Facebook-Terror

26. April 2011 09:16; Akt: 26.04.2011 11:23 Print

«Bitte diese Psychos melden!»

von Oliver Wietlisbach - Auf Facebook tobt ein digitaler Bürgerkrieg zwischen Linken und Rechten. Mit Pseudo-Profilen werden Andersdenkende anonym angeschwärzt – zahlreiche Nutzer haben ihr Konto verloren.

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Mit Pseudo-Profilen und einer Meldeflut versuchen Facebook-Nutzer nicht genehme Personen aus dem Netzwerk zu mobben.

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Wer auf Facebook mit einem SVP-kritischen oder Islam-freundlichen Statement auffällt, wird von nationalistischen Kreisen zum Abschuss freigegeben und muss damit rechnen, dass sein Profil schon bald gesperrt wird. In der Facebook-Gruppe «Vehement gegen krankhafte Profil- und Gruppenmeldungen» haben sich rund 60 Nutzer vom rechten politischen Rand zusammengerottet. Der Name der Gruppe ist allerdings ein Täuschungsmanöver. Laut dem Insider Fabian M.* sind zahlreiche Profile selbst Fake-Profile, mit denen die Konten politischer Gegner massenhaft gemeldet werden. Aber auch in linken Kreisen werden unerwünschte Personen bei Facebook angeschwärzt.

Andersdenkende mundtot machen

Der Redaktion zugespielte Informationen mehrerer Cyber-Mobbing-Opfer (Namen der Redaktion bekannt) offenbaren tiefe Einblicke in geheime Facebook-Gruppen. Die Mitglieder verfügen teils über ein Dutzend gefälschte Accounts. «Mit Fake-Profilen werden unerwünschte Personen im Akkord aufgrund fadenscheiniger Gründe bei Facebook gemeldet», sagt Fabian M., der die Gruppen seit Längerem beobachtet.

«Gefälschtes Profil», «Gewalt» oder «pornografische Inhalte» stehen als Meldegrund beim grössten sozialen Netzwerk zur Auswahl. Das Ziel der orchestrierten Meldeflut: Andersdenkende mundtot machen. Die Logik hinter den Pseudo-Profilen ist simpel. Mit einem Konto kann ich einen anderen Nutzer ein einziges Mal melden, mit mehreren Profilen ist die Schlagkraft entsprechend grösser. Bei häufigen Klagen gegen einen Nutzer kann Facebook das Profil ohne vorherige Ankündigung deaktivieren.

Die Nutzungsbedingen des sozialen Netzwerks sprechen eine klare Sprache: Mehrere Profile derselben Person sind verboten – ebenso die Angabe einer falschen Identität. Erstellen Nutzer dennoch ein zweites Profil, etwa für ihr Haustier, schreitet Facebook in aller Regel nicht ein. Problematisch wird es, wenn Pseudo-Konten eröffnet werden, um andere zu beleidigen, zu belästigen oder gar zu bedrohen. Sogenanntes Cyber-Mobbing ist auf dem Vormarsch. 2009 kam es alleine im Kanton Zürich zu 41 Anzeigen. Im vergangenen Jahr haben die Gerichte erstmals mindestens zwei Personen wegen Drohung oder Beschimpfung auf Facebook verurteilt (20 Minuten Online berichtete).

«Gutmenschen» und «Nazis»

Als eigentlicher Katalysator für Cyber-Mobbing auf Facebook wirkte der Minarett-Diskurs. In der emotional aufgeladenen Stimmung schlossen sich Zehntausende Facebook-User Gruppen wie «Kann dieses Minarett mehr Fans als die SVP haben?» oder «Ich schäme mich für das Resultat der Minarett-Initiative!» an. Das rief alsbald die Minarett-Gegner auf den Plan, die sich in eigenen Gruppierungen formierten. Unliebsame Personen – in der Terminologie der Streithähne je nach politischer Couleur als «Gutmenschen» oder «Nazis» tituliert – wurden und werden auf Facebook mit allen Mitteln verunglimpft. «Leider werden auch persönliche Daten von Facebook-Usern missbraucht für telefonische Drohungen oder Anrufe beim Arbeitgeber», weiss Tim G.*. Auch dies sei ein Grund dafür, dass immer mehr Facebook-Nutzer unter falschem Namen agierten.

«Bitte diese Gruppe voller Psychos melden!»

