Foto-Sharing

09. April 2012 20:21; Akt: 10.04.2012 17:15 Print

Facebook kauft Instagram

Kurz vor dem geplanten Börsengang wagt das soziale Netzwerk Facebook noch eine dicke Übernahme: Das Unternehmen schluckt für rund eine Milliarde Dollar den Fotodienst Instagram.

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Facebook verbessert mit Instagram den Austausch von Fotos. (Bild: AFP)

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Kurz vor seinem geplanten Börsengang hat Facebook einen Überraschungscoup gelandet und den Fotodienst Instagram gekauft. Eine Milliarde Dollar blättert das soziale Netzwerk für das kleine Unternehmen mit gerade mal einem Dutzend Mitarbeiter hin - eine stolze Summe für ein Startup-Unternehmen. Doch die grösste Übernahme in seiner Unternehmensgeschichte dürfte Facebook aus der Portokasse bezahlen. Schliesslich bereitet es sich auf einen gigantischen Börsengang in wenigen Wochen vor und strebt eine Bewertung von 100 Milliarden Dollar an.

Instagram ermöglicht es seinen Nutzern, ihre mit mobilen Endgeräten geschossenen Fotos mit Freunden und Fremden austauschen. Instagram ist nur wenig mehr als ein Jahr alt, verfügt aber bereits über rund 30 Millionen Nutzer. Das Technologieunternehmen Apple wählte die Anwendung 2011 zur iPhone-App des Jahres.

Instagram soll eigenständig bleiben

«Das ist ein wichtiger Meilenstein für Facebook, weil wir erstmals ein Produkt und ein Unternehmen mit so vielen Nutzern gekauft haben», schrieb Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg auf seiner Facebook-Seite. Sie hätten nicht vor, noch viele Zukäufe dieser Art zu tätigen, falls überhaupt noch welche. Die Übernahme des in San Francisco ansässigen Fotodienstes soll bis Ende Juni endgültig unter Dach und Fach sein.

Bei Instagram sollen die Betriebsabläufe nach Facebook-Angaben weiter unabhängig vom sozialen Netzwerk weitergehen. Damit weicht Facebook von der Praxis ab, kleine Startup-Unternehmen aufzukaufen und deren Technologie zu integrieren oder diese für Neueinstellungen gleich ganz aufzulösen. Das Dutzend Instagram-Angestellte wird den Angaben zufolge von Facebook übernommen.

Instagram solle eigenständig weiterarbeiten und nicht mit Facebook-Angeboten verschmolzen werden, versprach Zuckerberg. Die Nutzer könnten ihre Fotos weiterhin auch in andere soziale Netzwerke versenden. Zudem solle kein Instagram-Nutzer gezwungen werden, zu Facebook zu wechseln.

Nach Börsengang kann Facebook zuschlagen

«Der Fakt, dass Instagram über Facebook hinaus mit anderen Diensten verbunden ist, ist ein wichtiger Teil der Erfahrung», schrieb Zuckerberg weiter. Den Zukauf bestreitet Facebook mit Bargeld und Aktien. Für Mai oder Juni wird der Börsengang von Facebook erwartet, sein Börsenwert auf rund 100 Milliarden Dollar geschätzt.

«Nach dem Börsengang wird Facebook in der Position sein, auf Jagd zu gehen. Sie können dafür sorgen, dass sich niemand in ihren Weg stellt und jeden kaufen, der ihnen Probleme bereitet», sagte der Analyst des Finanzdienstleisters Wedbush, Michael Pachter. Mit dem Kauf von Instagram habe Facebook nicht nur einen potenziellen Konkurrenten aus dem Weg geräumt, sondern sich auch eine Technologie «mit wahnsinniger Zugkraft» verschafft.

Überfälliger Schritt?

Bei einem Kaufpreis von einer Milliarde Dollar bezahlt Facebook etwa 33 Dollar für jeden Nutzer von Instagram. Das ist nur ein Bruchteil dessen, was Investoren für jeden Facebook-Nutzer zahlen würden: Sollte das soziale Netzwerk beim Börsengang tatsächlich mit 100 Milliarden Dollar bewertet werden, wären das nämlich 118 Dollar für jeden Facebook-Nutzer. Angesichts dieser Rechnung erscheine die Milliarde für Instagram «gar nicht mehr so verrückt», sagte Pachter.

Für Gartner Analyst Brian Blau war der Schritt sogar überfällig. Facebook konkurriere mit den Googles, Apples und Microsofts dieser Welt. «Sie müssen eine starke Marke und eine starke Verbraucherplattform aufbauen», sagte Blau. «Ein separates soziales Netzwerk zu haben, das ist etwas, was sie schon vor langer Zeit hätten tun müssen.»

