Investoren an Bord geholt

03. Januar 2011 12:11; Akt: 03.01.2011 12:47 Print

Zuckerbergs Vermögen verdoppelt sich

Goldman Sachs steigt bei Facebook ein – und investiert ein halbe Milliarde in das soziale Netzwerk. Für das Bankkonto des Gründers ein Freudentag.

storybild

Im September 2010 schätzte das US-Wirtschaftsmagazin «Forbes» Zuckerbergs Vermögen noch auf 6,9 Milliarden US-Dollar.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die US-Grossbank Goldman Sachs und der russische Investor Digital Sky Technologies haben sich nach einem Bericht der «New York Times» vom Montag mit 500 Millionen Dollar an Facebook beteiligt, womit das grösste soziale Netzwerk der Welt auf einen Gesamtwert von 50 Milliarden Dollar taxiert würde.

Mit dem Deal könnte sich das Vermögen von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg verdoppelt haben, schrieb die Zeitung. Es war jüngst vom Magazin «Forbes» auf 6,9 Milliarden Dollar geschätzt worden. Damals wurde Facebook mit 23 Milliarden Dollar bewertet. Zuckerberg besitzt etwa ein Viertel der Facebook-Aktien.

Dem Bericht zufolge investiert Goldman Sachs 450 Millionen Dollar, die russische Gruppe zunächst 50 Millionen Dollar. Die Grossbank darf aber nach Angaben von nicht namentlich genannten Beteiligten einen Teil ihrer Facebook-Anteile in einem Volumen von bis zu 75 Millionen Dollar an die russische Firma weiterverkaufen. Die Unternehmen hätten sich nicht zu den Vorgängen äussern wollen, berichtete die «New York Times».

Veröffentlichungspflichten ab 500 Anteilseignern

Unterdessen interessiert sich Berichten zufolge die US-Börsenaufsicht SEC zunehmend für den Handel mit Anteilen von boomenden Internetfirmen wie Facebook, Twitter und anderen. Einer der Gründe für das Interesse ist, dass auch private Startups gewissen Veröffentlichungspflichten unterliegen, wenn sie mehr als 500 Anteilseigner aufzuweisen haben - selbst wenn sie keinen Börsengang beantragt haben. Um das zu vermeiden, könnte Goldman nach dem Bericht der «New York Times» möglicherweise eine Zweckgesellschaft einrichten, die als ein einzelner Investor bei Facebook auftreten könnte, obwohl sie letztlich als Sammelbecken für Beiträge reicher Anleger dienen würde.

Aktien nicht öffentlich notierter Unternehmen wie Facebook oder Twitter können in den USA an privaten Börsen wie SecondMarket in New York oder SharesPost in Kalifornien gehandelt werden. Als Verkäufer treten üblicherweise ehemalige Beschäftigte der Startups auf oder Investoren, die zu einem sehr frühen Zeitpunkt eingestiegen sind. Nur institutionelle Investoren oder reiche Privatleute haben Zugang zu derartigen Börsen.

Markt in Flammen

Für die Verkäufer jedenfalls steht der Markt in hellen Flammen. Ein Abschluss bei SharesPost brachte kürzlich 25 Dollar pro Facebook-Aktie. Der Gesamtwert des sozialen Netzwerks mit mehr als 500 Millionen Mitgliedern in aller Welt läge damit bei beinahe 57 Milliarden Dollar.

(mbu/ddp)