«Diesem Idiot gefällt die Schweiz nicht» oder «Die nächste Person ist dran! Bitte diese Gruppe voller Psychos melden!», lauten die Aufrufe auf Facebook. Innerhalb weniger Stunden werden danach scheinbar wahllos auserkorene Opfer dutzendfach gemeldet. «Habe 80 Mal gemeldet» oder «Habe ihn mit meinen vier Profilen gemeldet», lesen sich die Kommentare der fleissigen Denunzianten. Der Melde-Grund ist oft willkürlich ausgewählt. So schreibt eine Anti-Islam-Aktivistin: «Von mir gibt es noch zehn Porno-Meldungen für diese Türkenschlampe.» Sperrt Facebook aufgrund der Meldewelle einen Account, ist die Mission erfüllt.

In der Schweiz gibt es mehrere dieser Meldegruppen, denen oft nationalistisch orientierte Personen angehören. Doch auch in linken und bürgerlichen Kreisen wird fleissig auf den Melde-Button geklickt. «Eine extreme Gruppe, die zur Sterilisation von Muslimen aufgerufen hat, wurde von Linken und Bürgerlichen gemeldet», so Fabian M. Die Gruppe wurde daraufhin von Facebook gelöscht.

«Oft sind die gleichen Personen in mehreren Gruppen aktiv», weiss Fabian M. Für ihre gefälschten Profile nutzen die Mitglieder teils Bilder von Kampfhunden, Filmstars, das SVP-Logo oder nationalistische sowie Anti-Muslim-Symbole. David H.* brüstet sich im Internet damit, auf Vorrat weit über ein Dutzend Pseudo-Profile angelegt zu haben. Auf Anfrage meint er, dass seit der Minarett-Debatte 70 Konten von ihm gesperrt worden seien wegen Meldeaufrufen von «Islamfanatikern und ihren linken Helfershelfern».

Drohung gegen CVP-Nationalrätin

Ins Visier der Melde-Aktivisten geraten auch Politiker. Die Facebook-Nutzerin Anna F.* besitzt mindestens ein Dutzend Pseudo-Profile. Ein Aufruf von ihr genügte und das Profil von CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer wurde mehrfach gemeldet. «Zwar wurde mein Konto nicht gesperrt, aber ich habe von der Aktion gehört. Ich habe von Facebook-Nutzern auch schon Drohungen erhalten», sagt Schmid-Federer auf Anfrage. Menschen, die ihr drohten, setze sie auf die Blockierliste.

Nach koordinierten Meldeaktionen bereits drei Mal gesperrt wurde das Facebook-Konto von Bettina Meyer (Name geändert). Sie hatte in der Gruppe ‹Kann dieses Minnarett mehr Fans als die SVP haben?› ihre Stimme erhoben. «Weil ich den Leuten, die rassistische Kommentare wie ‹Dreckiges Muslimschwein› geschrieben haben, den Spiegel vorgehalten habe, zog ich deren Hass auf mich.» Es seien teils Frauen und Männer in den Vierzigern und Fünfzigern und Eltern, die täglich offenbar Stunden damit verbrächten, mit Pseudo-Accounts andersdenkende User zu melden, ist sich Meyer sicher. Auch Demian S.* sagt, er habe mehrere Morddrohungen über private Facebook-Nachrichten erhalten. Es gebe auch Gruppen, die gezielt SVP-Anhänger provozieren würden, um sie wegen AGB-Verstössen bei Facebook melden zu können.

Leichtes Spiel für Fake-Profil-Nutzer

Frau Meyer bekam ihr Konto jeweils wieder zurück, nachdem sie eine Ausweis-Kopie an Facebook geschickt hatte. Facebook schrieb ihr: «Dein Konto wurde aus Versehen gesperrt.» Dies lässt vermuten, dass Profile automatisch deaktiviert werden, ohne die Betroffenen zu informieren, wenn genügend Beschwerden eingegangen sind. Eine Prüfung, ob die Profil-Meldung berechtigt ist, scheint erst zu erfolgen, wenn sich der Betroffene wehrt. Allerdings gibt es auch Beispiele von Mehrfachmeldungen, die nicht zur Sperrung des Kontos geführt haben. Eine Facebook-Sprecherin teilte auf Anfrage mit, dass «ein spezielles Team alle Meldungen prüft und dann entscheidet, welche weiteren Massnahmen ergriffen werden».

Zwar informiert Facebook die Inhaber von Fake-Profilen per E-Mail über ihren Regelverstoss. Abschreckende Wirkung hat dies offenbar kaum, da das soziale Netzwerk keine weitergehenden Massnahmen in Erwägung zu ziehen scheint, fehlbaren Nutzern den Missbrauch zu erschweren. Möglich wäre dies, indem Mehrfach-Anmeldungen vom selben Computer erschwert würden. Kein Wunder schreibt Fake-Account-König David H. in einem Forum: «Die Sicherheitsbestimmungen im Facebook sind so lächerlich, die haben Null-Kontrolle. Ich habe bereits Account Nummer 17 aufgemacht.»