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heidi P am 10.04.2012 02:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blase 2?

    dot com Blase 2!?! Wenn ich den hype von Facebook und Apple anschaue Befürchte ich es...

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  • Sven am 09.04.2012 21:33 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nur!

    Neeein! Jetzt muss ich mich auch dort wieder abmelden!

  • Tommy am 09.04.2012 22:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Nutzen

    Naja ist mir egal. Ich habe es vorher nicht genutzt und nutze es nacher noch weniger, da ich nicht auf Facebook Online stelle.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Max am 10.04.2012 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1 Mia steuerfrei

    Bei diesem Verkauf haben einige wenige 1 Mia steuerfrei einkassiert (Firmenverkauf gilt nicht als Steuereinkommen des Verkäufers). Bezahlen werden dies schlussendlich die Facebook-User.

  • manuel am 10.04.2012 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    ihr seid lächerlich

    alle schreiben vom bösen fb, die alles über euch weiss. ich hab mich jetzt mal informiert was eigentlich so schlimm ist wenn fb eure email hat, eure freunde kennt und eure vorlieben. und siehe da, ich hab nur einen negativen punkt gefunden: Spam-mails!!! ist das alles? darum macht ihr so ein theater? spam hat es schon vorher gegeben. dafür gibts spam-filter. ich weiss echt nicht warum manche so nen aufstand machen wegen datenschutz und so...

  • Phil am 10.04.2012 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    gratis app

    Wie jetzt, die zahlen 1 Milliarde für Instagram? Die App ist doch gratis! ;)

    • Schlau Meier am 10.04.2012 15:30 Report Diesen Beitrag melden

      Formel

      1 Mia USD : Anzahl User = Wert des Profils, resp. Adressdaten, die mit FB etc. verknüpft werden können.

    • Dr. Frank N. Stein am 10.04.2012 16:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      gratis

      Made my Day *rofl*

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  • interessierter am 10.04.2012 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    wieso nicht mehr bnutzen?

    Ich versteh nicht was alle motzen, hab noch nie Instagramm oder wie das ding heisst benutzt aber wenn es letzten endes genau gleich bleibt warum will man es nicht mehr benutzen nach dem FB es übernimmt? Klar wenn am Ende der app sich stark verändert und einige keinen Gefallen daran finden versteh ichs aber solange es gleich bleibt seh ich das Problem nicht.

    • sando am 10.04.2012 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      privacy gone

      weil instagram eine photosharing seite ist. da es nun fb gehört, kann ich mir gut vorstellen, dass die bilder mit dem facebook-konto verknüpft wird.

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  • rolf am 10.04.2012 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ihr habt probleme! :D

    kennt ihr den satz: der computer ist nur so schlau wie sein anwender? gleich verhält es sich mit facebook, FB zieht nur soviel daten von euch, wie ihr es zulässt. ihr müsst facebook nur richtig nutzen, dann gibt es euch mehr als es von euch verlangt.

    • Kush H am 10.04.2012 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Unsinn

      Stimmt nicht, deine Einstellungen kannst du ja ändern und deine Privatsphäre so einstellen, das andere keinen Zugriff auf deine Bilder und so haben. FACEBOOK aber speichert trotzdem alles von dir, sogar deine Like's!!!

    • AntiParanoid am 10.04.2012 14:14 Report Diesen Beitrag melden

      genau!

      endlich sagt mal jemand wie es wirklich ist! ich verstehe dieses paraniode verhalten schon lange nicht mehr. und die, die am lautesten schreien sind sicher schön artig im telefonbuch eingetragen. iiiiiiih, da kriegt man ja sogar die privatadresse raus (was bei FB und IG nicht der fall ist, solande man nicht so blöd ist und die angibt).

    • Matteo am 10.04.2012 16:34 Report Diesen Beitrag melden

      Ihr habt's voll kapiert!

      Was man bei Facebook selbst eingibt, ist doch nur der kleinste Teil von dem was FB über euch weiss. Die Kommunikation zwischen Freunden ist doch nur ein Vorwand und hat gar nichts mit dem zu tun um was es bei der FB Datensammlung geht. Und wer braucht noch deine Privatadresse, wenn er deine IP hat mit der jeder deiner Computereingaben und im Falle eines Mobile-Phones, jede deiner Bewegungen festgehalten wird? Es schaut dir immer einer zu, bei dem was du am Rechner oder am Smartphone machst

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