Diversifizierung

08. Januar 2010 23:04; Akt: 13.01.2010 09:57 Print

Google unter Strom

Google wird immer mehr zum Mischkonzern. Der neuste Streich: Der US-Suchmaschinenriese will in den Energiehandel einsteigen. Dies ist aber nicht der einzige Abstecher ins Strombusiness: Schon länger tüftelt Google an einem Energiekontrollsystem.

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Der Stromverbrauch der Google-Rechner ist gigantisch. Eine einzige Suchabfrage soll soviel Energie verbrauchen wie eine Elf-Watt-Energiesparlampe in einer Stunde. Weil heute Alles und Jedes «gegoogelt» wird – täglich verarbeitet Google rund eine Milliarde Suchanfragen – ist der Energiehunger der 24 Datenzentren kaum zu stillen. Den Strombedarf dafür will Google nun mit erneuerbaren Energien abdecken und hat dafür die Tochter Google Energy gegründet.

Ziel: Klimaneutral

Google hat nun bei den US-Behörden eine Zulassung als Energiehändler für Google Energy beantragt, was Experten als sehr ungewöhnliches Vorgehen einschätzen.. Der Schritt soll gemäss einer Google-Sprecherin dazu beitragen, klimaneutral zu werden und den enormen Stromverbrauch mit erneuerbaren Energieformen auszugleichen. Überschüssigen Strom werde Google verkaufen.

Eigenes Solarkraftwerk

Alternative Energien sind für Google kein Neuland. Der Konzern hatte sich bereits 2007 zum Ziel gesetzt, Strom aus alternativen Energiequellen günstiger zum machen und schuf eine Gemeinnützige Stiftung für Projekte der Solar-, Wind- und Erdwärmetechnologie. Zudem betreibt der Suchmaschinengigant auf dem Dächern des Firmensitzes in Kalifornien ein 1,6 Megawatt-Solarkraftwerk.

Telekom- und Energiesektor verschmelzen

Rein ideologisch dürfte das Engagement von Google im Energiesektor jedoch nicht sein, denn der Suchmaschinenriese tüftelt auch am Programm Google Power Meter – einem intelligenten Stromzähler. Grund dafür ist, dass Internet, Telekommunikation und der Energiesektor immer stärker verschmelzen. Weltweit investieren Staaten in intelligente Stromnetze - so genannte Smart Grids. Damit lassen sich die Energieflüsse in Echtzeit messen, was den Verbrauchern erlaubt, auf die je nach Nachfrage stündlich wechselnden Stromtarife zu reagieren. Und genau darauf zielt der Google Power Meter ab. Vision ist, dass dank dem Google-Kontrollsystem die US-Haushalte ihren Energieverbrauch dereinst um 15 Prozent senken können.

Google ist aber nicht der einzige Player, der in diesem Bereich durchstarten will. Aktiv ist auch Microsoft, weshalb Experten im Bereich der Strom-Management-Lösungen einen ähnlichen Kampf wie in der Gründerzeit des Internets erwarten.

(scc/sas)