Soziale Netzwerke

10. Dezember 2009 09:54; Akt: 10.12.2009 17:31 Print

So schnell bleibt nichts mehr verborgen

Facebook hat seine Einstellungen zur Privatsphäre angepasst. Datenschützer sind alarmiert. Jeder Nutzer sollte daher so bald wie möglich auswählen, was er der Webwelt von sich preisgeben will.

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Facebook: Mit diesem Pop-up werden Nutzer aufgefordert, ihre Privatsphäre-Einstellungen zu überprüfen.

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Wie 20 Minuten Online berichtete, hat Facebook seine Privatsphären-Seite verändert. Auf dieser können Mitglieder der Community einstellen, wer was von ihnen sehen darf. Nun bekommen alle Mitglieder die im obigen Bild zu sehende Meldung anzeigt. Wer seine Einstellungen anpasst, sollte genau hinsehen. Denn als Voreinstellung ist ausgewählt, dass man beispielsweise die Statusmeldungen allen zugänglich macht. Das heisst, sie könnten theoretisch von jedem Surfer über Suchmaschinen gefunden werden. Microsofts bing hat mit Facebook bereits eine Vereinbarung darüber erzielt, solche Beiträge in den Index aufzunehmen. Google zeigt bislang nur Beiträge von Facebook Pages an. Diese werden vor allem von Unternehmen und Institutionen betrieben. Je mehr Inhalte von Facebook öffentlich zugänglich sind, umso attraktiver wird das Netzwerk für Anbieter von Echtzeit-Suchen. Aber auch Facebook selbst wird dadurch populärer, denn jeder Beitrag ist kostenlose Werbung für die Community, die zurzeit bereits rund 350 Millionen Mitglieder hat.

Bei Fotos und Videos, dem Geburtstag sowie religiöse Ansichten und politischer Einstellung ist als Standardeinstellung ausgewählt, dass die Angaben auch Freunde von Freunde sehen können. Es ist durchaus möglich, dass dies Menschen sind, die man nicht persönlich kennt. Auch hier sollten sich Mitglieder also genau überlegen, welche Box sie anklicken. Negative Kritik erntet Facebook unter anderem von Kevin Bankston, Jurist bei der Electronic Frountier Foundation (EFF): «Die neuen Einstellungen haben ganz klar das Ziel, User dazu zu drängen, mehr Inhalte im ganzen Web verfügbar zu machen.» Immerhin habe Facebook es nun allen Nutzern ermöglicht, für jeden Beitrag festzulegen, wer ihn sehen darf, so Bankston weiter, der ausserdem lobte, dass die Einstellungen zur Privatsphäre nun auf einer übersichtlicheren Seite zu finden seien.

(hst)