Facebook-Tragödie

06. Januar 2011 11:13; Akt: 06.01.2011 11:50 Print

Suizid angekündigt - und niemand hilft

Eine 42-jährige Britin verkündete über Facebook ihren Selbstmord. Von den vermeintlichen Freunden erntete sie dafür nur Spott. Jetzt ist sie tot.

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Simone B. wurde von ihren Facebook-Freunden im Stich gelassen. (Bild: Screenshot dailymail.co.uk)

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Insgesamt 1082 Freunde zählte das Facebook-Profil von Simone B. Just an Weihnachten nachts um kurz vor 23.00 Uhr schrieb sie in ihre Statuszeile: «Habe alle Pillen genommen, werde bald tot sein, bye-bye everyone», berichtet das Online-Portal der britischen Tageszeitung «Daily Mail». Keiner der sogenannten Freunde eilte ihr zu Hilfe, obwohl einige davon in der Nachbarschaft südlich von Brighton wohnen. Im Gegenteil, es wurden hämische Kommentare verfasst. In ihrer Verzweiflung wurde Simone B. gar als Lügnerin beschimpft: «Sie macht das immer, sie lügt.» In einem anderen Kommentar stand geschrieben: «Deine Entscheidung.»

Simones Mutter wurde am darauffolgenden Nachmittag per Kurznachricht aufgefordert, Hilfe zu holen. «Ich bin körperlich behindert und schaffe es nicht die Treppe hoch zur Wohnung von Simone. Darum habe ich sofort die Polizei alarmiert. Es tut weh zu wissen, dass niemand meiner Tochter geholfen hat», wird sie auf dailymail.co.uk zitiert. Als die Beamten die Tür zur Wohnung aufbrachen, war es bereits zu spät.

Auf dem Facebook-Profil ihrer Tochter hat die 60-Jährige folgende Nachricht hinterlassen: «Simone ist heute von uns gegangen, bitte lasst sie jetzt in Ruhe.»

(mbu)