Privatsphäre

12. Februar 2010 10:38; Akt: 14.02.2010 18:36 Print

Kampf gegen Piraten und Datenschutzprobleme

Google hat Blogs geschlossen, die Musik illegal verbreitet haben sollen. Die Macher protestieren. Ausserdem erntet das Unternehmen Kritik am neuen Gmail-Dienst Buzz.

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poptartsthatsucktoast.com: Ärger mit Google.bekommen.

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Das britische News-Portal guardian.co.uk schreibt, dass Google Seiten wie I Rock Cleveland, It’s a Rap, Living Ears, To Die By Your Side, Masala und Pop Tarts vom Netz genommen haben soll. Sie nutzen allesamt Googles Angebot Blogger. Google argumentierte, die Seitenbetreiber hätten Urheberrechtsverletzungen begangen. Die Beschuldigten wollen hingegen ausschliesslich Songs und Links zum Download derselben präsentiert haben, die von Plattenfirmen und Künstlern freigegeben worden waren. Wie es in einem Eintrag im offiziellen Firmen-Blog heisst, informiert Google einen Blogger, wenn eine Beschwerde vorliegt. So habe er Zeit, die beanstandeten Inhalte zu entfernen. Falls mehrere Hinweise eingingen, dass gegen den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) verstossen wurde, nehme man den Blog vom Netz. Gegenüber dem Guardian hatten Blogger moniert, dass sie sich nur unzureichend darüber informiert fühlten, wie sie sich wehren könnten. In einer Aktualisierung des Blog-Posts wies Google nun auf eine entsprechende Hilfe-Seite hin. In einem weiteren Update räumte Google ein, einen Blog irrtümlich gelöscht zu haben. Man habe ihn wiederhergestellt.

Am Dienstag hatte Google seine Erweiterung für Gmail namens Buzz vorgestellt. Wie 20 Minuten Online berichtete, werden die Nachrichten per Standardeinstellung öffentlich gemacht. Wer also nicht will, dass unbekannte Gmail-User mitlesen, sollte in den Privat-Modus wechseln. Bevor man seinen ersten Buzz veröffentlicht, muss zugestimmt werden, dass ein persönliches Profil angelegt wird. Dieses Profil ist im Web für jeden zugänglich, der nach dem Namen googelt. Beim Veröffentlichen von Nachrichten ist Vorsicht geboten. Es empfiehlt sich also die Buzz-Botschaften nur einem bestimmten Personenkreis zugänglich zu machen. Google hat nun in einem Blog-Post angekündigt, diese Option leichter auffindbar zu machen. Ausserdem kann man nun auch verhindern, dass einem Nutzer folgen, die noch kein Google-Profil angelegt haben. Eine weitere Lücke hat der Suchmaschinenanbieter allerdings noch nicht geschlossen. Wie TechCrunch.com herausgefunden hat, bekommt man, wenn man das @-Zeichen und einen Namen eingibt, der zu einem nicht öffentlichen Profil gehört, auch private E-Mail-Adressen angezeigt. Diese können dann wiederum auch Nutzer sehen, die zwar einem selbst, aber nicht demjenigen, welchen man gesucht hat, folgen. So könnten Spammer leicht E-Mail-Adressen erhalten. In einer Antwort Googles hiess es unter anderem, es sei offensichtlich, dass man in solche E-Mail-Adressen in einem Post veröffentlichen könnte. Man habe daher die Wahl, entsprechende Nachrichten umgehend zu löschen.

Zweiter Versuch einer Frage-Antwort-Community

TechCrunch will ausserdem erfahren haben, dass Google für die Übernahme der sozialen Suchmaschine Aardvark 50 Millionen US-Dollar bezahlen soll. Der vergleichbare eigene Dienst Google Answers war 2006 eingestellt worden. Aardvark, zu Deutsch Erdferkel, will nach eigenen Angaben bereits rund 90 000 Nutzer gewonnen haben. Über den Dienst können sie anderen Mitgliedern über eine iPhone-Anwendung, Instant-Messaging oder per E-Mail Fragen stellen und Antworten erhalten. Die Anfragen werden automatisch an die kompetentesten User weitergeleitet. Um diese zu finden, geben User nicht nur bei der Anmeldung ihre Wissensgebiete an. Aardvark analysiert überdies auch Profile in sozialen Netzwerken wie Facebook. Wie genau Aardvark in Googles Angebot nutzbar gemacht werden soll, gaben die Unternehmen noch nicht bekannt. Der Dienst war 2007 von den ehemaligen Google-Gründern Max Ventilla und Damon Horowitz gegründet worden. Google wollte den Kaufpreis von Aardvark nicht kommentieren.

Im Chrome-Blog hat das Unternehmen bekannt gegeben, dass User der Betaversion 5.0.307.7 für Mac OS X die bereits über 2.200 Extensions nutzen können. Ausserdem lassen sich in dieser Version nun Bookmarks zwischen mehreren Rechnern synchronisieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob Googles Browser unter Mac OS X, Windows oder Linux läuft.

(hst)