* Name der Redaktion bekannt

Was halten Sie von Pseudo-Profilen und Massenmeldungen gegen Andersdenkende? Schreiben Sie Ihren Kommentar unten. Und nehmen Sie an der grossen Facebook-Umfrage teil.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike Schmid am 26.04.2011 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Beide Seiten

    Interessant, dass angeblich praktisch nur rechte Kreise solchen Quatsch machen. Wer's glaubt wird seelig. Das geht munter hin und her.

  • Sägi nöd! am 05.05.2011 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alles Menschen sind Extremisten.

    Es gibt auch ganz normale Moslems und Christen. Ich selber bin auch Moslem. Ja ich bete jeden Tag, esse kein Schweinefleisch und trinke keinen Alkohol. Aber ich gehe jeden Tag arbeiten, ich bezahle meine Steuern, ich würde niemals irgend einer Person grundlos schaden zufügen wollen. Ich halte mich an die Gesetze in der Schweiz und verabschäue Steinigungen oder die Christenverfolgung und dergleichen. Aber in den Augen von David H. und Mario S. bin ich Abschaum, verursache nur Probleme und soll beseitigt werden. Denkt mal anders als nur schwarz und weiss. DANKE!

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  • Daniel am 28.04.2011 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Heldin

    Das Verhalten eines "Mario S." ist nicht zu entschuldigen. Es sollte aber gesagt werden, dass "Bettina Meyer" während nun mehr als eines Jahres ganz vorne dabei war im Minarett-"Krieg" auf Facebook. Dabei ist sie oft sehr aggressiv und beleidigend gegen Andersdenkende vorgegangen. Auch gegen Personen, die sich korrekt verhalten haben. Beispiele für "Meyers" Stil: "wie tief wollt ihr eigentlich noch sinken, ihr geistig minderbemittelten svpler?". Oder "lern mal schreiben, bevor du hier noch weiteren müll von dir gibst."

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Die neusten Leser-Kommentare

  • felix schwaibold am 11.05.2011 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    nur den echten namen sollte erlaubt sein

    Alkohol bei Coop erst ab 18 Jahren Coop erhöht die Alterslimite für den Alkoholkauf generell auf 18 Jahre. Es ist der erste grössere Verkäufer von Alkohol, der einen entsprechenden Schritt ergriffen hat. Bei Denner ist dies im Moment kein Thema. Der Entscheid, der ab 2. Juni in Kraft tritt, wurde von der Geschäftsleitung von Coop gefällt. So soll in allen COOP-Verkaufsstellen die Alterslimite für den Kauf von Wein, Apfelwein und Bier auf 18 Jahre angehoben werden. Das Personal werde an der Kasse den Ausweis verlangen. Begründet wurde der Schritt von Coop mit der aktuell uneinheitlichen Situation in den Kantonen. Bis heute gilt in den meisten Schweizer Kantonen für Wein, Apfelwein und Bier die Alterslimite 16 Jahre und für Aperitifs, Spirituosen und Alcopops 18 Jahre. Bei Denner ist ein Schritt wie bei Coop im Moment kein Thema, wie Sprecherin Anita Daeppen sagte. Denner sei sich der Verantwortung als Verkäufer von alkoholischen Getränken bewusst und halte die gesetzlichen Vorgaben strikte ein. Laut der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme handelt es sich bei Coop um den ersten grösseren Verkäufer von Alkohol, der einen entsprechenden Schritt getan hat.

    • andy k am 23.05.2011 11:24 Report Diesen Beitrag melden

      Danke

      Diesen Bitrag finde ich gut. Danke!

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  • Lebowski am 08.05.2011 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Rettet das Internet

    Ich bin der Meinung das Mobbing zum Internet dazu gehört, dadurch das Leute jetzt für sowas verurteilt werden wird eine Grenze überschritten die ich nicht gutheissen kann. Natürlich gibt es Inhalte die nicht "schön" sind (z.B. anschauen von Kinderpornografie, Exekutionsvideos, Tierpornografie, Rechts- / Linksradikale Websites u.s.w.) aber dennoch sollte das alles straffrei sein solange es "nur" im Internet ist.. die Uploader von illegalen Inhalten sollten natürlich weggesperrt werden aber das geschiet dann auch im "echten" Leben. Ich bin immernoch für einen "Internet-Führerschein"...

