Street View in Japan

13. Dezember 2011 17:01; Akt: 13.12.2011 23:00 Print

Per Mausklick durch das Tsunami-Gebiet

Google hat seine Kamerawagen durch die verwüsteten Landstriche Japans geschickt. Die verheerenden Folgen der Naturkatastrophe können nun auf 360-Grad-Panoramabildern betrachtet werden.

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Am 11. März 2011 wurde Japan heimgesucht. Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle forderten an die 20 000 Menschenleben. Neun Monate später können die fatalen Folgen, aber auch die Aufräumarbeiten, bei Google Street View angeschaut werden. Der Internet-Konzern hat umfangreiche Strassenaufnahmen vor und nach der Katastrophe zugänglich gemacht.

Nur wenige Dörfer und Städte sind nach dem 11. März nicht von den Google-Kameras erfasst worden. Dazu gehören jene Ortschaften, die in einem Umkreis von 20 Kilometern um das explodierte Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi liegen. Aus Sicherheitsgründen ist das Gebiet immer noch gesperrt.

Für Forscher und zukünftige Generationen

Für das Projekt «Memories for the Future» hat Google eigens eine Website angelegt. Auf einer Japan-Karte sind die Gebiete eingezeichnet, von denen Street-View-Aufnahmen existieren. Um den Dienst zu starten, zieht man das goldene Street-View-Männchen auf den gewünschten Standort. Mit einer Vorher-Nachher-Funktion kann dann die Situation vor und nach dem 11. März verglichen werden. Wie gewohnt kann die Gegend mit den Pfeiltasten und einer Zoom-Funktion erkundet werden.

Google stellt das Projekt in den Dienst der Wissenschaft. Die Aufnahmen können Wissenschaftlern dabei helfen, Naturkatastrophen zu erforschen. Die Online-Bilder sollen aber auch dazu beitragen, das die japanische Tragödie nicht in Vergessenheit gerät. Auch zukünftige Generationen sollen die eindrücklichen Bilder sehen.

Neu mit Zeitstempel

Die Kamerawagen haben an die 44 000 Kilometer zurückgelegt, wie aus dem Google-Firmenblog hervorgeht.
Am unteren linken Bildrand sind alle Aufnahmen mit einem Datum versehen. Der Zeitstempel sei das am meisten nachgefragte Feature der letzten Jahre gewesen, lässt Google im Firmenblog verlauten. Damit könnten alle Street-View-Nutzer, ob einfacher Reisender, Historiker, Architekt, Stadtplaner oder Tourismus-Organisation sehen, in welchem Monat und Jahr die Bilder gemacht wurden. Der Zeitstempel soll neu auch auf allen anderen Street-View-Bildern eingeblendet werden.

(dsc)