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Streit um die «Baz»
22. Dezember 2011 12:42; Akt: 22.12.2011 13:30 Print
Frau «Dingdong» und andere grosse Übelkeiten
von Antonio Fumagalli - Die Medienverantwortliche der «Basler Zeitung» könnte kotzen und eine SP-Grossrätin zieht über Redaktorinnen mit asiatischem Namen her. In Basel liegen die Nerven blank.

Äusserungen auf Facebook können hohe Wellen schlagen - dies müssen nun auch zwei öffentliche Personen in Basel erfahren. (Bild: Keystone)
Dass die sozialen Netzwerke bei allem Unterhaltungs- und Vernetzungseffekt dem User auch die Gelegenheit bieten, gehörig ins digitale Fettnäpfchen zu treten, sollten eigentlich gerade Kommunikationsfachleute wissen. Umso unverständlicher sind die Äusserungen von Nicole Scheidegger, der Kommunikationsleiterin der «Basler Zeitung». Wie die «Basellandschaftliche Zeitung» meldet, schrieb sie nach der Protestkundgebung gegen die BAZ-Eigentumsverhältnisse auf ihre Facebook-Wall: «Könnt KOTZE wäg dene 1000 Demo-Vollidiote und frogt sich, ob die d Energie nid für öbis sinnvolls möchte iisetze!??! Unglaublig!!!?!?!»
Liegen nach den Turbulenzen der letzten Wochen bei der BAZ die Nerven so blank, dass man zum verbalen Zweihänder greift? Bereut Scheidegger ihren Facebook-Eintrag? Gerne hätten wir die Fragen der Kommunikationsleiterin selbst gestellt. Sie war aber trotz mehrfacher Versuche nicht erreichbar.
Nicht viel glücklicher als Scheidegger präsentierte sich die Basler SP-Grossrätin Andrea Bollinger – ebenfalls auf Facebook und ebenfalls in Zusammenhang mit den Wirren um die BAZ. Auf die Frage, ob die «TagesWoche» eine Alternative sei, schrieb sie: «Schon vergessen, dass Frau DingDong oder wie heisst sie doch gleich von der TaWo über die SP-Fraktion im Grossen Rat hergefallen ist und von ‹Siesta-Fraktion› faselte? Mit einem völlig ignoranten Rundum-Schlag? Na dann prost, wenn ihr DAS so toll findet…»
«Es spricht für sich selbst»
Mit dem asiatisch klingenden Allerweltsnamen ist Yen Duong, Redaktorin bei der «TagesWoche», gemeint. Diese zeigt sich über Bollingers Statement befremdet: «Es spricht für sich selbst», so Duong. Die Grossrätin ihrerseits hält an der Kritik am Artikel fest, gelobt aber kommunikative Besserung. Sie würde sich heute nicht mehr so ausdrücken, so Bollinger.
Vielleicht holt sich die Lokalpolitikerin auch Rat bei ihrem Amtskollegen Daniel Heller, der im Grossen Rat des Kantons Aargau die FDP-Fraktion leitet. Dieser kam im Sommer wegen eines Facebook-Eintrags, in dem er mit Bundesrätin Doris Leuthard hart ins Gericht ging, unter Druck. Erschwerend kam hinzu, dass Heller zuerst in Abrede stellte, mit der Äusserung in Verbindung zu stehen, später aber zurückkrebste. Der Fall Heller lässt Scheidegger und Bollinger vermutlich aufatmen. Der Aargauer Grossrat überstand die Kritik an seiner Person letztlich unbeschadet.
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Alle 34 Kommentare


































ist doch stillos, frau bollinger
positiv: ab sofort ist der name yen duong ein begriff für mich.
komische Formulierung
Wieso "asiatisch klingenden Allerweltsnamen"? Der Name klingt nicht nur asiatisch, er ist es. Viatnamesisch um genau zu sein.
Man staunt
"ich könnte kotzen über diese Vollidioten".... ist schon ein "verbaler Zweihänder"? Nein, es ist ganz normale Umgangssprache. Nur misst man in unserer "Kultur" eben mit 2 Massstäben. Unter dem Deckel darf es ruhig brodeln, aber in der Oeffentlichkeit ist Schmusekurs und Schleimbeuteln angesagt.
traurig...
aber wahr. Mit dieser Aussage hast dus auf den Punkt gebracht! *Bravo