Kostspielige Abos

26. Oktober 2011 12:38; Akt: 26.10.2011 14:45 Print

So viel kostet das iPhone 4S wirklichSo viel kostet das iPhone 4S wirklich

Der Vergleichsdienst comparis.ch hat die Schweizer Preise für das neue Apple-Smartphone unter die Lupe genommen. Fazit: Unter Umständen lohnt sich der Kauf direkt bei Apple.

storybild

Wenn Apple ein neues Smartphone veröffentlicht, stehen die Leute - wie hier in San Francisco - Schlange. Interessenten hierzulande sollten nebst dem Gerätepreis auch die Abokosten genau anschauen. (Bild: Keystone/AP/Eric Risberg)

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Ab Freitag ist das iPhone 4S in der Schweiz erhältlich. Comparis.ch hat kurz vor dem Verkaufsstart nach den attraktivsten Angeboten gesucht. Das Fazit des Internet-Vergleichsdiensts: Die meisten iPhone-Käufer kommen bei Sunrise am günstigsten weg. Wer zu den Vieltelefonierern gehört, besorgt sich das Gerät mit Vorteil direkt bei Apple und nutzt ein separates Handy-Angebot eines Billiganbieters.

Wenig- und Vielnutzer

In die Comparis-Berechnungen floss zum einen der Gerätepreis für die 16-Gigybyte-Version des iPhone 4S ein; zum anderen wurden Abonnementskosten sowie durchschnittliche Gebühren für Telefon, SMS und Datenübertragung berücksichtigt. Die Analyse basiert auf einer Laufzeit von zwei Jahren, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Medienmitteilung hervorgeht.

Für drei Nutzerprofile wurden die Gesamtkosten berechnet: für den Wenig-, den Durchschnitts- und den Vielnutzer. Der Vergleich mache deutlich, dass die Unterschiede zwischen den Schweizer Telekom-Anbietern «auch bei diesem Produkt sehr gross» seien, wird Telekom-Experte Ralph Beyeler zitiert. Wer das Smartphone eher wenig oder durchschnittlich nutze, fahre mit Sunrise «Flex S» beziehungsweise «Flex M» am günstigsten.

Der Durchschnittsnutzer telefoniert 120 Minuten pro Monat und verschickt 40 SMS, wie Comparis annimmt. Die Gesamtkosten für 24 Monate betragen je nach Netzbetreiber zwischen 1725 Franken und 2185 Franken. Wer das iPhone 4S bei Apple kauft und mit dem Billiganbieter «Talk Talk 10 Mobile» telefoniert, bezahlt für zwei Jahre insgesamt 1749 Franken.

Ab 1239 Franken

Bei den Wenignutzern geht Comparis von durchschnittlich 60 Minuten Gesprächszeit und 30 SMS pro Monat aus. Hier betragen die Gesamtkosten je nach Telekom-Anbieter zwischen 1239 Franken (Sunrise) und 1625 Franken (Swisscom).

Für Vielnutzer (480 Gesprächsminuten, 80 SMS pro Monat) lohne sich der Abschluss eines Abos nicht: «Heavy User» kaufen sich das neue iPhone am besten direkt bei Apple zum vollen Preis von 649 Franken und schliessen danach bei Bendock das «Talk»-Abonnement ab. Wer sich trotzdem für das Angebot eines Netzbetreibers entscheidet, bezahlt in zwei Jahren zwischen 2957 Franken (Sunrise) und 4157 Franken (Swisscom).

Swisscom am teuersten

Für das iPhone 4S ist wie schon beim iPhone 4 eine «Micro-SIM-Karte» erforderlich. Die herkömmliche (grössere) SIM-Karte passt nicht ins Gerät, sie kann aber mithilfe einer Schablone und einer Schere auf das richtige Format verkleinert werden. Entsprechende Anleitungen findet man im Internet. Das Zuschneiden erfolgt natürlich auf eigenes Risiko.

Comparis kommt zu einem klaren Verdikt: Vergleiche man das jeweils günstigste Angebot aller Netzbetreiber und jener Billiganbieter, die die Micro-SIM-Karte abgeben, so sei die Swisscom am teuersten. Demnach zahlen Besitzer des neuen iPhone beim grössten Telekom-Anbieter der Schweiz mindestens einen Viertel mehr als bei anderen Anbietern.

