Datenschutzlücke

16. Oktober 2010 19:30; Akt: 17.10.2010 03:05 Print

Facebook als Spionage-Tool

Auch wer bei Facebook nicht dabei ist, kann mit Hilfe des sozialen Netzwerks ausspioniert werden. Dazu reicht scheinbar eine E-Mail-Adresse.

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Die Vorwürfe wegen fehlenden Datenschutzes bei Facebook reissen nicht ab. Besonders im Visier: Firmengründer und CEO Mark Zuckerberg, hier bei einer Präsentation in San Francisco am 21. April 2010. (Bild: Keystone)

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Kaum ist ein Datenleck gestopft, kommt schon das nächste ans Tageslicht. Der Internetdienst Facebook ermöglicht es offenbar, E-Mail-Kontakte von Nichtmitgliedern auszuforschen. Das hat die «Frankfurter Allgemeine SonntagsZeitung» herausgefunden. Allein mit einer E-Mail-Adresse liessen sich, auch ohne das Passwort zu kennen, bis zu 20 Personen ermitteln, mit denen der Besitzer der Adresse Kontakt hatte. Der Grund sei, dass bei der Eröffnung eines Mitgliedskontos nicht geprüft wird, ob es sich tatsächlich um den Besitzer der angegebenen E-Mail-Adresse handelt.

Die deutsche Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) sagte der Zeitung: «Dass die Kenntnis einer E-Mail-Adresse ausreicht, um bei Facebook recherchieren zu können, mit wem jemand in Kontakt steht, der selbst Facebook gar nicht nutzt - dies zeigt ein weiteres Mal, wie wenig Respekt Facebook vor der Privatsphäre der Internet-Nutzer hat.» Es sei geradezu grotesk, wenn ein Netzwerk, das sich sozial nennt, sein Profitstreben permanent über die Privatsphäre seiner Mitglieder stellt.

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar beschäftigt sich unterdessen mit dieser Sache.

(ap)