Google unter Beschuss

14. August 2010 09:33; Akt: 19.08.2010 16:03 Print

Deutsche machen gegen Street View mobil

Gegen den umstrittenen Strassenfotodienst Google Street View gibt es in Deutschland bereits eine Vielzahl von Widersprüchen.

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Wie ein Konzernsprecher der «Berliner Zeitung» sagte, haben bereits Tausende Bürger Widerspruch gegen die Veröffentlichung von Bildern ihrer Häuser eingelegt. Google gehe von einer fünfstelligen Zahl aus, wird die Sprecherin zitiert.

Längere Einsprachefrist gefordert

Einen schriftlichen Widerspruch gegen die Veröffentlichung konnten Bundesbürger bei Google bereits seit Mai vergangenen Jahres einlegen - das Internet-Unternehmen hat dieses Vorgehen in eigener Initative mit deutschen Datenschützern ausgehandelt.

Für Erregung sorgt in Deutschland die Tatsache, dass Google nach dem Abfilmen grosser deutscher Städte eine Frist von einem Monat gewähren will. In dieser Zeit sollen sich Personen, die ihr Haus nicht in Street View sehen möchten, beim Konzern melden. Danach sollen die Aufnahmen ins Netz gestellt werden. Deutsche Politiker fordern eine Verlängerung dieser Frist.

Google Home View

Trotz der zahlreichen Einsprachen: Wie das Ulk-Video «Google Home View» des Satirikers Martin Sonneborn zeigt, würden sich einige Deutsche sogar ins Wohnzimmer gucken lassen. Denn die Drohung «sonst schalten wir Ihnen Google ab!» wirkt - selbst wenn Datenschutz gerade heisser diskutiert wird als je zuvor.

Eine kreative Lösung, gegen Street View zu protestieren, ist hier auf Google Maps zu sehen. Einen anderen Weg geht hingegen Jens Best. Wie er zeit.de sagte, will er im Rahmen seiner Aktion «Verschollene Häuser» alle fotografieren, die von ihren Besitzern aus Street View entfernt wurden. Er wolle provozieren, sagte er und: «Der öffentliche Raum bildet sich auch im Digitalen ab. Wir alle wollen im Digitalen eine Privatsphäre haben – also müssen wir im Digitalen auch eine Öffentlichkeit haben. Das eine geht nicht ohne das andere. Diskutiert werden sollte der Punkt, an dem die Grenze verläuft zwischen beiden. Diese Grenze aber sollte ohne Vorurteile diskutiert werden.» 300 Mitstreiter hat er nach eigenen Angaben schon gefunden, die ebefalls Bauwerke fotografieren und mit Geotags versehen ins Netz stellen wollen.

Update 19.8.: Laut spiegel.de hat Google die Einspruchsfrist um vier Wochen bis Mitte Oktober verlängert. Der Dienst dürfte damit in Deutschland mindestens vier Wochen später starten.

(ast/hst/ap)