Facebook

12. Mai 2011 17:55; Akt: 13.05.2011 14:27 Print

Schlammschlacht gegen Google aufgedecktSchlammschlacht gegen Google aufgedeckt

Facebook hat eine renommierte PR-Agentur bezahlt, um Google in der Öffentlichkeit anzuschwärzen. Doch der Schuss ging nach hinten los.

storybild

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg dürfte angesichts des jüngsten PR-Fiaskos alles andere als erfreut sein. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Burson Marsteller gehört zu den grössten und einflussreichsten PR-Agenturen in den USA. In den vergangenen Wochen hat das Unternehmen versucht, Meldungen über vermeintliche Datenschutzprobleme bei Google in US-Medien zu platzieren. Konkret ging es um das Google-Feature Social Circle. Das Brisante: Heimlicher Auftraggeber der PR-Kampagne war niemand anders als Konkurrent Facebook.

Umfrage
Welche Firma ist Ihnen sympathischer?
5 %
54 %
8 %
33 %
Insgesamt 2239 Teilnehmer

Die Sache wurde bekannt, weil ein Blogger das entsprechende Angebot von Burson-Marsteller ablehnte und stattdessen die E-Mails der Agentur im Netz veröffentlichte.
Der Blog «The Daily Beast» hat die Hintergründe aufgedeckt. Zahlreiche US-Medien haben die Story aufgegriffen und berichten genüsslich über das PR-Fiasko von Facebook. Ein Sprecher des Unternehmens hat die Vorgehensweise inzwischen bestätigt. Und auch die PR-Firma selbst ist «geständig».

Sprecher rechtfertigt sich

Der Facebook-Sprecher nannte laut heise.de zwei Gründe, warum man den Konkurrenten anschwärzen wollte. Zum einen löse Google mit seinen Social-Media-Aktivitäten allgemeine Datenschutzbedenken in der Bevölkerung aus. Zum anderen scheint sich Facebook über Googles Versuche zu ärgern, Facebook-Daten im eigenen sozialen Netzwerk zu verwenden. Eine «Verleumdungskampagne» sei aber weder gewollt gewesen noch in Auftrag gegeben worden. Facebook habe lediglich erreichen wollen, dass Dritte - Blogger oder Journalisten - überprüfen, dass Google ohne Erlaubnis der Nutzer Informationen auf den Facebook-Seiten sammle und verwerte.

Unklar ist, ob Facebooks Auftrag für Burson Marsteller noch immer gilt. Die aufgeflogene Schmutz-Kampagne zeigt einmal mehr die Rivalität zwischen dem Internetriesen Google und dem ständig wachsenden sozialen Netzwerk Facebook, das im Umgang mit Datenschutz selbst am Pranger steht.

Mit 600 Millionen Besuchen pro Monat stellt Facebook eine Bedrohung für die Vormachtstellung von Google im Netz dar - und rund zehn Prozent seiner Angestellten warb das soziale Netzwerk bei Google ab.

(dsc/sda)

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

  • Digi Tal am 13.05.2011 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja niochts neues, oder?

    ist doch klar - wo so viel Geld im Spiel ist? Un die Internetdienste es mit Datenschutz nicht so genau nehmen - siehe Google Street View - da wird eben quer durch einander das Leben schwer gemacht. Und da sind wohl alle Mittel recht - vermutlich wie in der Politik, Der Grossfinanz, der Pharma, der Energieversorgung, etc. Hauptsache es wird Kojle geschaufelt wie blöd.

  • Frankie am 13.05.2011 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötige Hasstiraden

    Dass Facebook und auch Google mit dem Datenschutz Probleme haben, ist ja wohl schon länger bekannt. Wer seine persönlichen Daten preisgibt, muss sich nicht wundern. Jede Form von Internetnutzung birgt diese Gefahren.

  • Mike am 13.05.2011 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Mitmachen ist uncool!

    Facebookj ist explosiv und in gefährlicher Weise gegen die gerichtet, die es nutzen. Egal, ob es die unbedarften Privatnutzer sind oder Firmen, die glauben, es zu Ihrem Vorteil nutzen zu können: Facebook wird sich m.E. in den nächsten 2-3 Jahren zu einem handfesten Datenschutzskandal ausweiten, bei dessen Eruption alle händeringend zu fliehen versuchen werden, die dort irgendwie mitdrinhängen.