Konkurrenzkampf

02. Februar 2011 09:35; Akt: 02.02.2011 10:28 Print

«Wir kopieren keine Google-Treffer»

Der Marktführer erhebt schwere Vorwürfe gegen Microsofts Suchmaschine Bing. Die Redmonder weisen sie zurück.

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Treffer im Vergleich. Screenshot: Google

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Wie Danny Sullivan auf searchengineland.com schreibt, informierte ihn Google bereits im Mai 2010, dass Microsofts Suchmaschine Bing bei manchen Eingaben allzu ähnliche Treffer liefere wie der Marktführer. Google positionierte daraufhin bestimmte Seiten händisch auf dem ersten Platz, um seine Hypothese zu überprüfen: Würde Bing sie auch ganz oben präsentieren, könne man belegen, dass Microsofts Suchmaschine die Treffer übernommen hat.

Wie Sullivan weiter berichtet, führten etwa 20 Google-Angestellte am 17. Dezember 2010 Tests durch - zuhause mit dem Internet Explorer und der Bing-Toolbar. Laut Google tauchten am 31. Dezember einige vom Unternehmen bewusst prominent platzierte Treffer auch bei Bing auf. Zuvor hatte keine der Suchmaschine brauchbare Ergebnisse zu den Anfragen präsentiert.

Gegenüber zdnet.com sagte Steven Weitz, Director Bing: «Wir kopieren keine Google-Treffer.» Harry Shum, Bing Corporate Vice President, legte später in einem Blogeintrag nach: Der Algorithmus stütze sich auf über 1000 Faktoren. Daten wie jene aus der Bing-Toolbar machten dabei nur einen kleinen Teil aus. Dieser werde von Nutzern beigesteuert, die zugestimmt hätten, dass ihr Suchverhalten anonymisiert übermittelt wird, um die Trefferlisten insgesamt zu verbessern. Laut Microsoft basieren Googles Vorwürfe also darauf, dass ein Teil der Nutzer die Bing-Toolbar oder eine Funktion im Internet Explorer namens Vorgeschlagene Sites nutzt, während sie mit Google suchen.

Das letzte Wort dürfte in dieser Angelegenheit also noch nicht gewechselt sein. Was die Markanteile angeht, lag Google im Januar weltweit laut Net Applications bei rund 85,4, Bing kam auf rund 3,7 Prozent.

(hst)