeinde sich dies nicht entgehen lassen wird, liegt auf der Hand.

Was Jobs Zuckerberg lehrte

Der amerikanische Fernseh-Sender PBS strahlte am Montag einen Beitrag über Facebook-Gründer Mark Zuckerberg aus. Im Interview sprach dieser auch über Steve Jobs. Jobs habe in «gecoached». Es sei etwa darum gegangen, wie man sich auf das Wesentliche konzentriert, wenn eine Firma immer grösser wird, so Zuckerberg.

Jobs habe ihm gesagt, es gehe nicht immer nur um Gewinne, sondern auch um Missionen. Jobs soll dem dem Facebook-Gründer bei einem Essen auch empfohlen haben, seine Firma nicht zu verkaufen.

Triumph of the Nerds [three of three] 1/6

(feb)