Nahe am Polarkreis

27. Oktober 2011 07:04; Akt: 27.10.2011 17:16 Print

Facebook zieht's zum MeerbusenFacebook zieht's zum Meerbusen

Facebook plant in Nordschweden das erste europäische Rechenzentrum. Dank kühlem Klima benötigen die Server weniger Strom, der aus Wasserkraftwerken bezogen wird.

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Sprung ins eiskalte Wasser am geografischen Nordpol. Ganz so weit in den Norden zieht es Facebook nicht. Das Unternehmen will aber von tiefen Lufttemperaturen profitieren. (Bild: Jason Roberts)

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Das Internet-Unternehmen Facebook plant den Bau eines grossen Rechenzentrums im Norden Schwedens. Die Server-Farm soll in der etwa hundert Kilometer südlich des Polarkreises gelegenen Stadt Luleå entstehen, wie die schwedische Regionalzeitung «Norrbottens Kuriren» publik machte. Die Küstenstadt liegt am Bottnischen Meerbusen und zählt gut 45 000 Einwohner.

Mehr als die Hälfte der 800 Millionen Facebook-Nutzer befänden sich inzwischen ausserhalb der USA, sagte ein Sprecher des kalifornischen Unternehmens. «Es war für uns an der Zeit, nach Europa zu expandieren.» In der Nähe der Universität von Luleå entsteht das weltweit dritte Zentrum für den gigantischen Datenverkehr. Die Bauarbeiten beginnen sofort.

Neben den klimatischen Bedingungen sei die Entscheidung für Luleå auch deshalb gefallen, weil sich der hohe Strombedarf dort ausschliesslich durch Wasserkraft decken lasse, sagte der Facebook-Vertreter. Die Behörden der Stadt hatten zuvor erklärt, sie befänden sich in Gesprächen mit einer weltweit führenden US-Firma.

760 Millionen US-Dollar

Das kühle Klima in der Region ist ein gewichtiger Vorteil, um die Betriebskosten des Rechenzentrums tief zu halten. Im Winter liegen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, und auch im Sommer klettert das Thermometer selten über 25 Grad - so lassen sich die Server leichter kühlen. Geplant sind drei riesige Server-Hallen auf einem zwei Hektaren grossen Grundstück. Der Bau der Anlage soll 2014 abgeschlossen sein. Die Kosten des Projekts betragen 760 Millionen US-Dollar.

Google ist in Finnland

Auch andere IT-Konzerne treiben den Bau eigener Rechenzentren voran. Im September hatte Google über ein neues Rechenzentrum in Finnland informiert. Auf den firmeneigenen Servern werden die äusserst wertvollen Kundendaten gespeichert und bei Bedarf über schnelle Internetverbindungen zur Verfügung gestellt. Im Fall von Facebook sind das Milliarden von Status-Updates, Fotos und andere persönliche Daten der laut Schätzungen weltweit 800 Millionen Nutzer.

(dsc/dapd)