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25. Januar 2011 11:45; Akt: 25.01.2011 17:07 Print

Der wahre Grund für Schmidts Abgang

Dem Rücktritt des Google-CEOs Eric Schmidt ging offenbar ein lang schwelender Konflikt mit den Gründern voraus.

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Auftritt von Eric Schmidt am World Economic Forum 2010. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

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Völlig unerwartet verkündete Eric Schmidt vergangene Woche, dass er nach zehn Jahren im Amt den Chefsessel bei Google räumt. Über sein Twitter-Profil schrieb der 55-Jährige: «Tägliche Aufsicht durch Erwachsene nicht mehr nötig.» Was genau zum Rücktritt geführt hatte, war bislang nicht klar.

Elan war verschwunden

In den vergangenen Monaten soll es zu Spannungen zwischen dem ehemaligen CEO und den beiden Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin gekommen sein, schreibt das US-Magazin «The New Yorker» und bezieht sich auf einen vertrauenswürdigen Informanten. Schmidt war der Meinung, dass sich Google angesichts des enormen Marktpotenzials den Zensurmassnahmen der chinesischen Regierung beugen sollte. Page und Brin wehrten sich allerdings entschieden dagegen und lagerten die Server entgegen Schmidts Rat kurzerhand nach Hongkong aus, um weiterhin ungefilterte Suchergebnisse anbieten zu können. Dies soll zum Bruch zwischen dem CEO und den zwei Gründern geführt haben, Schmidt fühlte sich schlicht und einfach übergangen.

Ab diesem Zeitpunkt habe der CEO deutlich weniger Energie in seinen Job gesteckt. Gleichzeitig sah sich Google wegen seinem virtuellen Kartendienst Street View mit Klagen rund um den Globus konfrontiert, deren Ausgang teilweise noch heute offen ist - auch hierzulande. Dies führte dazu, dass am Unternehmensmotto «Don't be evil» in der Öffentlichkeit vermehrt Zweifel geäussert worden sind, was wiederum beim Gründer-Duo zu ernsthaften Befürchtungen geführt haben soll.

Ausgesorgt

Nun wird Larry Page offiziell ab dem 4. April wieder am Ruder stehen. Schmidt bleibt dem Unternehmen vorläufig aber als Präsident des Verwaltungsrats erhalten. Um seine Zukunft braucht er sich keine Sorgen zu machen, sein Abgang wurde mit einem Aktienpaket im Wert von 100 Millionen Dollar versüsst. Das US-Magazin Forbes führt ihn auf seiner Liste der Superreichen auf Platz 117 mit einem geschätzten Gesamtvermögen von 6,3 Milliarden Dollar.

(mbu)