    • hans meier am 27.05.2011 10:50 Report Diesen Beitrag melden

      was für ein blödsinn

      Einerseits soll niemand wegen Rechtsvergehen im Internet verurteilt werden, weil damit "eine Grenze überschritten wird", andererseits bist du für einen "Internet-Führerschein"? Du forderst hier, dass das Anschauen von u.A. Kinderpornografie straffrei ist? Hallo? Geht's noch? Da geh ich jetzt nicht weiter drauf ein. Zum Mobbing: Internet ist im Prinzip ein Kommunikationskanal wie jeder Andere auch, ein grosser Teil der Kommunikation und somit auch ein Teil unseres Lebens verlagert sich immer mehr ins Internet. Wenn Mobbing zum Internet dazugehört, was ist mit Mobbing per Telefon, per SMS?

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  • Tommy am 05.05.2011 22:57 Report Diesen Beitrag melden

    So unnötig ist Facebook

    Wie sich Menschen über etwas aufregen, das eigentlich niemand wirklich braucht. Ich versteh bis heute nicht, für was Facebook nützlich sein soll...

    • Pascal B. am 19.05.2011 15:13 Report Diesen Beitrag melden

      Facebook=Wirtschaftskraft

      Um das Konsumverhalten der Gesellschaft und vers. Gruppen auszuloten, natürlich!! Da lässt sich viel Geld verdienen...

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  • Sägi nöd! am 05.05.2011 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alles Menschen sind Extremisten.

    Es gibt auch ganz normale Moslems und Christen. Ich selber bin auch Moslem. Ja ich bete jeden Tag, esse kein Schweinefleisch und trinke keinen Alkohol. Aber ich gehe jeden Tag arbeiten, ich bezahle meine Steuern, ich würde niemals irgend einer Person grundlos schaden zufügen wollen. Ich halte mich an die Gesetze in der Schweiz und verabschäue Steinigungen oder die Christenverfolgung und dergleichen. Aber in den Augen von David H. und Mario S. bin ich Abschaum, verursache nur Probleme und soll beseitigt werden. Denkt mal anders als nur schwarz und weiss. DANKE!

    • justin am 05.05.2011 18:36 Report Diesen Beitrag melden

      @ säg nöd

      genau das meine ich ja. alle denken nur schwarz oder weiss. und weil ich nicht zu einer von beiden gruppen gehören will und einfach mich informiere werde ich von beiden seiten blöde angemacht. vor allem aber von der linken seite aus. und deshalb finde ich diesen beitrag also dieser artikel, mehr als einseitig geschrieben

    • Maggy Ritz am 07.05.2011 12:31 Report Diesen Beitrag melden

      Hi ihr Zwei

      Ich denke bunt und gerne "1:1". Keine Gruppe ist ohne Rand und in allen sind alle Farbtöne vertreten. Gibts nicht ebenso viele Wahrheiten wie Menschen? Lasst euch von keinem Kriminellen erschrecken.

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  • Giselle Baumgartner am 03.05.2011 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Verblüffend tiefes Niveau

    Hab mir die Seite "Kann dieses Minarett mehr Fans als die SVP haben?" angeschaut. Relativierung der Verbrechen von Bin Laden, Sympathiebekundungen für den Revolutionären Aufbau, Meldeaufrufe gegen die Faschisten auf der Gegenseite. Insgesamt ein verblüffend tiefes Niveau, das glücklicherweise nicht repräsentativ für Facebook im allgemeinen ist.

    • justin am 05.05.2011 12:58 Report Diesen Beitrag melden

      @giselle

      das ist es ja. beide seiten sind genau gleich. das einer aus den reihen tanzt und stalkt hat mit dem menschen selber zu tun. und im übrigen ist das opfer hier auch eine die den täter selber oft provoziert hatte. ich befürworte das verhalten des täters in keinster weise, aber man muss den tatsachen aufmerksamkeit schenken. diese frau "machte" sich zum opfer indem sie selber jeden der anders dachte als sie als faschist und rassist abstempelte. war nur eine frage der zeit das sie an den falschen geriet. ausserdem ist dieser bericht extrem einseitig geschrieben...

    • eri sund am 06.05.2011 07:57 Report Diesen Beitrag melden

      nievau

      nein zum glück nicht. gibt auch gute, interessante und hilfreiche seiten.

    • Maggy Ritz am 07.05.2011 12:35 Report Diesen Beitrag melden

      DrüberReden

      Gute Arbeit, Madame Baumeister und Monsieur Justin. Und jetzt die hieb- und stichfesten Beweise ZEIGEN.

    • Giselle am 09.05.2011 10:23 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte schön:

      Zum Beispiel den Gedenkaufruf zur "Ermordung" von Ulrike Meinhof, der heute gerade die Seite ziert?

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