Street View im Schnee

28. November 2012 07:58; Akt: 29.11.2012 12:04 Print

Google erobert Schweizer Skigebiete

Bei Google Maps lassen sich ab heute sieben neue Wintersportgebiete erkunden – der Computer wird zum Schneemobil. Aber auch abseits der Pisten gibt es neue Panorama-Ansichten.

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Nach VS (Bild) haben die Kamera-Schneemobile von Google weitere Schweizer Wintersportgebiete befahren. Nachfolgend sehen Sie einige der neuen Aufnahmen. Den Anfang macht GR. Da wars grad etwas bewölkt. Noch ein Panoramabild aus dem . HIer der Blick auf eine Piste in VD. Oben links prangt das Steuerelement von Google Maps. Noch eine mit dem Schneemobil gemache Aufnahme aus dem . Auch diese Aufnahme zeigt die imposante Winterkulisse von VD. Unten rechts ist der Schatten der 360-Grad-Kamera zu sehen. Dieses Bild stammt aus BE, einem der bekanntesten Ferienorte der Schweiz. Der Blick auf den mondänen Wintersportort im . Und noch eine «Street View»-Ansicht aus dem . GR im Winter. Noch eine Pistenansicht aus . Eine weitere PIstenansicht aus dem . Wie wärs mit einem virtuellen Pistenbesuch in GR? Das Skigebiet hat über 70 Pistenkilometer zu bieten. Und auch diese Aufnahme zeigt Pisten und Berge in . Hier sind wir in , einem Skigebiet im Engadin, das mit Corvatsch verbunden ist. Aus dem Jahr 2011 stammt diese Aufnahme, als das Schneemobil in VS unterwegs war. Zuoberst prangt die Rundum-Kamera, darunter die Rechnereinheit. Übrigens ist auch die als UNESCO Welterbe ausgezeichnete zwischen Albula und Bernina ... ... nun in ihrer ganzen Länge virtuell erfahrbar. Der grösste Schmetterlingsgarten der Schweiz, das FR, ist nun ebenfalls Teil der Schweizer Sehenswürdigkeiten auf Street View. Einen Ausflug ins Grüne versprechen die Ansichten vom Alten Botanischen Garten, vom Botanischen Garten der Universität Zürich und vom Parc de Valency in Lausanne.

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In Arosa bei der Tschuggenhütte vorbeiflitzen, in Davos auf dem Jakobshorn die Aussicht geniessen oder in St. Moritz die Albula-Strecke entlangschlitteln: Ab heute ermöglicht Google das Erkunden von sieben neuen Skigebieten ohne Ski oder Snowboard.

Der Internet-Konzern, der in Zürich ein Forschungszentrum betreibt, hat im vergangenen Winter ein Kamera-Schneemobil auf die Piste geschickt. Nun sind die Panorama-Aufnahmen über den in Google Maps integrierten Street-View-Dienst verfügbar. Zu entdecken gibt es Arosa, Davos, Gstaad, Les Diablerets, Sedrun, St. Moritz und Corvatsch Furtschellas.

Erstmals stand ein Google-Schneemobil für die Olympischen Winterspiele 2010 im kanadischen Whistler im Einsatz. Und seit August 2011 kann man vom Bildschirm aus die Zermatter Skipisten mit Ausblick aufs Matterhorn geniessen.

Interessant für Touristen

«Unser Ziel ist es, Benutzern auf der ganzen Welt die schönsten Orte der Schweiz zugänglich zu machen», erklärt der zuständige Google-Manager Raphael Leiteritz. Wie zu erwarten, stösst die Street-View-Offensive bei den Tourismus-Verantwortlichen auf Begeisterung. Das sei ein toller Start in die Wintersaison, sagt Thomas Winkler von Schweiz Tourismus. «Gäste aus aller Welt können schon vor ihrem Besuch Sehenswürdigkeiten und Pisten der Schweiz entdecken.»

Dem pflichtet die Chefin der Tourismus-Organisation Engadin St. Moritz, Ariane Ehrat, bei. «Wir wissen, dass es für unsere Gäste immer wichtiger wird, sich vor dem Urlaub ein möglichst konkretes Bild vom Ferienort zu machen.» Street View biete einen bedeutenden Mehrwert.

Abseits der Pisten

Neben den am Mittwoch neu aufgeschalteten sieben Schweizer Wintersportgebieten lanciert Google auch neue Panorama-Ansichten von bedeutenden kulturellen Institutionen. Darunter sind das Schloss Laufen am Rheinfall sowie der Alte Botanische Garten in Zürich sowie der Botanische Garten der Universität. Der grösste Schmetterlingsgarten der Schweiz, das Papiliorama in Kerzers, ist nun ebenfalls Teil der Schweizer Sehenswürdigkeiten auf Street View. Und auch die als UNESCO-Welterbe ausgezeichnete Strecke der Rhätischen Bahn zwischen Albula und Bernina kann nun in ihrer ganzen Länge virtuell befahren werden.

Google Schweiz arbeitet gemäss eigenen Angaben seit längerem daran, die als Welterbe bestimmten Kulturorte der Schweiz mit Street View zu erschliessen. Ziel sei es, das historische Erbe für zukünftige Generationen digital zu erhalten.

Verhandlungen mit Datenschützer

Was die Schweizer Strassenansichten bei Street View betrifft, steht Google in Verhandlungen mit dem obersten Datenschützer des Landes, Hanspeter Thür. Nach einem Urteil des Bundesgerichts muss der Internet-Konzern strengere Auflagen erfüllen bezüglich Datenschutz. So müssen beispielsweise die vor «sensiblen Einrichtungen» (Spitäler, Frauenhäuser etc.) fotografierten Personen unkenntlich gemacht werden. Dazu Thür: «Wir sind im Gespräch mit Google und kontrollieren die Umsetzung der Vorgaben.» Bei einzelnen Vorgaben bestehe eine längere Übergangsfrist. «Wir werden das Resultat kommunizieren, sobald es vorliegt.»

Das Bundesgericht hat aber auch im Sinne Googles entschieden, dass bei Street View keine 100-prozentige Anonymisierung von Gesichtern und Nummernschildern verlangt werden kann.

Direktlink zu den neuen Street-View-Bildern:

- Alter Botanischer Garten (Zürich)
- Arosa
- Botanischer Garten der Universität Zürich
- Château de Prangins (Nyon)
- Corvatsch Furtschellas
- Davos
- Gstaad
- Les Diablerets
- Papiliorama (Kerzers)
- Parc de Valency (Lausanne)
- RhB Rhätische Bahn, Albula- / Bernina-Strecke
- Schloss Laufen (Schaffhausen)
- Sedrun
- St. Moritz
- Stockalperschloss (Brig)

(dsc)