«Stoppt Ausbeutung»

24. Februar 2012 10:05; Akt: 24.02.2012 12:40 Print

Proteste vor der Apple-Zentrale

Der Apfel-Konzern sitzt auf 98 Milliarden Dollar Cash. Während die Aktionäre im Apple-Hauptsitz über das viele Geld sprachen, wurde draussen gegen die Arbeitsbedingungen in den chinesischen Fabriken demonstriert.

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Einige wenige Aktivisten demonstrierten am Donnerstag vor dem Apple-Hauptsitz in Cupertino für ethisch einwandfrei produzierte iPhones. (Bild: Keystone/Beck Diefenbach)

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Apple schliesst eine Wiedereinführung von Dividenden an seine Aktionäre offenbar nicht mehr aus. Konzernchef Tim Cook räumte am Donnerstag auf einer Aktionärsversammlung ein, dass das Unternehmen über mehr Cash-Reserven verfüge, als es benötige. Das Management und der Aufsichtsrat «denken sehr intensiv» über die Verwendung der Reserven in Höhe von 98 Milliarden Dollar nach, sagte Cook in der Firmenzentrale im kalifornischen Cupertino. Er deutete an, dass eine Entscheidung kurz bevorstehe.

Das inzwischen wertvollste Unternehmen der Welt hatte 1995 aufgrund damaliger Finanznöte die Ausschüttung von Dividenden eingestellt. Cooks Vorgänger Steve Jobs hatte eine Wiedereinführung der Zahlungen stets abgelehnt. Die jüngste Aktionärsversammlung war die erste seit Jobs' Tod am 5. Oktober vergangenen Jahres.

«Stoppt Ausbeutung»

Während des Treffens versammelten sich einige Demonstranten vor der Apple-Zentrale, um gegen die Arbeitsbedingungen in chinesischen und taiwanischen Partnerfabriken des iPhone- und iPad-Herstellers zu protestieren. Sie trugen Plakate bei sich mit Aufschriften wie «Stoppt Ausbeutung» und «Ich will ein ethisch einwandfreies Telefon». Hinter den Protesten steht offenbar die Arbeitsrechts-Organisation SumOfUs, wie US-Medien berichteten.

Klage in China abgewiesen, neue Klage in den USA

Apple kann den Verkauf des iPads in China vorerst fortsetzen, nachdem ein Gericht in Shanghai am Donnerstag die Klage eines chinesischen Unternehmens zurückgewiesen hat. Aufatmen kann Apple aber dennoch nicht.

Denn die chinesische Firma, die Apple in China die Namensrechte für das iPad streitig macht, ergreift nun auch juristische Schritte in den USA. Das Unternehmen Proview Electronics hat beim Obersten Gericht Kaliforniens eine Klage gegen Apple eingereicht, wie das «Wall Street Journal» am Freitag berichtete.

In der Klageschrift werfen die Chinesen Apple Betrug beim Kauf der iPad-Namensrechte für mehrere Länder von einer Tochterfirma vor. Die Klage wurde bereits Freitag vor einer Woche eingereicht.

Am Donnerstag hatte Apple noch einen Etappensieg in dem Streit errungen. Ein chinesisches Gericht lehnte die Forderung von Proview Shenzhen ab, den Verkauf des Tablet-Computers von Apple in China sofort zu stoppen. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, urteilte das Gericht, der Verkauf könne weitergehen, weil der Namensstreit noch nicht entschieden sei.

(dsc/dapd)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Leider gibt es kaum Alternativen: Was fehlt ist ein Label analog "Max Havelaar", das die Elektrogeräte unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wurden. – Felix H.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas Knecht am 24.02.2012 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Menschenverstand

    Mmmmm, wir motzen über überteuerte Apple Produkte, nehmen es aber hin das Grundnahrungsmittel und Wasser immer teurer werden. Das kann ich nur den Kopf schüteln. Ich meine ja nur, wir müssen diese Produkte nicht kaufen. Habe das OR - das ZGB und die Bundesverfassung überflogen und da steht nirgends dass wir pflichtig sind Apple Produkte zu kaufen. Widmen wir uns doch wichtigeren Themen, oder?

  • Roberto am 24.02.2012 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso gegen Apple?

    Wieso gegen Apple? Foxconn stellt auch für Sony und Nintendo Sachen her, aber ausgerechnet bei Apple stehen die Demonstranten. Wem die Firma nicht gefällt, lässt sie in Ruhe. Und zu den Demostranten: Wir, die Steuerzahler, müssen für euch bezahlen, da ihr ja keine Arbeit habt, ausser zu demonstrieren. Frechheit.

    • IT_Man am 24.02.2012 14:46 Report Diesen Beitrag melden

      Firmenphilosophie und Realität!

      Wieso immer gegen Apple? Weil ich persönlich kein anderes Unternehmen kenne, dessen Firmenphilosophie so stark von der Realität abweicht, aber noch immer ein so gutes Image in der Öffentlichkeit (zumindest in gewissen Kreisen z.B. bei dir!) geniesst. Apple ist keine visionärer Wohltätigkeitsverein mit grünem Daumen, sondern ein skrupelloser globaler Multimilliardenkonzern. Da gibt es keinen Platz für Wohlfahrt!

