Rechtsstreit

17. September 2010 10:44; Akt: 17.09.2010 12:52 Print

Skyhook will Google vor Gericht bringen

Der Geolokalisierungsanbieter wirft dem Suchmaschinisten vor, Motorola dazu gedrängt zu haben, die Zusammenarbeit zu beenden. Ausserdem sollen Patente verletzt worden sein.

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Skyhook Wireless verklagt Google.

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Skyhook Wireless hat zwei Klagen gegen Google angestrengt. Wie es in der Klageschrift heisst, soll Google Motorola angedroht haben, dem Unternehmen die Lizenz für das Betriebssystem Android zu entziehen, falls der Hersteller weiterhin Skyhooks Kartendienste einsetzt. Skyhook soll dadurch ein Millionenschaden entstanden sein. Ausserdem konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben seine Datenbank nicht wie gewünscht ausbauen. Ausserdem soll Google zwei Patente der Firma verletzt haben. Eine offizielle Stellungnahme des Suchmaschinenanbieters steht noch aus. Skyhook erstellt Karten auf Basis offener WLAN-Zugangspunkte, dank denen mobile Geräte anonymisiert geortet werden können - beispielsweise, falls kein GPS-Signal zur Verfügung steht.

Im Frühjahr war bekannt geworden, dass Google in den vergangenen vier Jahren weltweit persönliche Daten aus öffentlichen WLAN-Netzen gesammelt hatte. Hintergrund ist, dass Google in den vergangenen Jahren Fragmente von E-Mails und Surf-Daten erfasste, wenn die Kommunikation über offene WLAN-Netze erfolgte. Gesammelt wurden die Daten mit Google-Fahrzeugen, die für den Dienst Street View Bilder von Strassenansichten machten. Dabei wurde auch registriert, ob sich WLAN-Netze in der Nähe befinden.

Was Google nach eigenen Angaben nicht wusste, war, dass zudem noch eine experimentelle Software eingesetzt wurde, die die über die öffentlichen WLAN-Netze gesendeten Daten sammelte, wenn das Google-Fahrzeug gerade in Reichweite war. Es seien aber immer nur kleinste Fragmente gewesen, da die Erfassungsgeräte fünfmal in der Sekunde den Kanal wechselten, hiess es. Google betonte, die gesammelten Daten seien weder in der Suchmaschine noch in anderen Diensten verwendet worden. Sie würden komplett gelöscht, sobald das Einverständnis der Regierungen der 30 betroffenen Länder vorliege.

Street View nach dem Zufallsprinzip

Google macht heute aber auch noch - aus eigener Sicht - erfreuliche Schlagzeilen: Joe McMichael, Student am Massachusetts Institute of Technology (MIT), hat mit Globe Genie einen Zufallsgenerator für Street ins Netz gestellt. Wer am PC virtuelle Reisen unternehmen möchte, kann sich auf der Seite in ferne Länder entführen lassen, ohne zu wissen, wo er landet.

(hst)