Mord

17. Mai 2010 11:00; Akt: 17.05.2010 14:22 Print

Via Facebook in den Tod gelockt

Eine 18-jährige Australierin hat das erste reale Treffen mit einem ihrer Facebook-Freunde mit dem Leben bezahlt.

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Für die ermordete Nona Belomesoff wurde auf Facebook eine Gedenkseite eingerichtet, auf der Mitglieder aus aller Welt ihr Beileid bekunden.

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Am vergangenen Freitag wurde in einem Naturschutzgebiet im Südwesten von Sydney die Leiche der 18-jährigen Nona Belomesoff entdeckt, berichtet der «Sydney Morning Herald». Dort hatte sie sich zuvor über Facebook verabredet. Ihr Mörder soll die Tierliebhaberin unter dem Vorwand, an einem nächtlichen Trainingskurs zur Pflege wildlebender Tiere teilzunehmen, an den Tatort gelockt haben.

Bei dem mutmasslichen Täter handelt es sich um den 20-jährigen Christopher James Dannevig. Er soll auf Facebook unter falschem Namen mit seinem späteren Opfer in Kontakt getreten sein und ihr einen Job bei der Tierschutzorganisation «Wildlife Information Rescue and Education Service» in Aussicht gestellt haben. «Nona sagte mir, dass sie ihren Job verlieren würde, falls sie nicht an dem Trainingskurs teilnehmen würde», wird ihr Vater in der australischen Presse zitiert. Als sie nach zwei Tagen noch nicht zurückgekehrt war, kontaktierte die Familie die Polizei. Schnell stellte sich heraus, dass man bei der Tierschutzorganisation von dem nächtlichen Trainingskurs noch nie gehört hatte.

Wie sich im Laufe der Ermittlungen herausgestellt hat, schrieb Dannevig, einen Tag bevor er sein Opfer traf, auf seinem Facebook-Profil: «Es ist so gut zu wissen, wer die echten Freunde und wer nur Freunde aus dem Internet sind.» Freunde der Verstorbenen haben auf der Social Community eine Gedenkseite eingerichtet, die bereits über 8000 Mitglieder zählt.

Gegenüber der Presse rieten die örtlichen Behörden zur Vorsicht beim Gebrauch von Facebook, wo sich auch «Räuber und Perverse» aufhalten: «Man weiss einfach nicht, mit wem man redet», formulierte einer der ermittelnden Polizisten seine Bedenken.

(mbu)