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12. November 2010 13:50; Akt: 15.11.2010 10:03 Print

Facebook mit Gmail-Killer?

Für den kommenden Montag hat Facebook überraschend zu einer Pressekonferenz geladen. Es wird vermutet, dass die Social-Community einen eigenen E-Mail-Dienst vorstellen wird.

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Die Einladung zum Presseevent von Facebook erinnert stark an einen Brief - ein Indiz für einen webbasierten E-Mail-Dienst?

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Der in der Regel gut informierte IT-Blog techcrunch.com vermutet, dass Mark Zuckerberg das immer wieder thematisierte Projekt Titan vorstellen wird, das in Facebook-Mitarbeiterkreisen auch als «Gmail-Killer» betitelt wird. Schon Anfang Februar schrieb «TechCrunch»-Gründer Michael Arrington zum ersten Mal, dass die Social-Community einen eigenen E-Mail-Service aufziehen wolle. Damit sollen die User in der Lage sein, von einer eigenen Facebook-Adresse aus E-Mails zu verschicken. Die Adressen würden auf ihrname@facebook.com lauten. Damit würde die Social-Community in direkten Konkurrenzkampf mit Gmail, Yahoo, GMX & Co. treten. Arrington bezog sich damals auf gut informierte Kreise.

Für den kommenden Montag hat Facebook überraschend zu einer Pressekonferenz geladen - und die Spekulationen um das Projekt Titan erhalten neuen Auftrieb. TechCrunch bezieht sich einmal mehr auf gut informierte Kreise. Dass die Einladung zum Event optisch stark an einen Brief erinnert, wird als weiteres Indiz für einen webbasierten E-Mail-Dienst gedeutet. Bei Google & Co dürfte die Freude darüber gering sein, da Facebook bereits jetzt 500 Millionen Mitglieder vereint.

Dies könnte auch der Grund sein, wieso es zwischen Facebook und Google Anfang des Monats zu einem Streit gekommen ist (20 Minuten Online berichtete). Google hat die Nutzungsbedingungen für Seitenbetreiber geändert, die über die Schnittstelle auf die Gmail-Adressbücher zugreifen können, wenn Nutzer dies wünschen. Wenn sich User bei Facebook anmelden, können sie ihre Kontakte und E-Mail-Adressen aus Accounts bei Hotmail, Yahoo oder bisher auch Google Mail importieren. Facebook bot diese Möglichkeit umgekehrt bislang nicht an. Und genau dies fordert Google nun in seinen neuen Bedingungen und sperrte den Zugang auf die entsprechende Schnittstelle wieder.

Die Reaktion von Facebook liess nicht lange auf sich warten - und die ist ziemlich clever. Die Social-Community verweist einfach Mitglieder per Link auf die vom Suchmaschinisten angebotene Download-Option und importiert die Kontakte im CSV-Format. Laut TechCrunch reagierte Google darauf in einer Stellungnahme so: «Uns ärgert, dass Facebook seine Zeit nicht dafür verwendet, eine Möglichkeit zu schaffen, Kontakte aus Facebook zu exportieren.» Weil Menschen das Recht hätten, Kontrolle über ihre Daten zu haben, werde Google auch in Zukunft eine Exportfunktion für Kontakte anbieten. Unter anderem lassen sich Fotos aus Facebook exportieren. Freundeslisten und Kontaktdaten aber nicht. Vorteil für die Community: Nur sie kann sich damit als attraktive Werbeplattform positionieren.

Update 13.11.: Laut einem Bericht von domainwire.com hat Facebook die Domain fb.com vom Bauernverband American Farm Bureau gekauft. Einerseits könnte das soziale Netzwerk an seine rund 1400 Angestellten nun @fb.com-E-Mail-Adressen vergeben, um Verwechslungen mit Mitglieder-Adressen zu vermeiden. Andererseits könnte die Domain auch für E-Mail-Adressen von Mitgliedern benutzt werden. Am Montag wird die Technologie-Welt mehr wissen.

(mbu)