«Graph Search»

15. Januar 2013 20:22; Akt: 16.01.2013 11:17 Print

Facebook lanciert eigene Suchmaschine

Das Geheimnis ist gelüftet: Facebook hat eine mächtige Suchfunktion für das Online-Netzwerk angekündigt. Vorläufig ist die Suche auf gewisse Inhalte beschränkt. Die Privatsphäre werde respektiert.

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat mit «Graph Search» den nächsten grossen Eckpfeiler der Online-Plattform präsentiert. Die Suchfunktion soll keine Alternative zu Googles Websuche sein, sondern sich auf die Inhalte des sozialen Netzwerks beschränken. (Bild: AP Photo/Jeff Chiu)

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Facebook hat heute eine neue Funktion vorgestellt, die es in sich hat. «Graph Search» - oder auf Deutsch «Suche im Sophial Graph» - ist eine mächtige Suchfunktion, um Inhalte im weltgrössten sozialen Netzwerk zu finden. Der Name lehnt sich an die riesige Datenbank namens Open Graph an; darin sind die Nutzerdaten (persönliche Informationen, Texte, Bilder etc.) von über einer Milliarde Menschen gespeichert.

Wie Facebook-Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg im Hauptquartier in Menlo Park, Kalifornien, ausführte, soll Graph Search nicht der Websuche von Google Konkurrenz machen. «Wir indizieren nicht das Web, sonderen unseren Open Graph, der gewaltig am Wachsen ist.»

Verschiedenste Suchkriterien

Auf die Inhalte der Facebook-Datenbank kann in Zukunft über eine Leiste im oberen Bereich des Facebook-Profils zugegriffen werden. Um nach Inhalten zu suchen, kann man einfache Sätze und Schlüsselwörter in diese Suchleiste eingeben. Wie bei Google Now soll die Suche dabei auch mit natürlichen Sätzen funktionieren, wie betont wurde.

Mithilfe der Suchfunktion sollen sich insbesondere auch Leute aufspüren lassen, über die man nur wenige Informationen hat. Beispielsweise könne man lose Bekanntschaften über die folgende Suche finden: «Menschen, die Chris heissen, die Stanford Universität besuchen und mit Peter befreundet sind.» Dabei lassen sich aber nur Personen finden, die schon ein eigenes Profil bei Facebook registriert haben.

Falls eine Sucheingabe nicht erkannt wird, erfolgt eine Webabfrage über Microsofts Suchmaschine Bing. Vorläufig sei die Suche auf Menschen, Fotos, Orte und Interessen (Likes) beschränkt, hiess es an der Medienorientierung. In Zukunft soll die Suche aber auch auf gepostete Beiträge und alle anderen Facebook-Inhalte ausgeweitet werden. Bis es so weit sei, könne es aber noch Jahre dauern, sagte Zuckerberg.

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(Quelle: facebook.com)

In der deutschen Medienmitteilung werden weitere Beispiele genannt. Eine Suche wäre möglich nach «Menschen, die die Dinge mögen, die ich mag» oder nach »Sprachen, die meine Freunde sprechen».

Die Ergebnisse der Suche im Social Graph seien dabei für jeden unterschiedlich, denn jeder Inhalt auf Facebook habe sein eigenes Publikum. Facebook betont: «Alle Privatsphäre-Einstellungen werden bei der Suche im Social Graph selbstverständlich beachtet.» Das heisst, es werden ausschliesslich Inhalte angezeigt, auf die der Suchende ohnehin Zugriff hat, weil sie mit ihm auf Facebook geteilt wurden oder öffentlich zugänglich sind.

Noch nicht verfügbar

Vorerst ist die Nutzung der Betaversion der Social-Graph-Suche auf eine kleine Anzahl von Leuten beschränkt, die Facebook in US-englischer Sprache nutzen. Die Einführung der Suche im Social Graph werde langsam umgesetzt, heisst es in der Mitteilung. Sprich: Bis die Suchfunktion hierzulande auf Deutsch verfügbar ist, kann es noch Wochen oder sogar Monate dauern.

Graph Search funktioniert vorläufig nur in der Desktop-Version von Facebook und ausschliesslich auf Englisch. Eine mobile Variante sei in Entwicklung, hiess es aus dem Hauptquartier.

(dsc)