Editor's Picks

15. Juni 2010 11:46; Akt: 18.06.2010 13:32 Print

Menschen statt Maschinen

Google News wird testweise von Redakteuren statt Computern gestaltet. Ausserdem werden Docs und Earth aufgebohrt. Zudem soll eine Alternative zum iTunes Store in Arbeit sein.

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Editor's Picks: Die Macher von Slate präsentieren ihre Favoriten. Bild: niemanlab.org

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Wie das Forschungszentrum Nieman Journalism Lab der US-Universität Harvard entdeckt hat, testet der Suchmaschinenanbieter seit kurzem eine Funktion namens Editor's Picks für Google News. Demnach sieht ein kleiner Anteil der Nutzer nun Schlagzeilen, die von Menschen statt Rechnern zusammengestellt wurden. Bislang war das Nachrichtenangebot vollständig automatisiert. Im obigen Bild ist ein Beispiel zu sehen: Mitarbeiter von slate.com präsentieren ihre Favoriten. Seitens Google hiess es dazu nur: «Wir führen jeden Tag 50 bis 200 Experimente mit unseren Angeboten durch. In diesem Fall können einige Anbieter ihre Artikel prominent platzieren.» Zu den Testern zählen die «Washington Post», «Newsday» und «Reuters». Ob das Ganze ausgeweitet und eventuell auch von Medienhäusern hierzulande getestet werden soll - dazu machte der Suchmaschinist keine Angaben. Daher ist auch unklar, ob Google mit dem Test auf Kritik reagiert, sein Nachrichtenangebot verzichte auf journalistische Aufbereitung nach Wahrheitsgehalt und Relevanz.

Zu einem Bericht der italienischen Zeitung «La Repubblica», Google verhandle mit Verlagen über ein Paid-Content-Angebot namens Newspass, war vom Suchmaschinisten nichts zu erfahren. Das Blatt hatte geschrieben, dass Newspass am Ende des Jahres starten soll. Artikel sollen auch dann in Google News auftauchen, wenn sie hinter Bezahl-Barrieren verborgen sind. Wer sie lesen möchte, soll dafür in die Tasche greifen beziehungsweise Google Checkout nutzen müssen.

Bereits im April hatte Google neue Funktionen für seine webbasierten Büro-Tools Docs präsentiert. Nun seien Neuerungen wie leichteres Importieren, Gruppen-Chat und Wörterbuch für alle Nutzer verfügbar, teilte das Unternehmen im firmeneigenen Blog mit. Mehr dazu im offiziellen Präsentationsvideo:

Ebenfalls im offiziellen Blog hat der Suchmaschinist Google Earth 5.2 vorgestellt. Interessanteste Neuerung für Wanderer: Sie können nicht nur ihre Route, sondern auch Daten wie Höhenänderungen und Gehgeschwindigkeiten vom GPS-Gerät importieren und in Google Earth anzeigen lassen. Ausserdem hat Google einen Webbrowser in den mittlerweile über 700 Millionen Mal heruntergeladenen virtuellen Globus eingebettet. Zudem lassen sich Videos von Routen erstellen. Mehr zu den neuen Funktionen ist im offiziellen Video des Unternehmens zu sehen:

Ausserdem scheint Google Apples iTunes Store mit einem eigenen Musikangebot namens Google Music Konkurrenz machen zu wollen. Dies schreibt zumindest der Branchendienst Cnet unter Berufung auf mit Verhandlungen betraute Kreise der Musikindustrie. Apples Angebot verzeichnet in den USA momentan zwar noch rund 70 Prozent Markanteil, Google könnte kostenpflichtige Downloads aber direkt in seine Suchergebnisse einbetten, um den IT-Konzern aus Cupertino zu attackieren. Laut Cnet soll Google Vetretern der wichtigsten vier Plattenfirmen seinen Plan bereits auf der Consumer Electronics Show (CES) im Januar in Las Vegas präsentiert haben. Eine Stellungnahme gab es von keinem der Unternehmen.

(hst)