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Google+ bedrängt Facebook
01. Juli 2011 15:18; Akt: 01.07.2011 16:13 Print
«Die Jungen werden nicht sofort wechseln»
von Oliver Wietlisbach - Googles soziales Netzwerk ist schöner, einfacher zu bedienen und kommt mit neuen Funktionen daher. Ein Medienexperte steht dem Angriff auf Facebook dennoch skeptisch gegenüber.
Aller guten Dinge sind drei, muss sich Google bei der Entwicklung des neuen sozialen Netzwerks Google+ gedacht haben. Google+ ist nicht der erste Anlauf: Bereits 2004 ging Googles bei uns weitgehend unbekanntes soziales Netzwerk «Orkut» an den Start. Während Erzrivale Facebook inzwischen weltweit über 600 Millionen Nutzer fischte, fristet Orkut ein Nischendasein in Brasilien und Indien. Mit «Buzz» versuchte der Suchmaschinenriese im letzten Jahr erneut den Frontalangriff auf Facebook, hat dabei aber eine weitere Bauchlandung erlitten. Mit Google+ soll nun alles besser werden.
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Google+ kann Facebook gefährlich werden
Matthias Gerth, Dozent für Medienökonomie an der Universität Zürich, ist zwar skeptisch, will aber nicht ausschliessen, dass es Google beim dritten Anlauf schaffen könnte. «Im Gegensatz zu den bisherigen Facebook-Konkurrenten MySpace, LinkedIn oder StudiVZ ist Google ein weltweit bekannter Player», gibt er zu bedenken. Der Konzern habe in den letzten Jahren mehrmals bewiesen, dass er fähig ist, neue Produkte zu lancieren. Als Beispiele verweist Gerth auf die populären Online-Kartendienste Google Maps und Street View oder den E-Mail-Service Gmail. Hunderte Millionen Menschen weltweit sind bereits Google-Nutzer. Entsprechend ist es für den Suchmaschinen-Konzern weit einfacher, Facebook herauszufordern, als für Noname-Netzwerke wie «Diaspora» oder «Altly».
Google hat ein weiteres Ass im Ärmel. Millionen Websurfer beginnen ihre tägliche Surftour im Internet mit Googles-Suchmaschine. Der Konzern kann daher Google+ auf der Startseite von Millionen Internetnutzern prominent ins beste Licht rücken. Diese gewaltige Werbekraft hat schon Gmail oder dem Webbrowser «Chrome» zum Durchbruch verholfen.
Nur ein Facebook-Klon?
Problematisch für den Erfolg bleibt aber, dass sich Google+ (noch) nicht grundlegend von Facebook unterscheidet. Zwar ist das soziale Netzwerk hübsch anzuschauen, glänzt durch Übersichtlichkeit und bietet mit dem Gruppen-Video-Chat auch neue Funktionen. Unter dem Strich bleibt es aber ein Facebook-Klon. «Google muss die Nutzer davon überzeugen, Facebook den Rücken zu kehren», so Medienökonom Gerth.
Gerade junge Menschen investieren aber viel Zeit und Aufwand in die Pflege ihrer Profile bei Facebook, Twitter und Co.. «Junge Nutzer werden nicht sofort wechseln», ist Gerth daher überzeugt. Mitglieder würden das Netzwerk erst verlassen, wenn es zu einer Abwanderungswelle zu Google+ oder einer anderen Alternative kommen würde. Aufgrund der Verbreitung von Facebook werde es Jahre dauern, falls überhaupt, bis Google+ mit Zuckerbergs Netzwerk auf Augenhöhe konkurrieren könne.
Künstliche Verknappung der Accounts
Bislang ist Google+ erst auf Einladung eines Freundes, der bereits ein Konto hat, zugänglich. Diese künstliche Verknappung ist ein geschickter Marketingzug, dessen sich auch andere Unternehmen gerne bedienen. Das Interesse an einem neuen Produkt wird so zusätzlich angeregt. «Die Eingeweihten erhalten das Gefühl, etwas Exklusives zu bekommen», erklärt Gerth, obwohl es möglicherweise aus technischer Sicht keinen Grund gäbe, das Angebot zu verknappen. Lange wird Google das Einladungs-Verfahren wohl nicht beibehalten, schliesslich will eine Social Community immer möglichst viele Mitglieder anziehen.
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Alle 94 Kommentare


































GOOGLE+
Zuerst mal es heisst feature und nicht future... Aber doch...Google+ sieht mal TOP aus, nur schade, dass es noch nicht Öffentlich zugänglich ist...
Nicht Ganz!
Google+ wird nicht Facebook gefährlich, sondern Twitter. Facebook basiert auf "wen kenne ich" und Google+ funktioniert nach "was interessiert mich". Man muss wie bei Twitter keinen echten sozialen Kontakt haben um zu "adden".
Wenig migration
Ich bin mit fb zufrieden, und bleibe dabei, andere werden mit G+ anfangen anstatt FB, wechseln werden wenige, wäre auch unpraktisch.... alle anschreiben, bin ab auf ... ! Warum bin ich eigentlich auf FB?? Ist bequemer und günstiger als Briefmarken, genauso persönlich und schneller, wenn's darauf ankommt. Hab auch schon Handgeschriebene Briefe als Foto geschickt , die Papierversion wird dann später einmal persönlich überreicht, doppelte Freude.
Konditionen - agree?
Keine Werbung und keinen Pakt unterschreiben der wie bei Zuckerberg fesselt?