Marktbeherrschend

30. November 2010 12:06; Akt: 01.12.2010 09:41 Print

EU geht gegen Google vor

Die Europäische Union hat eine formelle kartellrechtliche Untersuchung gegen Googles Online-Suche eingeleitet.

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Google droht ein Bussgeld.

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Hat Google seine marktbeherrschende Stellung missbraucht hat? Die EU-Kommission will genau das herausfinden. Als Grund nennt sie in einer Mitteilung Klagen anderer Online-Suchdienste, dass sie sowohl bei den bezahlten als auch den unbezahlten Suchergebnissen benachteiligt seien. Die Rechtssuchmaschine Ejustice.fr sowie die Preisvergleichsportale Foundem und Ciao hatten im Frühjahr eine entsprechende Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. «Die Einleitung des Verfahrens bedeutet nicht, dass die Kommission eine Zuwiderhandlung nachweisen kann, sondern nur, dass sie der eingehenden Untersuchung des Falles Vorrang einräumt», heisst es in der EU-Mitteilung weiter.

Die Unternehmen hatten unter anderem bemängelt, dass Googles Angebote vor ihren platziert würden. Google hat betont, dass es gegen keine Kartellgesetze verstossen hat. Sollten sich die Vorwürfe der Wettbewerbshüter bestätigen, muss der US-Konzern mit einem Bussgeld rechnen. In den USA sieht sich Google ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt. Die Generalstaatsanwaltschaft von Texas überprüft nicht nur, ob der Suchmachinist Foundem benachteiligt hat, sondern ermittelt auch nach Beschwerden der B2B-Suchmaschine TradeComet und des Web-Preisvergleichs myTriggers.

Software-Gigant Microsoft hat diesbezüglich schon schmerzhafte Erfahrungen gemacht. In den vergangenen Jahren musste das Unternehmen Strafen in Milliardenhöhe bezahlen.

(mbu/hst/ddp)