    • Mathias am 24.02.2012 16:12 Report Diesen Beitrag melden

      @IT Man

      Und Sony, HP, Micosoft und Co. sind etwa keine "skrupellosen Milliardenkonzerne"? Sicherlich ist Apple kein Wohltätigkeitsverein, aber das habe ich (als Apple-User seit 1993) auch nie behauptet! Apple überzeugt mich zumindest mit ihren Computern immer wieder aufs Neue - falls das der Firma mal nicht gelingen sollte, dann nehme ich halt was Anderes. Und wenn ich es mir recht überlege: Vor allem die langjährigen Apple-Benutzer sind meinen Erfahrungen nach um einiges pragmatischer als angenommen - davon könnten sich grade die hysterischen Apple-Basher ein ganzes Stück abschneiden!

    • Trevor am 24.02.2012 16:47 Report Diesen Beitrag melden

      @Mathias

      Sehe ich ganz genau so. Ich benutze Apple, aber wenn ich mir irgend eine elektronisches Gerät kaufe dann vergleiche ich immer was es sonst noch so gibt. Aber leider mangelt es halt an Alternativen wenn man Wert auf einfache Bedienung und Zuverlässigkeit legt, darum wirds in der Regel dann halt trotzdem Apple. Aber deshalb finde ich es noch lange nicht gut was Apple so abzieht, aber da siehts ja bei den anderen genau so schlimm aus.

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  • terry am 24.02.2012 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Schon immer schlechtes Umweltrating

    Apple hatte chronisch/seit Jahren immer schlechtestes Umweltrating. Lustig das dies erst mit dem iPhone-Grosserfolg in ein breiteres Bewusstsein kommt.

    • R.Vogel am 24.02.2012 14:57 Report Diesen Beitrag melden

      nur Nokia hat ein besseres Rating

      das war mal so - die Zeiten haben sich geändert - hier ein Greenpeace Auszug: "Das Unternehmen wird vor allem für seine Produktpalette gelobt, die als einzige vollständig frei von PVC und bromierten Flammenschutzmitteln sei. Außerdem erreiche Apple eine hohe Recyclingrate (70 Prozent gemessen am Produktionsvolumen von vor sieben Jahren)."

    • Dublin am 24.02.2012 15:02 Report Diesen Beitrag melden

      @Terry

      Dann hast du aber verpasst das Apple sich im Umweltrating in den letzten 5 Jahren massiv gesteigert hat und jetzt zu den Besten gehört

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  • Freak am 24.02.2012 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Linuxler

    Apple ist auch nicht mehr was es mal war...

    • Mathias am 24.02.2012 16:30 Report Diesen Beitrag melden

      Simmt!

      Apple ist so gut wie noch nie. Anfang der 90er hatte sich Cupertino komplett verrannt mit einem aufbeglähten und veralteten Produktportfolio. Bis auf den Classic gab es nur hässliche Kisten mit seltsamen Namen wie Performa oder Quadra; die nur deshalb Abnehmer fanden, weil wichtige DTP- und Imaging-Software wie Photoshop ausschliesslich für diese Plattform erhältlich war. Währrenddem experimentierte Steve Jobs im Exil am weit überlegenen Next Cube und legte damit den Grundstein für die heutigen Macs. Ich vermisse weder Performa und Quadra, noch das himmeltraurige PPC-Experiment.

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  • Mr. Saimen am 24.02.2012 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Für alle Apple kläger:

    Für alle die Klagen, dass man nicht nur auf Apple gehen sollte. Ja, ich geb euch recht, dass man auch auf die anderen gehen sollte, jedoch verkaufen die anderen ihre produkte nicht so überteuert, wie Apple es tut. Wenn man schon billig Produktion hat, sollte man es auch für den endkunden günstiger geben. Ich habe viele Berichte gehört, über das Nokia Lumia 800, dass angeblich überteuert ist, aber: sie stellen ihr Smartphone in Finnland her, daher hörere Produktionskosten. Aber da sind wieder alle Enduser, die klagen, dass dies zu Teuer ist....... Entscheidet EUCH was ihr wollt!

    • Dublin am 24.02.2012 15:07 Report Diesen Beitrag melden

      @Mr.Saimen

      äähm was hat der Verkaufspreis damit zu tun? Und wenn du Apple mit Konkurrenz in der gleiche Preisklasse vergleichst dann siehst du das Apple nicht wirklich teurer ist. Vergleiche mal ein Sony oder Toshiba Laptops der Premium serie mit Apple. Und ist es nicht die "Geiz ist Geil" Fraktion auf Kundenseite die auch verantwortlich ist für das ganze Problem? Die Mediamarkt möglichst billig egal wie Kunden? Abgesehen davon, das Nokia ihre Smartphones in Finnland herstellen glaubst du doch selbst nicht oder? Die kommen auch von Foxconn und änlichen Firmen.

    • Mathias am 24.02.2012 16:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Mr. Saimen

      Nokia lässt einen Grossteil seiner Produkte auch schon längst von Auftragsfertigern wie Foxconn in Fernost zusammenbauen. Es gibt aber tatsächlich Chargen, die noch aus dem finnischen Werk kommen, wobei die tatsächliche Wertschöpfung das Label "Made in Finland" nicht verdient. Echt jetzt: Wäre es Euch denn lieber, eine Milliarde Chinesen lebte in tiefster Armut und müsste wie einst unter Mao jeden Reiskorn vom Boden zusammenkratzen? Es ist wohl schwer vorzustellen, aber für die Chinesen aus dem ländlichen Raum ist selbst ein Job bei Foxconn eine klare Verbesserung der Lebenssituation!

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