User sollen zahlen

16. November 2012 20:05; Akt: 16.11.2012 20:11 Print

95 Franken für einen Facebook-Status

Eine neue Freundin oder Ferienfotos, bei denen andere vor Neid erblassen? Wer sein Leben künftig mit seinen Facebook-Freunden teilen will, muss unter Umständen tief in die Tasche greifen.

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Als Leser-Reporterin R. sich am Freitag bei Facebook anmeldet, erscheint eine Zahlungsaufforderung auf ihrem Bildschirm.

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«Stimmt es das Facebook kostenpflichtig wird?», schreibt uns Leser-Reporterin R. alarmiert und schickt uns einen Screenshot ihres Handys. Denn als R. am Freitag auf Facebook eine Statusmeldung posten will, poppt ein Fenster auf, das ihr einen Deal anbietet. «Eine einfachere Art, um mehr Nutzern deine Beiträge in den Neuigkeiten zu zeigen», heisst es in hölzernem Deutsch.

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Für vier, acht oder zwölf Euro kann R. ihre «geschätzte Reichweite» - also die Anzahl Personen, die ihre Statusnachricht sehen werden - sukzessive erhöhen. Für das dickere Portemonnaie und die entsprechend grössere Reichweite kann das «maximale Budget» auch auf 79 Euro - das sind umgerechnet 95 Schweizer Franken - oder mehr heraufgesetzt werden.

Auf den Spuren von Google

Facebook entdeckt damit ein ähnliches Geschäftsmodell, wie dies Google sowie andere Suchmaschinen und soziale Netzwerke schon früher getan haben. Die Einführung erfolgt offenbar schrittweise, noch sind nicht alle User in der Schweiz betroffen.

Ein geheimer Algorithmus sortiert bei Facebook seit jeher, was im Newsfeed angezeigt wird. So erscheinen beispielsweise die Urlaubsfotos von Freundin A., während die Glückwünsche von Freund B. in den Weiten von Facebook untergehen.

Künftig soll es gemäss Spiegel Online jeder User selbst in der Hand haben, wie viele seiner Freunde eine Statusmeldung, ein Foto oder ein Video sehen. Das Geld für die Priorisierung kann per Kreditkarte, Paypal oder über die Handyrechnung überwiesen werden. Auch werbewillige Unternehmen müssen so nicht mehr zwingend Anzeigen kaufen, die dann in der rechten Spalte bei Facebook erscheinen – künftig können sie auch «Storys sponsern», die den User per Newsfeed erreichen.

Schwere Vorwürfe gegen Facebook

Mit der Änderung hat Facebook sein ohnehin lukratives Geschäft nochmals vergoldet – zusätzlich aber auch den Zorn der virtuellen Welt auf sich gezogen. Facebook-User laufen mit entrüsteten Blogeinträgen und Artikeln Sturm. Sie werfen Facebook vor, die Meldungen mehr zu filtern als früher, um die Beiträge anschliessend gegen Bezahlung wieder sichtbar zu machen.

Schon seit September beklagen viele Seiten, dass ihre Facebook-Aktivitäten massiv an Reichweite verloren haben. Das soziale Netzwerk habe seinen Algorithmus so geändert, dass viel weniger Fans erreicht würden. Was viele ärgert, verleiht den sogenannten «Newsfeed Optimization»-Agenturen Aufschwung. Sie helfen Unternehmen, ihre Beiträge auf Facebook möglichst vorteilhaft zu positionieren – vergleichbar mit einer Suchmaschinenoptimierung bei Google.

Für Leser-Reporterin R. ist klar: «Ich werde auf keinen Fall Geld für eine Statusmeldung ausgeben. Sollte das soziale Netzwerk gar komplett kostenpflichtig werden, werde sie ihren Account deaktivieren, so R. gegenüber 20 Minuten Online.

(jbu)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Flöggu am 19.11.2012 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Dienstleistung

    Schlussendlich bietet Facebook eine tolle Dienstleistung für "fast" umsonst an. Man lässt es über sich ergehen oder lässt es halt bleiben ;) Es wird niemand gezwungen FB zu benutzen. Offline ist auch nichts umsonst.

  • Ivan Huber am 19.11.2012 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nie und nimmer

    Ja ja kaum an die Börse, muss jetzt Geld rein. Pah werde auch keinen Rappen blechen.

  • Like Geil am 19.11.2012 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur für fanseiten

    Das gibt es schon lange!!! Wenn man als künstler mehr leute erreichen will muss man für werbung halt zahlen!!! Völlig übertriebener beitrag!!!

  • Peter Meier am 18.11.2012 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Vergleich mit Google

    Der Vergleich mit Google ist wirklich richtig. Bei Google werden die Suchergebnisse aus Milliarden von Webseiten zusammengesucht. Bei Facebook sind es nur Benachrichtigungen von "Freunden", und von denen sollte man alle freigegebenen Infos sehe und nicht nur die gekürzte Version von Facebook. Zudem verlangt Google kein Geld für eine erhöhte reichweite. Wenn eine Webseite am besten mit dem Suchergebnis übereinstimmt kann jeder einen Eintrag unter den top 10 Suchergebnissen haben ohne zu bezahlen. Und die Werbung von Google ist auf die Anfrage bezogen und nervt darum nicht übermässig.

  • Valérie Kiener am 18.11.2012 09:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Rappen!!!

    Auf gar kein Fall werde ich bezahlen für Facebook oder sonst irgend ein sozialen Netzwerk, sollte das soziale Netzwerk gar komplett kostenpflichtig werden, werde ich mein Account deaktivieren!