Browser-Technik

05. April 2013 09:19; Akt: 07.05.2013 15:14 Print

Google lässt Apple sitzen

Jahrelang haben Google und Apple an einer gemeinsamen Webbrowser-Technologie gearbeitet. Nun gehen die beiden IT-Riesen getrennte Wege. Droht ein neuer Browserkrieg?

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Welcher Browser setzt sich auf den Smartphones und Tablets durch? (Bild: 20 Minuten Online)

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Die Internetbrowser von Google und Apple werden künftig mit getrennten Herzen schlagen. Google kündigte an, die bisher gemeinsam entwickelte Technik mit der Bezeichnung Webkit nicht weiter nutzen zu wollen. Stattdessen will Google auf dieser bisherigen Grundlage eine eigene neue Plattform namens Blink entwickeln. Welche Folgen dieser Entscheid für die Internet-Nutzer hat, ist derzeit nur schwer absehbar. Kurzfristig dürfte sich kaum etwas ändern, meint der US-Blog The Verge.

Webkit ist eine sogenannte HTML-Rendering-Engine, die bestimmt, wie Internetinhalte von Browsern dargestellt werden. Es gibt mehrere solcher Bausteine für die verschiedenen Browser von Microsoft (Trident für den Internet Explorer), Mozilla (Gecko für den Browser Firefox), Opera und eben Apple und Google (alle Webkit). Die Unterschiede sind für Browseranwender kaum zu erkennen, müssen aber von Entwicklern insbesondere bei Web-Anwendungen beachtet werden.

Die Entwicklung von Webkit hat ihre Wurzeln 2001 im Linux-Projekt KDE. Doch das gemeinsame Projekt sei über die Jahre zu ausufernd geworden, schrieb Programmierer Adam Barth in einem Google-Blog. Deswegen will Google im Alleingang eine schlankere und schnellere Version erstellen.

Gleich zu Anfang sollen mehr als 7000 Dateien aus dem Programmcode gelöscht werden - mehr als 4,5 Millionen Zeilen Programmiersprache fielen dadurch weg. Das soll das Programm künftig stabiler und weniger fehleranfällig machen, schrieb Barth.

Blink wird für das Software-Projekt Chromium entwickelt, das den Kern des Google-Browsers Chrome stellt. Der norwegische Browser-Entwickler Opera will ebenfalls auf Googles Blink setzen.

Kampf um die mobile Dominanz

Rasante Veränderungen der Browserlandschaft seien nicht zu erwarten, meint «Spiegel Online». «Trotzdem machen die Neuausrichtung von Google und die Kooperation von Samsung mit Mozilla klar, dass in den nächsten Jahren eine Neuauflage des Browserkriegs droht, den sich Microsoft und Netscape in den Neunzigern lieferten.» Dieses Mal werde es um die Dominanz auf Smartphones und Tablets gehen.

Microsoft habe sich nicht zu Googles Alleingang geäussert. Der Windows-Konzern ist nicht an Webkit beteiligt und will sich ganz auf die eigene Browser-Engine Trident konzentrieren.

(dsc/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steve M. am 05.04.2013 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Norm

    Schade, dass man nicht eine Norm einführen kann, die auf allen Browsern gleichermassen läuft. Dies würde den Webentwicklern / Webdesignern die Arbeit um einiges erleichtern. Vor allem der Internet Explorer, der Leider noch von vielen verwendet wird, hinkt da einwenig hinterher...

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  • Alp Oehi am 06.04.2013 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Opera braucht noch kein Webkit

    Opera braucht immer noch Presto als Engine und nicht Webkit. Dieser sollte erst im Verlauf dieses Jahres eingesetzt werden, was aber wohl in dem Fall auch nicht mehr so sicher ist.

  • WebDev am 05.04.2013 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konkurenz belebt das Geschäft, äh die Performance

    Solange alle Standards eingehalten werden (incl. 100% acid3) ist doch alles gut. Ich glaube zu solchen inkompatibilitäten zwischen den Browsern, wie damals mit dem IE6, wird es nicht mehr kommen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Eric am 07.04.2013 23:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apple

    ich wunder mich warum 20min nichts von den zwei Patenten bringt, die Apple als ungültig erklärt bekommen hat...und sie verähren diesen Konzern immer noch...lol

  • Hansueli Lötscher am 07.04.2013 13:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnloses Gehabe

    Ich wundere mich seit Jahren an den Informatikern, die auf einem Windows-PC Google Blech, Mozilla Feuerfuchs oder sonst was installieren, wenn doch schon Migrosofts Internet Explodierer läuft. Wenn sich diese "Informatiker" ein Auto kaufen, bauen sie dann auch einen zweiten Motor ein? Man kann über die Qualität sprechen, aber nutzten die nicht einfach das falsche OS? In meinen Augen reinste Ressourcenverschwendung ein zweiter Browser!

    • michel am 08.04.2013 00:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      das einzige...

      ...wofür der internet explorer gut ist, ist das runterladen von einem besseren browser, nämlich so ziemlich jedem anderen.. das mit dem auto ist ein schlechtes beispiel. man müsste eher sagen, man baut einen anderen motor rein weil dieser besser und gratis ist;)

    • Max Muster am 08.04.2013 08:12 Report Diesen Beitrag melden

      naja

      Naja ich bin Informatiker im 3. Lehrjahr und ehrlich gesagt: 90% meines Lehrbetriebs und ca. 95% meiner Klasse benutzen Firefox oder Chrome! 1. Sicherer 2. Schneller 3. stürzt weniger ab Das sagt genug...

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  • Joshua am 07.04.2013 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja und jetzt 

    Ich kann mir ja beidebrowser herunterladen.

  • Thomas am 07.04.2013 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Browser fuer alles Systeme!

    Ob Chrome, Safari, IE... Ich nutze auf meinem iPhone, Android Tablet und Windows PC nur den Opera und bin damit voll und ganz zufrieden. Habe somit auf allen Geraeten immer alle Lesezeichen identisch und trotz unterschiedlicher Betriebssysteme kaum Unterschiede im Browser!

  • Alp Oehi am 06.04.2013 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Opera braucht noch kein Webkit

    Opera braucht immer noch Presto als Engine und nicht Webkit. Dieser sollte erst im Verlauf dieses Jahres eingesetzt werden, was aber wohl in dem Fall auch nicht mehr so sicher ist.