Chinesische Hacker

01. Juni 2011 23:19; Akt: 02.06.2011 18:16 Print

Mail-Programm von Google attackiert

Angreifer aus China haben E-Mail-Konten von Googles-Programm Gmail geknackt. Betroffen sind ranghohe US-Beamte und politische Aktivisten. China weist die Vorwrüfe zurück.

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Chinesische Hacker haben sich anscheinend Zugang zu mehreren hundert E-Mail-Konten von Nutzern des Google-Programms Gmail verschafft. Von dem Hackerangriff betroffen seien auch die Konten ranghoher US-Regierungsbeamter und politischer Aktivisten, teilte Google am Mittwoch mit. Alle Opfer seien benachrichtigt worden und ihre E-Mail-Konten wieder gesichert worden. Zudem habe Google die Behörden informiert.

Die US-Regierung liess verlauten, sie gehe nicht davon aus, dass auf Mail-Konten der Regierung zugegriffen worden sei. Die Regierung bemühe sich derzeit, alle Fakten zusammenzubekommen, sagte ein Sprecher. Auch das FBI wurde eingeschaltet.

Phishing-Attacke

Die Attacke scheine aus der chinesischen Stadt Jinan heraus geführt worden zu sein, schrieb Google-Sicherheitsexperte Eric Grosse. Er forderte alle Gmail-Nutzer auf, wachsam zu sein, ihre Konten auf ungewöhnliche Einstellungen etwa bei der E-Mail- Weiterleitung hin zu überprüfen und sichere Passwörter zu verwenden.

Der Suchmaschinenanbieter vermutet, dass chinesische Hacker die sogenannte Phishing-Taktik anwandten, um an die Passwörter von Gmail-Nutzern zu kommen. Phishing bezeichnet eine Form der Internetkriminalität, bei der mittels gefälschter E-Mails vertrauliche Zugangs- und Identifikationsdaten von arglosen Dritten abgefangen werden.

Frühere Angriffe

Es ist nicht das erste Mal, dass Google und seine Nutzer das Ziel von chinesischen Hackern wurden. Der Konzern war nach eigenen Angaben 2009 massiv angegriffen worden.

Damals hatten die Hacker ebenfalls versucht, die E-Mail-Konten von Regimegegnern zu knacken. Google prangerte den Vorgang öffentlich an und ging auf Konfrontationskurs mit der chinesischen Führung. In den USA wird vermutet, dass Peking hinter den damaligen Attacken steckt.

China wehrt sich

China wies die Vorwürfe zurück. Man unterstütze keine Hacker-Angriffe und sei Teil der weltweiten Bemühungen, um das Problem zu bekämpfen, sagte Aussenministeriumssprecher Hong Lei. China gehe hart gegen das Problem der Computerangriffe vor. Auf die Frage, ob auch der jüngste Vorfall untersucht werde, ging Hong nicht ein.

US-Aussenministerin Hillary Rodham Clinton nimmt die Vorwürfe von Google gegen China nach eigenen Angaben sehr ernst und will sie von der Bundespolizei FBI prüfen lassen. Clinton erklärte am Donnerstag, die US-Regierung sei beunruhigt über die Vorwürfe, zumal offenbar auch E-Mail-Konten von ranghohen Mitarbeiter der Regierung betroffen seien.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto am 02.06.2011 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Hack?

    seit wann hat trickdiebstahl etwas mit hacken zu tun?

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  • Dominik Grieder am 02.06.2011 00:41 Report Diesen Beitrag melden

    Betroffene sind hereingefallen

    Dann war es ja kein richtiger Hack bei dem das System geknackt wurde, sondern die User haben ihre Zugangsdaten herausgegeben (Phising)... Verrückt, dass da immer noch Leute hereinfallen.

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  • Seline Ramseyer am 02.06.2011 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Alarmglocke

    Liebe User, keine Bank noch sonst ein seriöses Unternehmen, verlangt von euch eure Bankdaten oder Passwörter per E-Mail. Da sollte schon mal die Alarmglocken laut schrillen. Gruss

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto am 02.06.2011 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Hack?

    seit wann hat trickdiebstahl etwas mit hacken zu tun?

    • Richard am 02.06.2011 13:35 Report Diesen Beitrag melden

      re Hack

      um an die Zugangsdaten zu gelangen brauchten die "Angreifer" vermutlich eine gefälschte Website die geknackte Zertifikate beinhalteten oder sie konnten die Browseradresse fälschen.

    • Reto am 03.06.2011 08:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Richard

      Danke Richard. Ich bin IT Spezialist und das nicht erst seit gestern :D. Leider hat das nach wie vor, trotz deiner Aussage, überhaupt nichts mit einem Hackangriff oder etwas derartigem zu tun. Es ist nur Trickdiebstahl das als Phishing (kommt von fischen) bekannt ist. Es muss noch nicht einmal Phishing sein, es kann auch ein ganz normaler Trojaner benutzt worden sein, welcher Daten vom PC übermittelt. Auch eine einfache WLAN Verbindung an einem offenen Hotspot kann abgehört werden wenn sie nicht verschlüsselt ist.

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  • Seline Ramseyer am 02.06.2011 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Alarmglocke

    Liebe User, keine Bank noch sonst ein seriöses Unternehmen, verlangt von euch eure Bankdaten oder Passwörter per E-Mail. Da sollte schon mal die Alarmglocken laut schrillen. Gruss

    • Icarus am 02.06.2011 11:40 Report Diesen Beitrag melden

      Signed

      Da kann ich nur zustimmen. Ich bin immer wieder erstaut wie naif viele Nutzer sind. Würde ich fast nicht mehr für möglich halten in der heutigen Zeit. Zumindest nicht von jüngeren Leuten.

    • Ray McCooney am 02.06.2011 15:06 Report Diesen Beitrag melden

      Haha

      Haha die Wörter "Bank" und "seriös" im gleichen Satz zu gebrauchen hat mich zum Lachen gebracht :-) Danke!

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  • Dominik Grieder am 02.06.2011 00:41 Report Diesen Beitrag melden

    Betroffene sind hereingefallen

    Dann war es ja kein richtiger Hack bei dem das System geknackt wurde, sondern die User haben ihre Zugangsdaten herausgegeben (Phising)... Verrückt, dass da immer noch Leute hereinfallen.

    • reto buchwald am 02.06.2011 11:03 Report Diesen Beitrag melden

      gehackt

      in letzter zeit wird alles gehacht wieso 1. Psn 2. sony programme 3. und jetzt gmail

    • Manuel am 02.06.2011 13:48 Report Diesen Beitrag melden

      eben nicht

      nein, eben nicht. Sony worde "gehackt", Google nicht. Die Google-Konti wurden via Phishing geöffnet. Das ist ein grosser Unterschied.

    • René Wachter am 02.06.2011 19:31 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch gedacht

      ...falsch gedacht! Mir wurde das Mailkonto ebenfalls gehackt. Es wurde auf mein Google Mail-Konto zugegriffen. Eine chinesische IP-Adresse wurde angezeigt. Ohne das ich irgendwelche daten herausgegeben habe.

    • Reto Steiner am 02.06.2011 22:50 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt nicht

      @René Wachter: Darf ich lachen? Jeder der klar denken kann und etwas von Mailservice und allgemeinem Servermanaging versteht, weiss dass dein Satz erfunden ist.

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