Wer am Freitag das iPhone 4S ergattern will, solle sich nicht vom günstigen Gerätepreis in die Irre führen lassen. «Es lohnt sich, die Tarife zu vergleichen, um daraufhin Monat für Monat Geld zu sparen», hält Telekom-Experte Beyeler fest.

Die Tabelle «Günstigstes Angebot für iPhone 4S nach Nutzungsprofil» kann im Internet kostenlos als PDF-Dokument heruntergeladen werden. Dort finden sich auch Angaben zu den Berechnungsgrundlagen.

Swisscom nimmt Stellung

20 Minuten Online hat Swisscom um eine Stellungnahme gebeten. Die Antwort kam postwendend: «Über die Zusammensetzung der verglichenen Warenkörbe und damit über die einzelnen Preise lässt sich streiten», schreibt der Swisscom-Mediensprecher. Für die Kunden spiele neben dem Preis die Netzqualität und ein guter Service eine wichtige Rolle. Da habe Swisscom die Nase vorn, wie unabhängige Tests gezeigt hätten.

Weiter weist Swisscom darauf hin, dass beim Verkaufsstart am Freitag keine Geräte in den Swisscom-Shops erhältlich seien. «Wir empfehlen den Kunden, die so rasch wie möglich ein neues iPhone haben wollen, die Vorbestellung über unsere Internetseite zu nutzen.»

Tatsächliche Materialkosten

Die Endverkaufspreise des iPhone 4S sind bekannt - im Gegensatz zur Marge, die Apple mit jedem verkauften Gerät einstreicht. US-Marktforscher der Firma iSuppli haben das neue Apple-Smartphone in seine Einzelteile zerlegt und die tatsächlichen Materialkosten berechnet. Für das 16-GB-Modell gehen sie von 188 US-Dollar aus, beim 32-GB-Modell seien es 207 Dollar und die 64-GB-Variante koste Apple 245 Dollar. Hinzu kämen gerade mal 8 US-Dollar für die Fertigung des iPhone 4S. Grösster Kostenfaktor sei die Speicherausstattung, zusammen mit dem Display und den Wireless-Komponenten.

Es handle sich nur um die Hardware-Kosten, betonen die Analysten von IHS iSuppli. Hinzu kämen Aufwendungen für Software-Entwicklung, Lizenzgebühren, Marketing und anderes. Die Tabelle mit sämtlichen Bestandteilen ist auf der iSuppli-Website abrufbar.

(dsc / pd)

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

  • Peter Kaufmann am 03.11.2011 20:53 Report Diesen Beitrag melden

    Bendock

    Wer hat Erfahrung mit Bendock als Anbieter?

  • Robert Päsler am 27.10.2011 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Teure Handypreise bei Swisscom

    Betreffend Stellungsnahme Swisscom: Ich bin der Meinung, dass die höheren Abo Preise die gute Qualität der Swisscom rechtfertigen aber nicht die höheren Handypreise. Bei einer Aboverlängerung bekommt man auch nicht soviel Rabatt wie bei einem Neuabschluss. Somit wird halt jedes Jahr der Anbieter gewechselt. Bei geschickter Verhandlung kann man aber trotzdem einen grösseren Rabatt aushandeln :)

    • Mic Ste am 29.10.2011 00:59 Report Diesen Beitrag melden

      Das stimmt nicht...

      Als ich mein Galaxy S gekauft habe (Dez. 10) war ich auch dieser Meinung. Aber anscheinend hat das die Swisscom geändert. Unterschiede zwischen Neuabo und Verlängerung gibt es jetzt so weit ichs bis jetzt gesehen habe nicht mehr. bzw betrifft nur noch die Simkarte

    einklappen einklappen
  • Roger Schmid am 27.10.2011 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Billig ist nicht alles!

    Immer alles auf billig, billig, so billig wie möglich. Die Retourkutsche kommt dann irgendwannd in Form von Personalbbau (siehe Novartis), weil die Firmen ihre Kosten an die kleineren Margen anpassen müssen. Dazu noch ein alter Spruch: Was nichts kostet ist nichts wert!