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19. April 2010 09:47; Akt: 20.04.2010 12:07 Print

Osama Bin Laden gelöscht

Im Namen des Al-Kaida-Chefs wurde auf der Social Community ein Profil unterhalten. Innert weniger Tage folgten ihm über 1000 Fans. Nun hat Facebook interveniert.

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Facebook will die Osama Bin Ladens dieser Welt nicht.

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Am 25. März wurde im Namen von Osama Bin Laden auf Facebook ein Profil eröffnet. Mehr als drei Wochen blieb es unentdeckt, bis es am vergangenen Freitag von Facebook gelöscht wurde. Die AGBs untersagen es, im Namen einer anderen Person ein Profil zu erstellen: «Grundsätzlich ist es so, dass Facebook alle Inhalte, die gegen die Nutzungsbestimmungen verstossen, löscht. Dazu gehören Gewalt verherrlichende, diskriminierende oder unangemessene Inhalte oder auch das Anlegen von so genannten Fake-Profilen», erklärt eine Facebook-Sprecherin die Vorgehensweise gegenüber 20 Minuten Online. Auf Bin Ladens Account sind Reden und Tonbandaufnahmen des islamischen Extremisten veröffentlicht worden. Bei der Schliessung hatte der als «Prinz der Mujaheddin» bezeichnete Terrorist etwas mehr als 1000 Fans.

Immer wieder würden Leute versuchen, sich unter berühmten oder berüchtigten Namen zu registrieren, wird ein Facebook-Mitarbeiter auf dem US-Newsportal abcnews.com zitiert. Um ihnen gleich von Beginn an den Wind aus den Segeln zu nehmen, komme eine Filtersoftware zum Einsatz, die gewisse Namen blockiere. Im Falle von Osama Bin Laden hat sie offenbar versagt. Zudem gibt Facebook an, über die IP Adresse in einigen Ländern bestimmte Inhalte zu blockieren. Trotzdem gelingt es immer wieder, Accounts unter Namen anzulegen, die eigentlich verboten sind. So findet man etwa gleich mehrere Profile von «Adolf Hitler». Wer neben Osama Bin Laden noch so auf der schwarzen Liste steht, wollte Facebook nicht verraten.

Individuelle Werbung

Auf der am kommenden Mittwoch in San Francisco stattfindenden Entwicklerkonferenz F8 wird CEO Mark Zuckerberg ein paar Neuerungen vorstellen. Darunter soll sich auch ein erweiterter «Like»-Button befinden, will die «Financial Times» erfahren haben. Die Administratoren von Webseiten sollen demnach den Button direkt in ihre Webseite integrieren können. Die Besucher können mit einem Klick ihre Sympathie bekunden, auf ihrem Facebook-Profil erscheint eine entsprechende Meldung. Im Artikel wird die Vermutung geäussert, dass Facebook daraus eine Art Verlauf erstellen könnte, um so den User mit individueller Werbung zu beliefern. Laut «Daily Telegraph» hat Facebook diesem Gerücht allerdings entschieden widersprochen: «Wir haben keine derartigen Pläne. Die «Financial Times» hat ihren Artikel online entsprechend korrigiert», sagte ein Sprecher des sozialen Netzwerkes dem Telegraph.

Facebook während der Arbeit

Die Analysten des US-Unternehmens Nework Box haben 13 Milliarden URLs von Geschäftsleuten ausgewertet, die von ihnen im ersten Quartal 2010 im Internet aufgerufen hatten. Dabei hat sich herausgestellt, dass 6,8 Prozent des gesamten Traffics auf das Konto Facebook gehen. Platz zwei belegt Google mit 3,4 Prozent des Gesamttraffics. Mit Abstand am meisten Bandbreite verursacht mit zehn Prozent aber YouTube und liegt in Bezug auf die benötigte Datenmenge vor der Social Community, die 4,5 Prozent für sich beansprucht.

(mbu)