Für FB-Fans

22. April 2013 09:16; Akt: 22.04.2013 13:52 Print

Facebooks «Android-Kondom» im Experten-Test

von Oliver Wietlisbach - Facebook macht sich auf Android-Handys breit: Die neue Benutzeroberfläche «Home» stülpt sich über Googles Betriebssystem. Wir haben sie von Usability-Experten testen lassen.

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Schlicht «Home» heisst Facebooks neue Benutzeroberfläche für Android-Smartphones. «Home ist kein Handy oder Betriebssystem – es ist aber weit mehr als nur eine App», erklärt Mark Zuckerberg seinen neuesten Wurf. Home stülpt sich nach der Installation über die vertraute Android-Oberfläche. Statt des Sperrbildschirms bzw. der gewohnten Apps springen einem beim Einschalten des Handys die neusten Meldungen der Facebook-Freunde direkt ins Auge - ohne dass die Facebook-App geöffnet werden muss.

Das ist Facebook Home

Home ersetzt den Sperr- und Home-Screen und zeigt in Echtzeit, was bei den Freunden gerade passiert. Beim Aktivieren des Handys erscheint direkt der Facebook-News-Feed mit den neusten Beiträgen und Fotos im Vollbildmodus. Mit einem Wisch wechselt man zwischen den Statusmeldungen, blättert also quasi durch die Facebook-Postings. Der Nutzer kann direkt vom News-Feed aus kommentieren, liken oder Nachrichten beantworten (siehe Diashow).

Mit einer Wischgeste lässt sich zudem der Facebook-Messenger öffnen. Während des Chattens erscheint ein kleines rundes Profilbild des Chat-Partners am Bildschirmrand. Das Symbol bleibt stets im Vordergrund, selbst wenn sich der Handynutzer gerade in einer anderen App bewegt, im Internet surft oder Musik hört. Mit einem Klick auf das Chatsymbol des Freundes gelangt man jederzeit zum Facebook-Messenger. Auch SMS können über den Messenger empfangen und gesendet werden.

Das gefällt besonders

Die Usability-Experten der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) haben Home für 20 Minuten Online unter die Lupe genommen. Was also taugt Facebooks Social-Media-Oberfläche für Android?

Lob gibt es für das Design: «Home ist schlicht und elegant», urteilen die Design- und Informatik-Experten. Facebook habe sich auf das Wesentliche fokussiert. Die Oberfläche reagiere sehr schnell auf Nutzereingaben. «Wie bei einem Buch blättert man zwischen den Statusmeldungen», sagt Thekla Müller von der Fachhochschule Nordwestschweiz. Das Blättern mit einer Wischgeste zwischen den einzelnen Statusmeldungen oder Chronik-Einträgen sei rasch verständlich, da es Smartphone-Nutzern bereits vom klassischen Home-Bildschirm bekannt ist.

Das «Liken» per Doppel-Klick geht sehr schnell von der Hand. Von den Usability-Forschern setzt es trotzdem leise Kritik ab: Es handle sich um «eine versteckte Funktion», die sich dem Nutzer von Smartphones nicht sofort erschliesse. Lob gibt es dafür für die dezenten Animationen. Home nutzt beispielsweise Titelbilder von Facebook-Profilen als Hintergrund für Statusmeldungen. «Die langsame Animation der Bilder bringt Dynamik rein, ohne störend zu wirken», lautet das Verdikt. Mit der Darstellung immer neuer Fotos und Beiträge von Freunden in Echtzeit wird um die Aufmerksamkeit der Home-Nutzer geworben. Das Ziel ist klar: Der User soll möglichst viel Zeit mit Facebook Home verbringen.

Das gefällt nicht

«Momentan ist es noch etwas Umständlich, zwischen Facebook Home und der gewohnten Android-Oberfläche umzuschalten», bemängeln die Design- und IT-Experten der FHNW. Auch die generell mangelnden Anpassungsmöglichkeiten – eigentlich eine Stärke von Android – stossen auf Kritik. So kennt Home etwa die bei Android-Usern beliebten Widgets (noch) nicht. Auch der Nachrichten-Feed an sich wird beanstandet: «Der Feed sollte die Status-Meldungen chronologisch anzeigen können», sagt Usability-Expertin Müller. Zusätzlich wäre es wünschenswert, dass Beiträge direkt aus dem Feed heraus geteilt werden können.

Besonders ärgerlich: Facebook Home ist keineswegs fehlerfrei. Auf unserem Testgerät HTC One wird beispielsweise nach der Installation das Kamera-Icon über dem Browser-Symbol eingeblendet.

Das Fazit

«Facebook Home macht Sinn für Personen, die Facebook und den Facebook-Messenger aktiv nutzen und die Funktionalitäten mit einem Klick griffbereit haben wollen», lautet das Fazit der IT-Experten. Insbesondere die Möglichkeit Unterhaltungen zu führen, während man etwa Videos anschaut oder das Web durchstöbert, wird als Vorteil herausgestrichen. Home sei zwar am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, insgesamt würden Android-User aber sehr rasch mit Home zurechtkommen. Home lasse sich insgesamt sehr ähnlich wie Android bedienen.

Seit letzter Woche steht Facebook Home auch im Schweizer Play Store zum Download bereit. Unterstützt werden bislang die wichtigsten Android-Geräte, wie das HTC One, HTC One X, Galaxy S3 und das Galaxy Note 2. Der Support für das Galaxy S4 soll folgen, sobald das neue Flaggschiff von Samsung am 27. April in die Läden kommt.

Facebook Home im Video erklärt

Quelle: YouTube/heisenewsticker

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Die neusten Leser-Kommentare

  • S.S am 23.04.2013 22:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Gut

    Also mir persöhnlich gefällt diese app garnicht. Grund, sie ist ein bisschen unübersichtlich aufgebaut

  • Peter Dreher am 23.04.2013 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    ich will auch disliken !!!

    ich vermisse schon seit "immer" den dislike button! Ich will ja nicht nur "liken" ich will auch "disliken" Scheint ja ordentlich weltfremd zu sein, so gar nicht wie im richtigen leben; wo man etwas mag oder eben nicht mag...

  • the internet am 22.04.2013 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    absoluter blödsin

    ich habs jetz seit fast einer woche und finde es auf deutsch gesagt "de gröst scheiss" -frist akku -nervige abstürze usw..

  • anni am 22.04.2013 23:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    25jaehrige

    braucht keiner ueber 20ig!

  • ... am 22.04.2013 22:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schaaade :/

    Wird leider nicht auf meinem Huawei Ascend P1 unterstützt....