Die Datenkrake

02. Februar 2012 04:17; Akt: 02.02.2012 06:15 Print

Der Albtraum aller Datenschützer

Mittlerweile vereint Facebook unglaubliche 845 Millionen Nutzer. Sie alle füttern die Social Community freiwillig mit ihren persönlichen Daten - und diese sind mehr als Geld wert.

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Facebook CEO Mark Zuckerberg während einer Präsentation im vergangenen September.

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Facebook wächst und wächst und es scheint kein Ende in Sicht. Datenschützer rund um den Globus schauen der Entwicklung mit Besorgnis zu. Ende Dezember stempelte die deutsche Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner die Idee hinter der von Facebook neu eingeführten Timeline als absurd ab: «Die Aufforderung, die letzten Datenlücken im Internet schnell zu schliessen, ist genau das Gegenteil dessen, was wir unter Medienkompetenz verstehen: Sparsam mit seinen persönlichen Daten umzugehen», sagte Aigner.

In Irland hatte die Datenschutzbehörde in den letzten Monaten eine umfangreiche Betriebsprüfung bei Facebook durchgeführt. Dabei fanden auch zwei mehrtägige Untersuchungen in Facebooks Europazentrale in Dublin statt. Daraus resultierte ein 150-seitiger Bericht, der für die Social Community zum Problem werden könnte.

Facebook muss Daten herausrücken

So muss Facebook den über 40 000 Nutzern, die eine Kopie der Datensätze verlangt haben, alle Daten herausgeben. Inklusive den Gesichtserkennungsdaten und allen anderen im Hintergrund gespeicherten Daten, heisst es auf der Webseite des irischen Datenschutzbeauftragten.

Konkret muss Facebook künftig folgende Richtlinien einhalten: Das soziale Netzwerk darf ausserhalb der USA und Kanada Nutzerdaten nur noch beschränkt für gezielte Werbung verwenden. Besonders brisant: Das Überwachen des Surfverhaltens von Nutzern mittels des «Like-Buttons» auf Hunderttausenden von Webseiten darf somit laut «Europe versus Facebook» nicht (mehr) vorgenommen werden.

Im Weiteren müssen die Nutzer eine Möglichkeit erhalten, um ihre Daten endgültig löschen zu können. Bisher wurden «gelöschte» und somit unsichtbare Daten weiter von Facebook gespeichert. Die irische Datenschutzbehörde bestätigen zudem, dass die automatische Gesichtserkennung auf Facebook illegal aktiviert wurde. Alle Nutzer müssen somit nun erneut zustimmen, sofern sie mit der Funktion einverstanden sind.

Facebook will kooperieren

Facebook sagte auf Anfrage von 20 Minuten Online, dass der Report des irischen Datenschützers bestätigt habe, dass man sich vollständig an die europäischen Datenschutzprinzipien halte. Die gemachten Vorgaben wolle man zusammen mit den Datenschutzbehörden umsetzen. In einer ersten Stellungnahme streicht das soziale Netzwerk zudem die positiven Punkte der Betriebsprüfung hervor: So hätten die irischen Datenschutzbehörden Facebooks Gebrauch von Social Plug-Ins gründlich analysiert und seien zum Schluss gekommen, dass keine Informationen gesammelt würden, die dazu verwendet werden, Profile von Nutzer oder gar Nicht-Nutzer zu erstellen.

Wie Facebook weiter schreibt, werden Auditberichte üblicherweise nicht veröffentlicht. In diesem Fall habe man sich mit der irische Datenschutzbehörde von Vornherein darauf geeinigt, «dass aus Gründen der Transparenz die Ergebnisse und Inhalte des Audits vollständig veröffentlicht werden.»

Sechs Monate um Datenschutz zu verbessern

Facebook hat nun ein halbes Jahr Zeit, die Vorgaben umzusetzen. Im Juli 2012 wird Mark Zuckerbergs Konzern erneut überprüft.

Bei der Wiener Studentengruppe «Europe versus Facebook» gibt man sich mit dem Bericht aus Irland zufrieden: «Die Ergebnisse des Berichts decken sich über weite Strecken mit den von uns angezeigten Vergehen gegen den Europäischen Datenschutz. Wir sind überaus glücklich über diesen ersten Schritt.»

