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13. August 2009 12:16; Akt: 13.08.2009 12:40 Print

«Mein Boss ist ein perverser Wichser»

Der Chef liest mit: Eine Britin hat in einem unbedachten Moment ihren Boss auf Facebook als «perversen Wichser» betitelt. Seine Reaktion kam postwendend: Er feuerte sie - via Facebook.

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Der Umgang mit Social Communities birgt so seine Gefahren, dies musste eine Britin nun auf die harte Tour lernen. Ihre Geschichte macht zurzeit in der Blogosphäre die Runde. In einem Status-Update schrieb sie: «Mein Chef ist ein total perverser Wichser, der mich immer Scheissjobs erledigen lässt, nur um mich zu ärgern.» Dabei schien sie vergessen zu haben, dass ihr Vorgesetzter zu ihrer Facebook-Freundesliste zählte und den beleidigenden Beitrag mitlesen konnte.

Seine geharnischte Reaktion liess auch nicht lange auf sich warten. Ihr Chef antwortete nur vier Stunden später via Facebook: «Du scheinst vergessen zu haben, dass dir noch zwei Wochen fehlen, bis deine sechsmonatige Probezeit abgelaufen ist. Du brauchst dir nicht die Mühe zu machen, morgen zur Arbeit zu erscheinen. Das Kündigungsschreiben kommt per Post und du kannst jederzeit hier vorbeikommen um deine Sachen abzuholen. Und ja, ich meine das todernst.»

Dass private Statusmeldungen auf Social Communities negative Auswirkungen auf das Berufsleben haben können, sollte mittlerweile bekannt sein. Erst im vergangenen April berichtete 20 Minuten Online über den Fall einer Nationale-Suisse-Mitarbeiterin, die sich bei der Arbeit krank gemeldet hatte, in ihrer Abwesenheit von Zuhause aus aber auf ihr Facebook-Profil zugriff. Damals riet Arbeitsrechtsexperte Matthias Häuptli im Interview mit 20 Minuten Online zu äusserstes Vorsicht im Umgang mit Facebook & Co: «Man sollte sich gut überlegen, wem man was zugänglich macht. Es verhält sich damit nicht anders, als wenn man Kollegen im persönlichen Gespräch etwas erzählt und diese es dem Vorgesetzten berichten.»

Fettnäpfchen einfach vermeiden

Wenn Arbeitskollegen eine Freundesanfrage stellen, kann man diese dem Arbeitsklima zuliebe nur schlecht ablehnen. Um sich aber nicht den Inhalt jeder Statusmeldung vor Veröffentlichung dreimal überlegen zu müssen, greifen versierte Facebook-User auf einen effektiven Trick zurück. Sie nutzen die Möglichkeit, die Freunde anhand von selber erstellten Listen in Gruppen zu ordnen. Via Einstellungen/Privatsphäre/Profil kann dann definiert werden, auf welche persönlichen Daten die «Freunde» der jeweiligen Gruppe Zugriff haben dürfen.

(mbu)