«le trou du cul du web»

24. Juli 2009 11:41; Akt: 24.07.2009 12:32 Print

Google-Bombe gegen Sarkozy

Wer auf Französisch mit Google nach «Arschloch im Web» sucht, erhält als ersten Treffer die offizielle Seite des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy.

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Dass sich die Google-Suche von Online-Communitys einfach manipulieren lässt, wird einmal mehr am Beispiel eines Prominenten deutlich. Dieses Mal hat es den französischen Staatspräsidenten erwischt: Die Suche nach «le trou du cul du web» (Z.Dt. Arschloch vom Web)führt auf die Website von Nicolas Sarkozy. Dafür verantwortlich ist eine so genannte Google-Bombe. Sie wird immer mal wieder gerne gegen umstrittene Figuren aus der Politik eingesetzt.

Das Prinzip, dass sich dahinter versteckt, ist simpel. Auf Online-Communitys sprechen sich die Betreiber von Blogs und Websites ab, um gemeinsam gezielt eine Google-Bombe zu schaffen. Dafür legten sie im aktuellen Fall auf ihren Seiten unter dem Text «le trou du cul du web» einen Link zu Sarkozys offizieller Webseite. Je mehr Web-User den Text mit entsprechendem Link auf ihren Blogs und Websites einbauen, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass Google das Resultat ganz oben listet.

Zum ersten Mal war 1999 von einer Google-Bombe die Rede. Der Suchbegriff «more evil than satan himself» verwies auf die Website von Microsoft. 2003 traf es den amerikanischen Ex-Präsidenten George W. Bush. Die Suche nach «miserable failure» (z.Dt. jämmerliches Versagen) führte zu seiner Biografie. Erst als Google Ende Januar 2007 den Such-Algorithmus änderte, konnte diese Bombe entschärft werden. Auch Ex-Bundesrat Christoph Blocher bekam schon sein Fett weg. 2004 verwies die Suche nach «jämmerlicher Waschlappen» auf ein Portrait Blochers.

(mbu/man)