Lob aus der Schweiz

Die oberste Schweizer Datenschutzbehörde Hanspeter Thür lobte «die gründliche Prüfung» von Facebook. Das soziale Netzwerk müsse sich verbindlich an europäische Datenschutzstandards halten. Facebook hat gemäss Thür zugesichert, «dass von den jetzt vorzunehmenden Verbesserungen auch Schweizer Nutzer vollumfänglich profitieren» werden. Thür: «Wir werden die Umsetzung der Vorgaben der irirschen Behörden durch Facebook daher genau beobachten».

Laut dem Schweizer Datenschützer steht jetzt fest, dass Facebook mit dem Like-Button auch Daten über Nicht-Mitglieder sammle. «Diese müssen so schnell wie möglich anonymisiert und gelöscht werden.» Weiter müssten Facebook-Nutzer, die aussteigen wollen, sich darauf verlassen können, dass ihre Daten auch wirklich gelöscht werden. Schliesslich verlangt Thür, dass Facebook besser über die heikle Gesichtserkennungsfunktion informieren müsse. «Die Nutzer müssen eine echte Wahl und die volle Kontrolle über ihre Daten haben.»

(dsc/owi/mbu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Denis am 02.02.2012 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem

    Ich habe zum Glück immer Fake-Namen verwendet für meine FB-Konten, die ich eh nur für Gewinnspiele und Nachforschungen nutzte. Jeder, der auch nur ein Minimum an Intelligenz besitzt, wusste von Anfang an was das eigentliche Ziel von FB ist. Die wollen einfach so viele Infos sammeln und später nutzen wie sie können.

  • Ivan H. am 02.02.2012 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Datenschützer - Ein unnötiger Beruf

    Hört doch auf ihr Datenschützer. Ich nervt doch nur. Kann es nicht mehr hören.

  • Denis am 02.02.2012 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem

    Ich habe zum Glück immer Fake-Namen verwendet für meine FB-Konten, die ich eh nur für Gewinnspiele und Nachforschungen nutzte. Jeder, der auch nur ein Minimum an Intelligenz besitzt, wusste von Anfang an was das eigentliche Ziel von FB ist. Die wollen einfach so viele Infos sammeln und später nutzen wie sie können.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Zyniker am 02.02.2012 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Hype

    Ach kommt. Die Daten auf FB werden überbewertet. Der Grossteil ist belangloses Zeugs und die Werbung, die dort geschaltet wird, interessiert eh niemanden... hier wird ein Hype geschaffen. Es ist wie so vieles im WW: Mehr Schein denn Sein!

    • @Zyniker am 02.02.2012 12:52 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Hype

      Das hat gar nichts mit einem Hype zu tun! Wir haben sehr lange für unsere eigene Privatsphäre gekämpft und jetzt stellt jeder Möchtegern seine Daten ins FB rein! Diese Entwicklung ist sehr bedenklich! Macht ruhig weiter so...

    einklappen einklappen
  • Ivan H. am 02.02.2012 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Datenschützer - Ein unnötiger Beruf

    Hört doch auf ihr Datenschützer. Ich nervt doch nur. Kann es nicht mehr hören.

  • Denis am 02.02.2012 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem

    Ich habe zum Glück immer Fake-Namen verwendet für meine FB-Konten, die ich eh nur für Gewinnspiele und Nachforschungen nutzte. Jeder, der auch nur ein Minimum an Intelligenz besitzt, wusste von Anfang an was das eigentliche Ziel von FB ist. Die wollen einfach so viele Infos sammeln und später nutzen wie sie können.

  • Denis am 02.02.2012 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem

    Ich habe zum Glück immer Fake-Namen verwendet für meine FB-Konten, die ich eh nur für Gewinnspiele und Nachforschungen nutzte. Jeder, der auch nur ein Minimum an Intelligenz besitzt, wusste von Anfang an was das eigentliche Ziel von FB ist. Die wollen einfach so viele Infos sammeln und später nutzen wie sie können.