Gratis und legal

03. November 2008 16:25; Akt: 23.02.2010 11:12 Print

Mit Google Millionen Songs herunterladen

von Henning Steier - Wer einen simplen Code eingibt, kann mit der Suchmaschine binnen Sekunden den MP3-Player auffüllen. Denn weder der Gesetzgeber noch der Suchmaschinenanbieter haben entsprechende Lücken geschlossen.

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Google ist die Startseite von Millionen Nutzern im Netz. Doch was kaum einer weiss: Mit der Suchmaschine lassen sich ganz leicht und binnen Sekunden Millionen Songs fast aller Stars zum Download im Web finden. Die Seite Haywire Hacking hat jetzt eine Anleitung dazu veröffentlicht. Das Ganze basiert auf folgendem Code, von dem 20 Minuten Online nur die Hälfte angibt, da man vereinzelt auf Seiten stossen könnte, die durch allzu viele Werbebanner auf Web-Angebote von Abzockern führen könnten:

-inurl:(htm|html|php) intitle:"index of" +"last modified" +"parent directory" +

In zwei Sekunden zum Song

Gibt man dem Code mitsamt gewünschtem Song oder Interpreten in Googles Suchmaske ein, erhält man die gewohnten Trefferlisten. Diese verweisen auf Seiten, von denen man sich die Lieder problemlos herunterladen kann. Unser Test, den Sie in der obigen Bildstrecke dokumentiert finden, war erfolgreich.
Vereinfacht gesagt, macht sich der Google-Hack die Tatsache zunutze, dass man damit auch Bereiche des Internets durchsucht, die Google zwar indiziert, dem normalen Nutzer aber nicht anzeigt, nachdem er eine Suchanfrage gestartet hat.

In der Schweiz legal

Der Vorteil: Man lädt nur Dateien herunter - im Unterschied zum Surfen in Bittorrent-Netzwerken. In letztgenannten verteilt man auch Datenpakete an die Nutzer und macht sich damit in der Schweiz strafbar, wenn es sich um urheberrechtlich geschützte Inhalte handelt. Der reine Download ist hierzulande legal, da es den Surfern laut Gesetz nicht zuzumuten ist, jedes Mal die Quelle zu überprüfen. Bereits seit längerem existiert die Seite g2p.org, die nach eigenen Angaben die Google-Lücke ebenfalls ausnutzt. Hinter dem Angebot stehen laut Impressum allerdings die Macher der dubiosen Seite i-hacked.com.

Google hat sich bislang nicht zum MP3-Code für seine Suchmaschine geäussert. Die Schweizer Musikbranche verliert wegen Piraterie laut dem Branchenverband Ifpi etwa 25 Millionen Franken pro Jahr. Allein seit dem Jahr 2003 sind hierzulande bereits mehr als 600 Stellen im Bereich der Musikwirtschaft gestrichen worden.