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23. Mai 2012 15:12; Akt: 23.05.2012 16:54 Print

Faceporn gewinnt gegen Facebook

Das weltgrösste soziale Netzwerk kämpft aggressiv gegen Trittbrettfahrer im Netz. Doch nun hat ein norwegischer Pornoseiten-Betreiber gegen den Social-Media-Koloss gewonnen.

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Pornface ist wieder online, Facebook hat als Klägerin eine empfindliche Niederlage erlitten. (Bild: 20 Minuten Online / Screenshot Pornface.no)

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Was haben Fuckbook und Faceporn gemeinsam? Beide Webseiten widmen sich Amateur-Pornos und beide führen hochexplosive Wörter im Namen.

Gemeint sind die im Englischen häufig vorkommenden Begriffe «Face» und «Book». Wer einen davon für kommerzielle Zwecke verwendet, muss mit dicker Post aus Menlo Park, Kalifornien, rechnen. Denn Facebook reagiert aggressiv auf Nachahmer und Trittbrettfahrer, die von der Bekanntheit des weltgrössten sozialen Netzwerks profitieren wollen. Die Wörterkombination Facebook ist markenrechtlich geschützt - der Social-Media-Konzern lässt schnell seine Anwälte von der Leine.

Dies mussten auch die norwegischen Faceporn-Betreiber herausfinden, wie der Blog paidcontent.org berichtet. Faceporn bezeichnet sich selbst als soziales Netzwerk für Erwachsene und ist Mark Zuckerberg schon seit langem ein Dorn im Auge. 2010 reichte Facebook in Kalifornien Klage ein - in der Folge ging die Schmuddel-Plattform vom Netz.

Facebooks Forderungen waren happig: Faceporn sollte alle Rechte an der Internet-Adresse faceporn.com kostenlos abgeben bzw. an Facebook übertragen. Zudem sollten die Faceporn-Betreiber alle entstandenen Anwalts- und Gerichtskosten übernehmen.

Richter weist Klage ab

Doch mit Geld und Bekanntheit ist nicht alles zu erreichen. Dies zeigt der überraschende Entscheid des zuständigen US-Gerichts. Es hat in der vergangenen Woche die Klage von Facebook abgewiesen. Faceporn darf trotz der Anlehnung an den geschützten Markennamen wieder online gehen. Das ist inzwischen passiert.

Das Gericht sah die Verwechslungsgefahr zwischen den beiden Plattformen nicht als erwiesen. Facebook habe keine Beweise geliefert, wonach Nutzer weggelockt worden seien. Die beiden Unternehmen seien folglich keine direkten Konkurrenten.

Facebook wollte den Entscheid nicht öffentlich kommentieren, wie US-Medien berichten. Das Unternehmen könnte aber auch noch versuchen, in Norwegen gegen die Betreiberfirma vorzugehen.

Aggressives Vorgehen

Kommentatoren halten fest, dass Facebook bisher nicht sehr erfolgreich gewesen sei im Kampf gegen Facebook-Profiteure im Netz. So blieben etwa Klagen gegen die Lehrer-Plattform Teachbook und die Erwachsenen-Dating-Site Shagbook ohne Wirkung. Beide Webseiten sind online, wie auch weitere Sex-Websites mit Face oder Book im Namen. Eine aussergerichtliche Einigung erzielte Facebook mit den Betreibern der Parodie-Website Lamebook.

Wie aus einem Bericht des US-Gerichts hervorgeht, hat Facebook insgesamt zehn Namenkombinationen markenrechtlich schützen lassen, bei 17 weiteren läuft noch das entsprechende Verfahren. Angeblich gehört auch das Wort «Wall» zum Facebook-Namensportfolio.

(dsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Volkan Aydin am 23.05.2012 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Genau wegen solcher Patente sollte man ACTA verbannen! Hier werden Monopol stellungen ausgebaut, wann werden einzelne Buchstaben patentiert? I= Apple lässt grüssen! Das schöne immerhin ist das Facebook tief abstürzt mit ihrem börsengang! Obwohl ich denke das Zuckerberg wohl davon Profitieren wird....

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  • Wer hats erfunden? am 23.05.2012 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Fact-/Year-/Note-/Phonebook...

    Das Vorbild von Facebook sind ja die Facebooks in Buchform - so mit Papier und so ;-) - welche es an den Schulen gibt und wo alle Mitstudenten portraitiert sind und sonstiges Artikel zur Schulzeit veröffentlicht werden. Dies wurde in die elektronische Form adaptiert und dabei sogar der Name "Facebook" übernommen. Erstaunlich, dass die Rechte dieses Namens, der ja seit Jahren fester Bestandteil des englischen Wortschatzes ist, überhaupt geschützt werden konnten. Dürfen denn die Schulen ihre "Facebooks" eigentlich noch so nennen? Zudem gibts ja seit jeher unzählige "xy"-books...

  • ande am 23.05.2012 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Geldgier....

    Facebook ist nur auf den Gewinn aus... Egal wo, sie versuchen noch mehr Gewinn zu kreieren. Als würde es seit 100 Jahren nichts anderes als Facebook geben.... Book = Buch, soll doch jeder sein book eröffnen.... unibook...schulbook...latinabook...ostblockbook... xD Ist dann "Gsichtsbuech" auch geschützt? xD

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Die neusten Leser-Kommentare

  • olivier am 24.05.2012 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Hochmut

    Hochmut kommt vor dem fall... wie auch bei anderen Beispielen..

  • Andy am 24.05.2012 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Werbung

    Tolle Werbung für faceporn. Ich hab gar nicht gewusst das es gibt.

  • H. Romey am 24.05.2012 02:17 Report Diesen Beitrag melden

    Berühmt ???

    gleicher Mist passiert auch bei irgendwelchen "Scout"-Domains. Admins, die den Begriff "Scout" verwenden, bekommen auch rasend schnell Post. Ziemlich gleiches Vorgehen wie bei FB, allerdings bekommt die Scout AG nahezu immer Recht, weil dieser Begriff eine gewisse "Berühmtheit" beanspruchen darf und die Gerichte durchweg alles als Trittbrettfahrerei auslegt. Zudem ist die Firma Scout AG in nahezu allen Nizza-Klassen vertreten, sodass sie auch in allen Geschäftsbereichen Ansprüche stellt. Also: Finger weg von FACESCOUT oder SCOUTBOOK :-)

  • Martin am 24.05.2012 01:18 Report Diesen Beitrag melden

    pornoface vs. facebook

    Also pornoface ist sicher interessanter.

  • Dani am 23.05.2012 23:36 Report Diesen Beitrag melden

    Komischer Name

    Faceporn... Irgendwie auch ein komischer Name... Tönt nach "Sex mit Gesichtern" oder so... Gleich mal reinschauen...