Zu geringe Beteiligung

22. November 2012 02:19; Akt: 22.11.2012 11:27 Print

Facebook will Mitspracherecht kippen

Facebook will das Mitbestimmungsrecht der Mitglieder über wichtige Regeländerungen abschaffen. Stattdessen soll es mehr Gelegenheiten geben, direkt Fragen über Datenschutz zu stellen.

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Facebook will wegen der zu geringen Beteiligung Abstimmungen der Mitglieder über wichtige Regeländerungen abschaffen. (Bild: Keystone)

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Facebook-Nutzer haben die Möglichkeit, mit Abstimmungen über wichtige Regeländerungen mitzuentscheiden. Doch nur wenige machten davon Gebrauch. Deshalb beendet das weltgrösste Online-Netzwerk voraussichtlich das Demokratie- Experiment.

Die letzte Abstimmung über neue Regeln für Nutzung und Datenschutz war im Juni zur Farce geraten. Die Beteiligung an der User-Befragung lag mit 350'000 Nutzern bei nur 0,04 Prozent.

Facebook verlangt aber eine Teilnahme von mindestens 30 Prozent, damit das Resultat bindend ist. Mit mehr als einer Milliarde aktiver Nutzer ist es inzwischen praktisch unmöglich geworden, das Quorum zu erreichen. Dies hatten Datenschützer stets scharf kritisiert.

Masse statt Inhalt

Bisher lösten 7000 Kommentare zu Änderungsvorschlägen automatisch eine Abstimmung aus. Die Befragung im Juni wurde massgeblich von der Wiener Datenschutzgruppe «Europe vs Facebook» ausgelöst. Sie hatte die Nutzer aufgerufen, einen vorgefertigten Satz zur Ablehnung der neuen Regeln in die Kommentarmaske zu kopieren.

Kommunikationschef Elliot Schrage argumentierte, das bisherige System habe die Zahl der Kommentare vor die Qualität gestellt. Statt einer Abstimmung soll es künftig andere Möglichkeiten für Kommentare geben, kündigte Facebook am Mittwoch an. Unter anderem soll es regelmässige Live-Schaltungen mit der für Datenschutz zuständigen Managerin Erin Egan geben.

Abstimmung über Abschaffung

Es kommen aber noch weitere Neuerungen auf die Facebook-Community zu: So behält sich das Online-Netzwerk das Recht vor, Daten mit Konzerntöchtern zu teilen - was angesichts von Übernahmen wie etwa dem Kauf des Fotodienstes Instagram notwendig wurde.

Ausserdem streicht Facebook die Möglichkeit, den Kreis der Nutzer einzuschränken, die einem E-Mail-Nachrichten schicken können. Stattdessen soll es neue Filter geben. Auch wird jetzt klarer darauf hingewiesen, dass andere unter Umständen weiterhin Informationen sehen können, die man aus dem eigenen Profil entfernt hat.

Die Facebook-Nutzer dürfen nun bis kommenden Mittwoch die Vorschläge kommentieren. Um Kritik vorzubeugen, bekommen alle Facebook-Nutzer E-Mails, die über die geplanten Änderungen informieren. Damit könnte es diesmal eine Abstimmung über die Abschaffung der Abstimmung geben.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M. Baumann am 22.11.2012 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Hä...

    ...was ist facebook, kenne ich nicht, nutze ich nicht, rege mich darüber nicht auf.

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  • Tony am 22.11.2012 06:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abstimmen mühsam

    Wenn die einen einfachen Abstimmungsbutton, wo man mit JA od. NEIN stimmen kann, hätten - dann würden auch viel mehr Leute mitmachen. Aber nein, es muss superkompliziert sein. Damit vergrault man schon mal viele.

  • Martin Schmid am 22.11.2012 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Mitleid

    Muss man jetzt Mitleid haben? Neee, nicht wirklich! Ist jedem seine Entscheidung, bei diesem Club mitzumachen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • hakan yakin am 22.11.2012 23:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ??

    wusste ich gar nicht daß es abstimmungen gibt o.O -.-

  • IKEA am 22.11.2012 23:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Am Ende

    In 2ahren redet man nicht mehr von oder über FB.

  • Simon am 22.11.2012 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Facebook Abstimmungen

    Die meisten User erfahren überhaupt nicht, dass Facebook eine Abstimmung laciert hat. Wie sollen dann 30% ( bei rund 30% Fakeprofilen) abstimmen?

    • Fritz Hämmerli am 25.11.2012 16:10 Report Diesen Beitrag melden

      Nur mal EULA lesen

      Nicht nur dies, ein Grossteil hat bis zum heutigen Tag auch die EULA/AGB nicht mal durchgelesen bzw. ein noch grösserer Teil den Inhalt nicht mal verstanden, was schon beängstigender ist (sprich es wird ohne gross zu überlegen einfach auf "Ich stimme zu" geklickt, ohne überhaupt alle versteckten Sachen richtig zu verstehen). Könnte ja zu lange dauern und einem einschläfern, mit all den anwalttypischen Bezeichnungen und Wörtern :-( Naja, ich(!) hab es im Beistand eines Anwaltes mal durchgelesen und gleich gesagt "Ohne mich, bin doch nicht b..d im Kopf".

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  • KimRo am 22.11.2012 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Eigene Entscheidung

    Eine Abstimmung wird nach wie vor Möglich sein - in Form der eigenen Fähigkeit zu entscheiden, ob man weiterhin Mitglied sein möchte oder nicht. Der Witz ist doch, dass besonders die, die gegen Facebook wettern weiterhin bei Facebook angemeldet bleiben - so auch die Wiener Datenschutzgruppe. Das wäre, als wenn sich ein Nichtraucher in einem Raum von Rauchern begibt und bleibt statt zu gehen - und sich dennoch beklagt.

  • M. Baumann am 22.11.2012 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Hä...

    ...was ist facebook, kenne ich nicht, nutze ich nicht, rege mich darüber nicht auf.

    • Mister M am 22.11.2012 13:53 Report Diesen Beitrag melden

      @M.Baumann

      FACEBOOK.....Jetzt kennst du es :-))

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