In der Kritik

30. September 2011 09:49; Akt: 30.09.2011 15:38 Print

Facebook wehrt sich gegen VorwürfeFacebook wehrt sich gegen Vorwürfe

Mark Zuckerbergs Plattform steht in der Kritik. Unmengen an Nutzerdaten würden heimlich gespeichert, inklusive gelöschter Fotos und Kommentare. Nun spricht das soziale Netzwerk.

Bildstrecke im Grossformat »

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Der Wiener Jus-Student Max Schrems hat in den letzten Wochen 22 Beschwerden gegen Facebook eingereicht. Er und weitere Datenschutz-Aktivisten fordern unter anderem, dass sich das soziale Netzwerk an das europäische Datenschutzrecht hält und Daten wie Fotos, Kommentare und Statusmeldungen physisch (auf den Facebook-Servern) löscht, wenn ein User sein Konto endgültig löscht (20 Minuten Online berichtete).

Laut der europäischen Datenschutzrichtlinie ist Facebook verpflichtet, seinen Mitgliedern über die gespeicherten Daten Auskunft zu erstatten. Wie die Datenschuzt-Aktivisten um Max Schrems am Mittwoch mitteilten, hat ihnen das grösste soziale Netzwerk nur einen Teil der angeforderten Informationen zugeschickt. Unter den erhaltenen Daten sollen sich auch Informationen befunden haben, die sie auf ihren Profilen längst gelöscht hatten.

Facebook nimmt Stellung

Am Donnerstag wies Facebook die Vorwürfe der Datenschutz-Aktivisten zurück: «Als Antwort auf die Anfrage von Herrn Schrems hat Facebook ihm mehr als 1000 Seiten Datenmaterial zugeschickt und wir gehen davon aus, dass dies den Anforderungen des EU-Datenschutzrechts genügt.» Es sei daher unsinnig zu behaupten, dass Facebook nicht bereit sei, ihm seine persönlichen Daten zu geben.

Weiter schreibt die Social-Media-Plattform: «Wir haben Herrn Schrems geantwortet und ihm die relevanten Bestimmungen des irischen Datenschutzrechts erläutert, die in Bezug auf die Daten, die geliefert werden müssen, einige begründete Einschränkungen machen.» Man kooperiere im vollen Masse mit dem irischen Datenschutzbeauftragten, der sich zu gegebener Zeit mit der Beschwerde von Herrn Schrems befassen werde.

Zum Vorwurf, dass unter den gelieferten Daten auch Bilder, Kommentare und Chat-Nachrichten seien, die der Nutzer eigentlich längst gelöscht hatte, äusserst sich das soziale Netzwerk wie folgt: «Bei den gelöschten Daten, die manchmal in den heruntergeladenen Dateien auftauchen, ist festzuhalten, dass es sich hierbei wahrscheinlich um Posts (Nutzer-Beiträge, Anmerkung der Red.) handelt, die an einer bestimmten Stelle auf Facebook entfernt, aber nicht gelöscht wurden.» Möglich sei auch, dass solche Informationen für eine kurze Zeit für Nachforschungen aufbewahrt werden mussten.

Datenschutz-Aktivisten unzufrieden

Die Datenschutz-Aktivisten kritisieren, dass es sich bei den zurückbehaltenen Informationen um besonders heikle Daten handle, die vom User unbemerkt im Hintergrund mit seinem Profil verknüpft und gespeichert würden. So verweigere das soziale Netzwerk die Herausgabe von Informationen aus dem Gesichtserkennungsprogramm, Informationen, die über Nutzer auf externen Webseiten über den Like-Button gesammelt werden sowie Daten aus dem «Friend Finder» und dem Synchronisieren von Handys mit Facebook.

Widerstand auch in den USA

Auch in den USA nimmt der Druck auf Faceook zu. Neun Bürgerrechtsgruppen haben die Handelskommission (FTC) des Landes in einem gemeinsamen Schreiben zur Überprüfung des Umgangs mit Daten beim sozialen Netzwerk Facebook aufgefordert. Veränderungen, die Facebook in der vergangenen Woche vornahm, erleichterten es dem Netzwerk, persönliche Informationen der Nutzer an Unternehmen weiterzugeben, erklärten die Gruppen. Darunter die Amerikanische Bürgerrechtsunion (ACLU) und das Informationszentrum für elektronischen Datenschutz. Eine formelle Beschwerde stellt das Schreiben nicht dar.

(owi/ap)

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

  • jiggy am 02.10.2011 05:06 Report Diesen Beitrag melden

    Was denkt Ihr über Google...

    finde es auch nicht in Ordnung, aber was macht unser Staat...oder Provider??? was wird Google mit unsern noch viel brisanteren Daten machen...??? Achte z.B. mal auf Google Werbung... noch fragen..?? Nicht? Ich hab noch eine... Was wirfst du ins Altpapier?

    • Piii am 03.10.2011 09:57 Report Diesen Beitrag melden

      Lieber Google

      Dann bevorzuge ich doch lieber Google. Da weis ich wo die Daten landen. Nähmlich bei Google, denn sie können sie selbst brauchen. Facebook hingegen verkauft die Daten an dritte weiter... Ach ja, Zeitungen...

    einklappen einklappen
  • T.T am 02.10.2011 01:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Löschen ist eine Kunst

    Ich habe Freund denen wurde ihr Konto gelöscht von Facebook. Und bei mir kann ich auch alte Beiträge löschen und wenn ich wider aufs Profil gehe sind sie wieder da.

  • Oli am 30.09.2011 22:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Facebook nutzen oder sein lassen

    Sicherlich ist Datenschutz wichtig aber wenn man sich auf einer Plattform wie Facebook, Netlog, Google+ u.s.w. Begibt muss sich diese Gefahr einfach bewusst sein. Ansonsten am besten sich auf solchen Seiten nicht registrieren. Ganz einfach oder? Ich bin "nur" auf Facebook registriert und habe nichts zu verstecken. Mann sollte vielleicht auch nicht jeden Blödsinn Posten.

    • Doris am 06.10.2011 08:22 Report Diesen Beitrag melden

      Facebook nutzen oder sein lassen

      genau

    einklappen einklappen