Account aufgebohrt

05. November 2009 09:18; Akt: 05.11.2009 19:51 Print

Google öffnet sichGoogle öffnet sich

von Henning Steier - Was weiss das Unternehmen über seine Nutzer? Diese Frage kann sich bald jeder selbst leicht beantworten - dank einer Funktion namens Dashboard. Können Cyberkriminelle das ausnutzen? 20 Minuten Online hatte erste Details vorab veröffentlicht. Nun präsentierte der Suchmaschinenanbieter das Tool offiziell.

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Google Dashboard: Daten auf einen Blick.

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Google hatte für heute um 11:00 Uhr zu einer Medienkonferenz nach Zürich eingeladen. Vorab war aber durchgesickert, was der Suchmaschinenanbieter dort präsentieren würde. Wie die Seite Google Operating System, ein inoffizieller Google-Blog, berichtete, handelt es sich um eine Funktion namens Google Dashboard.

Mittlerweile hat Google in einer Medienmitteilung bekannt gegeben, dass Nutzer ab sofort in ihrem Google-Account eine Schaltfläche finden, über die sie sich anzeigen lassen können, welche Daten Google von ihnen gespeichert hat. Surfer können überdies Informationen direkt löschen und sich Datenschutzbestimmungen diverser Google-Dienste auf einer Seite anzeigen lassen. Im Dashboard sind unter anderem folgende Informationen zu finden: Name, E-Mail-Adresse, Zahl der Kontakte, kürzlich besuchte Webseiten und das eigene Google-Profil, wie das Video zeigt. Auf den ersten Blick sind dies allesamt Informationen, die man selbst leicht zusammenstellen könnte. Interessant dürfte das Ganze daher für Cyberkriminelle sein, die es beispielsweise darauf anlegen, Nutzer-Logins zu stehlen, um schnell an zahlreiche, mit konkreten Namen verknüpfte Daten zu kommen.

Ist Google eine IT-Sekte?

Mit seiner Funktion Dashboard scheint Google Kritikern entgegentreten zu wollen, die sich seit Jahren über die Datensammelwut des Unternehmens beklagen. So bezeichnete beispielsweise der österreichische IT-Journalist und Autor Gerald Reischl («Die Google Falle») den Suchmaschinenanbieter als «IT-Sekte» und sagte gegenüber Telepolis: «Wenn man all die Fakten kombiniert, muss man zwangsläufig zum Ergebnis kommen, dass Google gefährlich sein kann.»

Ende Januar 2009 hatte Google negative Schlagzeilen gemacht, weil das Unternehmen seine Datenschutzbestimmungen angepasst hatte, ohne die Öffentlichkeit zu informieren. Wie ZDNet berichtete, speichert das Unternehmen nun nicht nicht mehr nur Daten wie Webanfrage, IP-Adresse sowie Browser-Typ, sondern auch, ob und wie Anwender Google-Angebote nutzen. Als Begründung hiess es seitens Google, dass man Anwender so zum Beispiel vor Phishing-Attacken schützen will. Google benötigt die anonymsierten Daten seiner Nutzer, um ihnen passende Werbung anzuzeigen und die Suchtreffer zu optimieren, indem beispielsweise erkannt wird, aus welcher Region der Surfer kommt. Dass Googles Datenschutz ein populäres Thema ist, zeigt sich auch daran, dass die Suchmaschine nach eigenen Angaben rund 10,3 Millionen Treffer liefert, wenn man die Begriffe «Google» und «Datenschutz» eingibt.

Anonym surfen

Google stellt für seine Nutzer allerdings im Datenschutz-Center ausführliche Informationen zum Thema bereit. So kann man beispielsweise erfahren, welche Daten bei der Suche und im Ortungsdienst Latitude gespeichert werden. Die IT-Seite CHIP Online zeigte kürzlich, wie man Googles Browser Chrome daran hindert, bestimmte Informationen an den Suchanbieter zu senden. Denn bereits bei der Installation des Programms erhält der Rechner eine ID, anhand derer lässt sich der PC von den Computern anderer Chrome-Nutzer unterscheiden. Wie der Bericht weiter ausführt, verhindert das kostenlose Programm «Kill-ID für Chrome», dass Chrome Informationen über das eigene Surfverhalten an Google übermittelt. «Das 1-Klick-Tool unterbindet auf Wunsch sämtliche Datenströme vom Browser zu Google. Wer dennoch einige Dienste wie die automatische Update-Funktion behalten möchte, entfernt vor der Anwendung einfach die Haken vor den entsprechenden Einträgen oder kann alternativ «UnChrome» verwenden», schreibt die Seite. Die Freeware ändere lediglich die ID des Browsers, so dass diese nur noch aus einer langen Reihe von Nullen bestehe. Die Funktionen von Google blieben ansonsten vollkommen unberührt.

Wer sich einen schnellen Überblick verschaffen möchte, welche Daten Google speichert, kann dies im Blog des Datenschutzexperten Carsten Hoppe tun. Ausserdem stellt der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Hanspeter Thür, der im Zusammenhang mit Privatsphäre-Problemen von Googles Panoramen-Angebot Street View keine gute Figur machte, «Informationen und Tipps zum Umgang mit Suchmaschinen» auf seiner Webseite bereit. Wer seine Daten vor Google schützen will, dem helfen dabei sechs Tipps, welche das Magazin Computerwoche zusammengestellt hat. Sie setzen allesamt keine tief gehenden IT-Kenntnisse voraus. Google bietet diese Möglichkeiten seit längerem. Man muss nur wissen, welche Einstellungen man wählen muss, um beispielsweise die Speicherung des so genannten Web-Protokolls über den eigenen Google-Account zu deaktivieren.


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  • Datenschutzalltag am 07.11.2009 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Ich traue Google nicht. Warum das neue D

    Ich traue Google nicht. Warum das neue Dashboard trotzdem hilft Als praktizierender Datenschutzbeauftragter bin ich froh über jede Verbesserung und habe ich einen anderen Fokus: "Ich traue Google nicht. Warum das neue Dashboard trotzdem hilft"

  • Alexis Reiser am 07.11.2009 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Datenkrake? Normale Datenverarbeitung...

    Das persönlichste im Internet sind wohl immernoch E-Mail Nachrichten. Und da hierfür fast alle Leute externe Anbieter (Gmail, Yahoo, GMX, etc) verwenden, sind alle diese E-Mails beim entsprechenden Provider gespeichert. Dieser hat einfach die Möglichkeit die Nachrichten anzusehen. Ich habe aber bei Google mehr Vertrauen als bei kleineren Unternehmen, weil durch die Grösse sicherlich auch für hohe interne Sicherheit gesorgt wird. So hat vermutlich fast Niemand Lesezugriff auf die Datenbanken mit den User E-Mails

  • Franzl Lang am 05.11.2009 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Datenkrake

    Ja.